Autor Kathrin Buholzer

1. Akt Es ist 21:15. In den europäischen Kinder- und Teeniezimmern ist alles wie immer. Die Kids liegen auf dem Bett, sitzen am Pult und tun so, als würden sie noch ein bisschen für die Schule lernen… Die Eltern sitzen gemütlich auf den Sofas, denken sich: „Oh wie schööön, alles ruhig. Die Kinderlein sind im Zimmer und lernen noch ein bisschen für die Schule und bald, bald schlafen alle friedlich und ruhig.“ Nichts deutet auf das Drama hin, welches in einigen Minuten seinen Lauf nehmen wird. Es ist 21:35. Immer noch alles ruhig. „Das muss eine wirklich schwierige, grosse Prüfung…

Wart ihr auch schon mit „Vor- oder ganz pubertären Kids“ einkaufen? Dann kennt ihr diese Szene sehr wahrscheinlich ganz gut: Treusorgende Mutter: (TM) „Hosen. Du brauchst Hosen. Mit diesen zerrissenen kannst du also wirklich nicht mehr in die Schule. Da muss ich mich ja schämen.“ Teenager: „Alle tragen diese Hosen. Das verstehst du nicht. Ok. Diese Trainerhosen sind toll.“ TM: „Trainerhosen? Du hast aber schon 11 Paar.“ Teenager: „Ja und?“ TM: „Also Trainerhosen zahl ich dir nicht. Die kannst du dir selber kaufen.“ Teenager: „Warum zahlst du mir Hosen aber keine Trainerhosen?“ TM: „Weil du Hosen BRAUCHST und Trainerhosen hast…

Endlich das erste Taschengeld! Für die Kinder eine tolle Sache, denn damit dürfen sie sich nämlich regelmässig ihre kleinen und grösseren Wünsche erfüllen, ohne dass die Erwachsenen ständig ihren Senf dazu geben. Ab welchem Alter und wie viel Taschengeld Sinn macht, das habe ich euch hier schon mal ein bisschen erläutert.  Eigenes Geld zu besitzen, ist supi und bringt auch eine gewisse Unabhängigkeit mit sich. Doch im Alltag gibt es trotzdem immer wieder Streit und Diskussionen. Dann nämlich, wenn die Kids ihr Taschengeld mal wieder nicht dabei haben, oder ihr Objekt der Begierde teurer ist, als es ihre finanziellen Verhältnisse…

Jedes Jahr kommen sie wieder, die zwei gleichen Fragen: Was um Himmelswillen sollen wir den Kinderlein zum Geburtstag schenken? Und. Welches kreatives Geburtstagsfest wollen/sollen/müssen wir denn dieses Jahr auf die Beine stellen? Falls ihr zu den „Kindergeburtstagsfest-Liebhabern“ zählt, dann werdet ihr für Frage 2 bestimmt nur ein müdes Lächeln übrig haben und jetzt denken: „Kindergeburtstagsorganisation? Es gibt Nichts, was ich lieber mache! Ideen sammeln, stundenlang in der Küche die allerschönsten Regenbogentorten backen, Geschenksäcklein einpacken, lustige Spiele ausdenken, kreativ sein. Ich freu mich jetzt schon auf die 25 wilden Kinder und würde am Liebsten 5 Mal im Jahr Kindergeburtstag feiern“ Vielleicht…

Hey ihr da draussen mit kleinen Kinderlein! Ist es euch auch schon passiert, dass ihr zufälligerweise eine Mutter oder einen Vater getroffen habt, der oder die einen Teenager dabei hatte? Vielleicht sogar einen richtigen Teenager? Einen, der etwas mürrisch drein blickt, nur kurz lächelt, wenn er für seine Snapchat Freunde ein Selfie macht und der unmissverständlich zu verstehen gibt, dass er sich jetzt wirklich etwas viel Tolleres vorstellen könnte, als hier seine Zeit zu verbringen. Habt ihr euch dabei auch kurz ertappt wie ihr auf eure kleinen Knirpse geschaut und überlegt habt: „Hilfe! Wie wird das denn sein, wenn meine so…

Das Badezimmer ist wieder nicht geputzt, der Geschirrspüler nicht ausgeräumt, der Hasenstall nicht ausgemistet und dazu gab’s auch noch eine schlechte Note in der Schule. „Immer muss ich alles 100 Mal sagen.“ „Warum klappt das eigentlich nicht mit diesen Ämtli/Hausarbeiten?“ „Und was ist eigentlich mit den Aufgaben? Warum muss ich dich ständig daran erinnern?“ Was tun, wenn gewisse Dinge einfach nicht so richtig klappen, wenn man sie ständig daran erinnern und ermahnen muss? Die Verlockung ist gross, dass man ein Belohungssystem einführt. Wenn es klappt, dann gibt es: Geld? Warum eigentlich nicht Geld? Wenn das Zimmer aufgeräumt, die Hausaufgaben gemacht,…

Kennt ihr Bibi, Dagi, JulienBam, Julienco, Gronkh, Melina, Gabirano, Lisa und Lena, Dner und wie sie alle heissen? Falls ihr Kids im Alter zwischen 8 und 16 Jahren habt, dann werdet ihr wahrscheinlich jetzt ganz fest nicken. Vielleicht auch ein bisschen mit den Äuglein rollen, leicht grunzen, maulen oder leise seufzen und denken: „Oooohh ja, die kenne ich bestens. Mein Sohn, mein Töchterlein spricht seit Monaten von nix anderem mehr.“ Die Internet-Helden sind nicht nur Freundin oder bester Kumpel, sie sind Seelentröster, grosse Schwester/grosser Bruder und Vorbild. Viele Kids möchten genau so sein wie sie: Hübsch, schlank, selbstbewusst, eigenständig und…