„Mama, was ist eine Schlampe?“

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Kennt ihr das auch?
Wenn Kinder plötzlich kommen und Dinge fragen, die schwer zu erklären oder vielleicht auch ein bisschen peinlich sind.

Wie zum Beispiel:
„Mamaaaa, was ist ein Wixer?“

Also, ehm, das ist eigentlich ein Schimpfwort, aber eigentlich ist es ein Mann, der (Oh, weiss mein Kind eigentlich schon was Selbstbefriedigung ist?).
Es ist ein sehr abschätziges Wort, es heisst eigentlich Versager oder so und ehm:
Frag doch den Papa, wenn er am Abend nach Hause kommt…“

Schimpfwörter, Beleidigungen, unflätige Wörter zu erklären ist am Anfang echt eine Herausforderung.
Man ist dann immer so ein bisschen hin und her gerissen zwischen:
„So, jetzt stell dich nicht so an. Das erklärst du jetzt deinem Kindlein Ruck-Zuck. So, als wärst du Wikipedia“
und
„Ach herrje, wie erkläre ich das jetzt bloss, damit ich mein Kind nicht grad überfordere und mich auch nicht.“

Warum soll man solche Wörter überhaupt erklären?

Am besten verbietet man sie doch einfach und sagt den Kids, dass man diese in den eigenen vier Wänden oder am Besten überhaupt nicht hören will?
Klar, kann man machen.
Ist aber eher kontraproduktiv.
Denn was man verbietet, das finden sie erst recht spannend und diese Wörter bekommen dann eine ungewollte Aufmerksamkeit und sie benutzen sie vor allem nicht weniger, im Gegenteil.
„Aha, Mama verbietet sie mir, dann muss das etwas Schlimmes sein, dann sag ich sie grad extra. Und wenn halt nicht zu Hause, dann halt auf dem Schulweg oder in der Schule, oder wenn Oma zu Besuch ist oder wenn wir das nächste Mal an der Kasse im Supermarkt stehen. Super! Prima Idee. „

Ich find’s immer besser, wenn die Kids wissen, mit welchen Wörtern sie da um sich schlagen. Wenn man Kindern erklärt, was genau ein „Arschloch“ ist, und dass es nicht grad unbedingt besonders toll ist, als „Loch eines Hinterteils“ bezeichnet zu werden, leuchtet das den Meisten nämlich ein.
In dem Zusammenhang, kann man nämlich auch gleich zusammen diskutieren, warum man dieses Wort jetzt genau benutzt hat, was einen so geärgert hat und wie man das denn besser kommunizieren könnte.
Aus „Du blödes Arschloch!“ wird dann vielleicht:
„Hey, es ärgert mich, wenn du einfach in mein Zimmer gehst und meinen Spitzer nimmst. Frag mich bitte vorher.“
Auch eher ein schwieriges Erklär-Wort  ist zum Beispiel auch „Hurensohn“ oder „Fick deine Mutter“ etwas einfacher sind „schwul“ und „Kiffer“.

Eure Kinder fragen euch noch nicht nach der Bedeutung solcher Wörter?

Dann seid froh und überlegt euch jetzt schon mal, wie ihr ihnen die dann in ein paar Jährchen mal erklären wollt… :-)

Eure Kinder fragen euch noch nicht nach der Bedeutung solcher Wörter, benutzen sie aber plötzlich trotzdem?

Man darf die Wörter natürlich auch erklären, wenn die Kinder nicht explizit danach fragen. Also wenn sie vom Kindergarten oder der Schule nach Hause kommen, und euch oder dem kleinen Bruder plötzlich ein solches Schimpfwort um die Ohren hauen.
Ganz unflätige Wörter kann man zum Beispiel auch auf einen Zettel schreiben und diesen dann zusammen vergraben, verbrennen oder zerreissen.
Ganz nach dem Motto: Weg mit diesen Schimpfwörtern, die möchten wir hier nicht hören.
Ein paar Regeln und Abmachungen können ebenfalls helfen. Welche Wörter sind verbrannt und somit tabu?
Welche Wörter sind ok und gibt es vielleicht einen Ort, an dem es niemanden stört, wenn man sie sagt?
(Vielleicht im Keller oder Kinderzimmer. Nur leise, oder wenn die Türe zu ist).

Mehr zum Thema „Umgang mit Schimpfwörtern“, seht ihr in diesem Video.