Autor Kathrin Buholzer

Was haben wir nicht alles gemacht in diesen letzten 3 Monaten:Hände gewaschen, Tische desinfiziert, Kühlschränke leer gegessen und immer und immer wieder aufgefüllt. Für Eltern und ältere Nachbarn eingekauft, Teams- und Zoom Apps runter geladen und Online Meetings durchgeführt. Wir haben versucht den Kinderlein das Home-Schooling schmackhaft zu machen, haben mit den Teenies diskutiert und ihnen erklärt, dass „Zu Hause bleiben“ eben auch heisst, keine Parties am See zu veranstalten. Wir haben die alten Blumentöpfe, die schon länger draussen auf der Terrasse liegen, endlich entsorgt, haben Kohlrabi gepflanzt, für das Pflegepersonal applaudiert, ein neues TV-Möbel bestellt. Ich kenne sogar Menschen,…

Na? Haben eure Kinderlein mittlerweile auch: Alle Bücher gelesen, Kuchen und Brote gebacken, Netflix durchgeglotzt, alle Spiele gespielt (sogar mehrmals und mit Varianten). Alle Ausmalbilder ausgemalt, alle Hörspiele gehört, gezaubert, getanzt, immer brav Homeschooling gemacht, ihre Zimmer aufgeräumt, Blumen gepflanzt, Briefe geschrieben, Zeichnungen verschickt, Weihnachtsgeschenke gebastelt? Und denkt IHR euch vielleicht häufiger als euch lieb ist: «So ein bisschen Ruhe und Gemütlichkeit, wär schon sehr angenehm. In Ruhe einen Kaffee schlürfen und die Kinder sind mit etwas Tollem beschäftigt, ohne dass sie ständig nach Rat und Hilfe fragen müssen.» Falls ihr diese Fragen mit einem kleinen Seufzer und mit einem…

Kaum schlagen wir Eltern am morgen die Augen auf, geht es auch schon los. Eine Flut an Anweisungen kommt aus unserem Mund: «Mach vorwärts!» «Sei still!» «Lass das!» «Jetzt iss mal!» «Sitz gerade!» «Nicht hauen!» Das zieht sich dann durch den ganzen Tag und es hört erst auf, wenn die Kinderlein am Abend wieder in ihrem Bett verschwunden sind… Wer sich selber mal ein bisschen zu hört, der merkt schnell: Es sind einfach viel zu viele Anweisungen – kein Kind kann sich daran halten. Never. Stellt euch vor, euer Partner oder euer Chef würde euch dermassen zulabern, ihr würdet schon…

Herzig ist es, das kleine Kindlein. Wenn es so da liegt in seinem Strampler und am kleinen Finger nuckelt. Auffressen könnte man die Kleinen, wenn sie einen mit diesem wunderbaren Babylächeln angrinsen. Total aus dem Häuschen ist man dann, wenn sie das erste Wort sprechen und das erste Mal vom Tisch zum Sofa robben. Und dann plötzlich ziehen sie sich überall hoch, werden mobiler und aktiver und sind einfach total süsse Kleinkinder-Wonneproppen. Sie glucksen, strahlen, lachen – die Trotzphase scheint gaaanz weit weg und manchmal ist man sogar geneigt zu denken: «Ein Trotzkopf? Die Trotzphase? Das kommt wohl bei meinem Kindlein…

Stellt euch vor, wir können wieder: Unsere Eltern in die Arme schliessen. Ohne Abstand, am Ufer eines Sees chillen. Im Lieblingscafé sitzen. Blumen einkaufen. Mit den Lieblingsfreundinnen ein Glas Wein trinken. Eis essen. Am morgen die Kinder in die Schule schicken. *Hallelujah! Stundenlang durch den Zoo spazieren. Grillparties organisieren. Geburtstage und Schulfeste feiern. Ausflüge machen. An Open Airs gehen. Unbeschwert sein. Uns wieder über alltägliche Dinge ärgern. Die Kinder mit ihren Freunden auf den Spielplatz schicken. Zelten gehen. Hände schütteln. Begrüssungsküsschen geben. Am Morgen die Bürokolleginnen und Kollegen begrüssen. Unsere Kids an ihren Sportveranstaltungen anfeuern. Abschlussfeste feiern. Mit Lieblingsmenschen auf…

Sind wir mal ehrlich. Es ist Scheisse. Dieses Virus. Diese Situation. Dieses Jahr 2020. Manchmal sitzt man da und denkt: «Hääähh! DAS kann doch einfach alles gar nicht wahr sein! Das ist doch eher der Stoff für einen Katastrophenfilm und nicht für meine Realität. Ich will das nicht. Ich will Frühling und spazieren gehen, Konzerte besuchen, meine Eltern und Freunde treffen, lachen Spass haben. Ich will mir nicht Gedanken machen, ob ich übernächste Woche noch einen Platz in einem Spitalbett bekomme.» «Hallo Normalität, wo bist du?» Statt Frühlingsgefühle, Picknick im Park, Ferien im Wohnmobil gibt’s einen Lockdown, Quarantäneregelungen und Infos…

Die Kids für mehrere Wochen plötzlich zu Hause – Diese Tatsache treibt vielen Eltern die Schweissperlen auf die Stirn. Was um Himmelswillen soll man in der nächsten Zeit bloss mit den Kinderlein anstellen? Wer allerdings diese Frage in einer der zahlreichen Mamagruppen stellt, der bekommt nicht selten gehässige Antworten: „Hä! Und du hast Kinder? Und weisst nicht, was du mit ihnen anstellen sollst?“ „Typisch. Mutter sein und dann nicht wissen, wie man die Kinder beschäftigen soll.“ „Da fragt man sich, warum einige überhaupt Kinder haben…“ Nun. Auch wer kochhen kann, der schaut ab und zu in ein Kochbuch, durchstöbert Blogs…

Es sind turbulente Zeiten und fast jede Stunde treffen neue Meldungen, neue Verordnungen ein. Was heute gilt, wird morgen vielleicht schon wieder über den Haufen geworfen. Die Corona Ticker der Online Zeitungen überfluten uns mit Informationen, noch selten haben wir so zeitnah gewusst, wann und wo jemand hustet und wieviele Menschen krank sind. Begriffe wie „Desinfektionsmittelknappheit“, „Hygieneschutzmassnahmen“, oder „Social Distance“ haben sich ganz plötzlich in unserem Wortschatz etabliert. Diese Flut an Informationen ist schwer einzuordnen. Viele sind genervt, überfordert und genau das ist der Nährboden für Verschwörungstherorien. Kaum eine Facebookgruppe in der nicht irgendwelche haarsträubenden Geschichten erzählt oder Tipps weitergegeben…

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