Herzlich willkommen am Seaside Festival!

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Seid ihr früher auch regelmässig an allen möglichen Open Airs rum gehüpft?
Habt euch durch den Schlamm gekämpft, im Matsch fast eure Schuhe verloren, habt eure kleinen Igluzelte mit grossen Plastikplanen vor dem Regen geschützt, habt Strohballen und literweise Migros Eistee ins Sittertobel und auf den Gurten geschleppt, habt Wind und Kälte, aber auch tolle Hitzetage erlebt?
Habt ihr auch zu Jovanotti, den Fantastischen Vier, Keziah Jones, Skunk Anansie, Spin Doctors, Simple Minds, Cypress Hill, Beastie Boys, Foo Fighters, Articolo 31, Van Morrison, Metallica, Neneh Cherry, Faithless, Shaggy, Moby, Chumbawamba, Alliance Ethnik, Patent Ochsner, Züri West, Iggy Pop, HIM, House Of Paine, Massive Attack, UB40 getanzt, gelacht, geküsst, getrunken, euch die Seele aus dem Leib geschrien,?
Habt Bami Goreng gegessen, auf dünnen Campingmatten gepennt und mit eurer Clique unendlich viel Spass gehabt?
Ich war auch so ein Open-Air Kind, hab die Sommerfestivals zuerst als normale Zuschauerin, später dann als Radiomoderatorin erlebt, ich hab unzählige Interviews gemacht und die Vorteile der VIP-Lounges kennengelernt: Die WC waren sauber, man musste nicht mehr unendlich lange anstehen, der Boden war trocken und man konnte auf richtigen Stühlen sitzen. :-)
Das Open Air St. Gallen und das Gurtenfestival waren meine Favoriten damals. Im Sittertobel und auf dem «Güsche» erlebten wir die schönsten Tage im Jahr, ganz oft im Regen und mit viiiieeel Schlamm.

Als unsere Kids dann auf die Welt kamen, verschwand auch das Bedürfnis 3 Tage in Gummistiefeln durch den Matsch zu tanzen, und so endete meine Open-Air Liebe irgendwie ganz plötzlich.
Ein paar Jährchen später nahmen wir dann nochmals einen Anlauf, aber irgendwie fühlte sich das alles nicht mehr so an wie damals. Die Festivals waren zu riesigen, kommerziellen Drachen mutiert. Partyzelte, Sponsoren-Lounges und VIP Tribünen dominierten die Gelände, Menschenmassen liessen 200 Tonnen Abfall liegen. Neue Zelte, Kugelgrills, Sofas, Schlafsäcke… Ist ja egal, kauft man sich das nächste Jahr halt alles wieder neu.
Der Open-Air Zauber von damals war irgendwie verflogen.

Doch letztes Jahr gab es plötzlich einen kleinen Lichtblick am Festival-Horizont. Ein kleines, feines Open-Air direkt am Thunersee wurde geboren.

Mit dem Seaside Festival «Back To The Roots»

Schaut euch schon nur mal dieses Panorama an. Gibt es einen schöneren Ort für ein Open Air?

Die Spiezer Bucht

Es sollte wieder so ein bisschen sein wie damals. Als man noch vieeel Platz hatte, das Gelände nicht hauptsächlich von bekannten Brands und riesigen Sponsorenzelten voll gepackt war.
Eben ganz gemütlich und fast so ein bisschen familiär. Ein Open-Air, genau nach meinem Geschmack also.


Total gespannt machten wir uns dann letzten August auf den Weg nach Spiez.
Und da war sie wieder: Diese typische Open-Air Stimmung, genau die, die ich damals aufgesaugt und nicht mehr vergessen habe.
Schon die Verkehrs-Einweiser hatten gute Laune. Da war nix Brummiges, sondern nur Freude, hier dabei sein zu dürfen.
Dass das Wetter auch ganz prima mitspielte, war natürlich fantastisch. Petrus hat sich ebenfalls als Seaside-Festival Fan geoutet und ich hoffe wirklich sehr, sehr, dass er dieses Jahr  auch immer noch zu den Fan-Boys gehört.
Schaut euch diese Kulisse und diesen blauen Himmel an:


Die Spiezer Bucht wird nicht umsonst «die schönste Bucht Europas» genannt. Und mit dem Festivalbändel konnte man diese Bucht auch wunderbar geniessen. Der Eintritt ins Freibad, welches direkt neben dem Open-Air Gelände liegt ist nämlich im Ticktepreis inbegriffen.
Und wegen der Hitze hatte es zeitweise mehr Menschen im Wasser als Enten…
Genau hier konnte man ins Wasser hüpfen und sich etwas abkühlen.



Ganz besonders aufgefallen sind die vielen, kleinen und total hübschen Food- und Getränkestände. Genau das liegt den Veranstaltern nämlich besonders am Herzen. Es soll eben nicht eine grosse, «dahin gerotzte «Fressmeile» sein, sondern die Foodstände sollen sich untereinander ergänzen und alle einheitlich und mit viel Liebe zum Detail dekoriert sein.


Das Verpflegungsangebot setzt auf Vielfalt und weitestgehend regionale Produkte.


Auch die Foodstände waren mitverantwortlich für die einmalige Atmosphäre auf dem Festival-Gelände.


Nicht ganz so atmosphärisch waren allerdings die Wartezeiten. Ein kühles Glas Weisswein, einen Burger oder eine Pita innerhalb einer vernünftigen Zeit zu bekommen, war fast unmöglich. Entweder war man vorher dehydriert, verhungert oder mit den Nerven am Ende…
Die Veranstalter haben schon am ersten Festival-Tag versprochen, dass sie das Foodkonzept überarbeiten und es bei einer 2. Auflage, besser klappen würde. Das ist auch wirklich zu hoffen, denn das war recht ärgerlich und sehr schade. Denn wer so lange warten muss, der verliert nicht nur die Geduld, sondern konsumiert halt auch weniger.
Wir hatten Glück, dass wir mit VIP Tickets ausgerüstet waren und so konnten wir uns ab und zu ins wunderschöne VIP Bootshaus schleichen und unser Essen und den kühlen Wein dort kaufen.

Wer es nicht so eilig hatte, der konnte sich sein Würstchen auch gleich selber brutzeln…
Die Freunde der Cervelat (und davon gibt es ja doch ziemlich viele, wie man in den vergangenen Wochen in den Schweizer Medien lesen konnte…) können sich ganz «Schuelreisli-like» ihre Wurst selber bräteln. Der selbsternannte Mediensprecher der Cervelat, ihr wisst schon: der Mann aus Oberwil-Lieli, hätte an diesem Wurst-Grillfeuer seine helle Freude gehabt :-)


Der erste Festivaltag am Freitag wurde um 14 Uhr von «Hecht» eröffnet.
Den ganzen Nachmittag dominierten die orangen Hüte unseres Lieblings-Grossverteilers und Hauptsponsors und sie bewahrten wohl so einige Köpfe vor einem Hitzeschlag.


Das Publikum war super angenehm. Es gab keine Pöbler, keine total Besoffenen, keine Nörgler und Stänkerer. Das hatte bestimmt auch ein bisschen mit dem Alter der Besucher zu tun. Das Programm war nämlich eher auf ein älteres Publikum zugeschnitten, die endlich mal wieder in den Ausgang gingen ;-) oder sich einen tollen Tag machten mit ihren Kids. Kinder bis 13 Jahren, sind nämlich in Begleitung ihrer Eltern kostenlos.

Wir pendelten immer etwas zwischen Bühne, Strandbad, Bier-/Wein- und Foodstand und Sandstrand hin und her.

Das Schwesterlein macht es sich schon mal etwas gemütlich…

«Irgend einisch fingt ds Glück eim»

Ja das Glück hat uns gefunden, oder wir das Glück und dieses wunderbare Open-Air in der Spiezer Bucht. Und dann traten als Überraschungs-Gäste auch noch Züri West auf. Es war perfekt, fast schon kitschig, wahnsinnig heiss und dann sieht man den Kuno auch noch Überlebensgross auf beiden Seiten der Bühne auf der Grossleinwand.
Was will man mehr?… :-)


Vielleicht einen äusserst gut gelaunten und sehr spielfreudigen Rea Garvey? Der sich sogar mit den Nachbarn, gaaanz weit oben am Hügel unterhalten hat. Diese feierten während dem Konzert auf ihrer Terrasse nämlich eine Party und das fand der irische Sänger und Gitarrist so toll, dass er ihnen immer mal wieder zugerufen, gewunken oder ihnen ein paar lustige Fragen gestellt hat.

Verabschiedet hat er sich dann mit seinem Hit «Angel» und einem lauten Knall aus der Konfettikanone.


Die «Wir-sind-verantwortlich-für-ein-sauberes-Gelände-nach-dem-Open-Air»-Leutchen werden sich in diesem Moment bestimmt unsterblich in Ray Garvey und seine Band verliebt haben….

Eine Konfettikanone später...
Mit Emeli Sandé stand dann um 21.15 Uhr ein richtiger Weltstar auf der Bühne. Obwohl sich die Engländerin sehr bemüht hat, ist der Funke nicht so ganz aufs Publikum gesprungen. Zu sphärisch und zu balladen lastig war ihr Programm, zu unnahbar kam sie rüber und die Musik passte irgendwie nicht richtig in die Spiezer Bucht.


Aber da kamen ja nachher zum Glück noch ein paar Jungs aus Bern, die schon nach ein paar Takten das Publikum voll in der Tasche hatten.
Lo & Leduc, die Überflieger, die sich mit ihrem Debutalbum «Zucker fürs Volk» über 80 Wochen in den Charts behaupten konnten, stürmten um 23.30 Uhr die Bühne.

Und was die Truppe da ablieferte war absolut gigantisch, hühnerhautmässig und war ein würdiger Abschluss des ersten Open-Air Tages.

«Genau so, muss ein Open-Air sein»

Der nächste Tag startete um 14 Uhr mit den Mundartlegenden «Span». Auch hier gab’s trotz Sommerhitze immer wieder Hühnerhaut-Momente, zum Beispiel wenn tausende Menschen unisono, vor einer solchen Kulisse, den Refrain von «Louenesee» mitsingen.
Und auch am Samastag wieder das gleiche Bild wie am Vortrag:
Blauer Himmel, viel Sonnenschein, eine unglaublich friedliche Stimmung und man hörte immer wieder die gleichen Stimmen:

«Genau so, muss ein Open-Air sein. Das ist so ein bisschen wie früher, als wir noch jung und die Open-Airs noch nicht so verkommerzialisert waren.»


Ein kleines Sorry geht an dieser Stelle an «The Hooters» und an «Manfred Mann’s Earth Band»:
Wir konnten leider eure Konzerte nicht in voller Länge geniessen, wir mussten immer wieder in den See hüpfen und uns vor dem drohenden Hitzeschlag retten.
Aber gehört hat man den Sound von der Badi vis-à-vis zum Glück trotzdem.

Bei «Krokus» waren wir dann wieder vor der Bühne mit dabei.
Aber ehrlich: Das war jetzt nicht so meins. Zu laut, zu brachial, zu viel Gitarren und für meinen Geschmack ein bisschen zu viel englisches Pseudo-Understatement.
Aber die Rocker Fans waren begeistert und wir genossen mit einem Gläschen Wein, die Abendstimmung auf dem VIP Balkon. ;-)


Endlich wurde es auch ein bisschen kühler und die Stimmung in der Spiezer Bucht war auch am Abend magisch.


Was soll man dazu noch sagen?…


«Status Quo» und der Schweizer Alpenrocker «Trauffer» rundeten dann den zweiten und letzten Festival-Tag ab. Und die Frau Elternplanet konnte hinter den Kulissen sogar noch eine Special-Edition Trauffer Holzkuh in Empfang nehmen.
Warum fragt ihr euch?
Ha! Weil ich einmal im Leben in einem Wettbewerb etwas gewonnen *PhotoshopKünsteseiDank

Fotocredit: Rob Lewis PHOTOGRAPHY

Am Schluss dieses Wochenendes waren sich alle einig:

BITTE UNBEDINGT MEHR DAVON!

Denn genau so muss ein Open Air sein:
Kein unnötiger Schnickschnack, keine Alpengaudi-, DJ oder sonstigen Spasszelte. kein Sponsoren-Overkill, liebevoll gestaltete Foodtrucks, kein Gepöbel, keine Saufgelage, wunderbares Sommerwetter, friedliche Stimmung, kein überfülltes Gelände und eine Musikprogrammierung, die ein eher älteres Publikum anspricht, sprich: Nicht allzu viele Jugendliche…
(Sorry Teenies, für euch gibt es bereits Open-Air Angebote, lasst uns älteren Menschen bitte das Seaside Festival).
Wenn jetzt noch die Wartezeiten vor den Foodständen auf ein erträgliches Mass reduziert werden können, dann kann man getrost das Prädikat PERFEKT vergeben.
Ein grosses Dankeschön geht an Sacha Altermatt, Pascal Roetheli, Phibe Cornu und an das ganze Seaside Team. Sie alle haben den rund 19 000 Menschen ein wunderschönes, unvergessliches Wochenende beschert.

JA, das Seaside Festival geht in die zweite Runde

Am 24. und 25. August 2018 wird das Seaside Festival seine Gäste erneut als kleines, feines Foodfestival mit liebevoller Dekoration, verschiedensten Bars und lokalen Spezialitäten an einmaliger Lage verwöhnen.
Und so präsentiert sich das Programm am Freitag:

Und so am Samstag:

Das Seaside Festival ist praktisch ausverkauft, es hat nur noch wenige Tickets. Also wenn ihr dabei sein wollt, müsst ihr euch beeilen.
Ein Tagespass kostet CHF 99.–, ein Zweitagespass CHF 179.–.
Der Besuch des Seaside Festivals ist für Kinder unter 13 Jahren (Jahrgang 2006 und jünger) – in Begleitung einer erwachsenen Person – kostenlos.
Tickets gibt‘ hier
Mehr Infos zum Seaside Festival gibt es hier.

Mit Elternplanet Seaside Festival Tagespässe gewinnen!

Elternplanet verlost je
1 Tagespass für den Freitag    24. August 2018
1 Tagespass für den Samstag 25. August 2018

So könnt ihr mitmachen:
Schreibt einfach dazu mit wem ihr einen fantastischen Open-Air Tag verbringen möchtet und an welchem Tag ihr lieber dabei sein möchtet.
Die Gewinner werden ausgelost und schriftlich benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Der Wettbewerb läuft bis am Mittwoch 15. Juli 00:00 Uhr.
Ihr könnt hier auf dem Blog und/oder unter dem FB Post mitmachen.

Viel Glück und vielleicht sehen wir uns bald in der Spiezer Bucht.

PS.
«Hey Petrus, wenn du das hier liest:
Gell, das gleiche Wetterprogramm wie letztes Jahr?
Ich werde dann für dich extra einen Kopfsprung in den Thunersee machen, Deal? ;-)»

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