Autor Kathrin Buholzer

Ja. Wir haben diese Kinder gewollt, die meisten von uns haben sich ganz bewusst fürs Kinder haben entschieden. Wir haben uns darauf vorbereitet, gezittert ob’s klappt, uns gefreut und die süssen Wonneproppen von der ersten Sekunde in unsere Herzen geschlossen. Gerade wenn sie noch so klein sind, dann können wir nicht genug kriegen von ihnen. Am liebsten würde man einfach seine Nase an das Kind halten und einfach nur stundenlang diesen wunderbaren Geruch einatmen. Es ist toll, zu sehen wie sie wachsen, die Welt entdecken und Dinge begreifen. Ja. Wir haben diese Kinder gewollt. Wir lieben sie und würden sie…

Dass es streng würde, das wusste ich. Und schliesslich wurde ich ja auch von allen Seiten, auch der kinderlosen, ausdrücklich und ständig davor gewarnt: «Hui! Zwei kleine Kinder. Und dann so wenig Abstand voneinander? Das wird dann aber streng.» «Ich kenne jemanden, der jemanden kennt, die bekam deshalb ein Burnout und einen Milchstau und Ausschläge und Streit mit dem Mann.» «Das zweite Kind ist dann immer anstrengender als das erste. Und es weint mehr. Und schläft noch weniger.» Die üblichen Horrorgeschichten, ihr kennt das sicher. Aber die Hormone haben damals dafür gesorgt, dass ich mich trotzdem recht gut vorbereitet gefühlt…

«Geniessen Sie die Zeit mit den Kleinen, sie werden soooo schnell gross!» Diesen Satz hat mir vor ein paar Jahren eine ältere Frau an der Supermarktkasse zugeflüstert und dabei auf unsere zwei süssen kleinen Mädels gezeigt, die grad ganz eifrig dabei waren, die Waren aufs Band zu legen. Ich hab genickt und irgendwas wie: «Jaja, das stimmt. Es geht alles so schnell» gemurmelt. Denn sie war nicht die Erste, die mich damals darauf aufmerksam gemacht hat. Kaum war ich mit den Kindern irgendwo unterwegs, kam immer zuerst: «Jööö. Sind die süss. Wie alt sind sie?“ Und dann gleich danach kam der…

Ach ja. Früher konnte man im Zug noch Leute kennen lernen, musste unterwegs immer mal wieder jemandem den Weg erklären und wurde so, in lustige Gespräche verwickelt. Man war gezwungen klare Termine abzumachen und pünktlich zu erscheinen. Da war noch nix mit: «Ehm, schauen wir mal, wir können ja noch schreiben. Ich weiss noch nicht genau, vielleicht. Ich meld’ mich dann noch bei dir, wir können ja spontan entscheiden.» Immer wieder schwärme ich ja meinen Teenies vor, wie toll früher doch alles war. Singe Madonna und Nena Songs und zeige ihnen meine alten Lieblingsfilme, wie Dirty Dancing oder Bodyguard. Letzthin…

Wenn man in die Ferien fährt, dann gibt es immer noch -zig Ding zu erledigen. Es gibt Leute, die machen das vorbildlich: Wochen vorher schreiben sie Listen und gehen einkaufen und organisieren das mit dem Blumen giessen und putzen das Haus von oben bis unten, schauen ob die Koffer noch ok sind und haben dann einen sehr relaxten Ferien-Einpacktag. Da ich aber zur Sorte «Ich-mache-alles-in-letzter-Minute» gehöre ist das jedes Mal ein Riesenspass mit mir. Da merk ich am Abend vorher: «Hui, da steht ja noch dieser grosse Wäschekorb, mit dieser Bügelwäsche. Mich wird der Schlag treffen, wenn ich nach Hause komme,…

Es war kurz nach 11 Uhr. Der Schwimmkurs war zu Ende, die Kids tobten noch etwas im Schwimmbecken herum. Auf dem Wasser lagen zwei runde Moosgummi-Matten, von denen die 8 und 9 -Jährigen hinunter ins Wasser sprangen. Die Muttis sassen in Shorts und Shirts am Rand, plauderten, schauten immer wieder zu den planschenden Kinderlein rüber. Die «Ich-glotze-überall-wo-ich-bin-in-mein-Smartphone»- Unart, gab’s damals, vor rund 10 Jahren noch nicht. Also: Die Muttis am Rand, die Kinder im Wasser. Sie tauchen unter, hüpfen von der Matte und manchmal schubsen sie sich auch rein. Plötzlich: Das hinunter geschubste Kind, verschwindet unter dem grünen Moosgummi. Es…

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