«Ständig! Immer! Dauernd!»

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«Stääändig streiten die Zwei zusammen.»
«Iiiimmer lässt er seine Sachen liegen.»
«Den gaaanzen Tag motzt er nur rum.»
«Von mooorgens bis abends, ein Gebrüll.»
«Nooonstop haut er den kleinen Bruder.»
«Daaaauernd muss ich schauen, dass er keinen Mist macht.»

So ist das oft in unserem Kopf drin, wenn wir am Abend den Tag Revue passieren lassen. Oder wenn wir uns mit Freundinnen unterhalten oder unsere Kindererziehungs-Alltagssorgen auf Facebook posten.
Wirklich.
Es ist ja auch oft mega anstrengend.
Eine Endlosschlaufe.
Man hat schnell man das Gefühl, dass man IMMER und STÄNDIG das Gleiche tut und sagt. Manchmal guckt man auch etwas neidisch und niedergeschlagen in den Erziehungs-Garten der Nachbarin oder der Freundin und denkt:
«Mann, warum ist es bloss nur mit meinen Kindern so dermassen anstrengend?
Was um Himmelswillen mach ich denn falsch?»

Es ist zum Heulen.
Am liebsten würde man sich im Gartenhäuschen verstecken, sich auf den Boden legen und nie wieder aufstehen oder einfach mit der Vespa in ein schönes, warmes Land fahren.
Aber wisst ihr was?
Dem Nachbars-Mami und der Freundin geht’s im Fall genau gleich.
Auch sie haben nämlich das Gefühl, dass sie IMMER und STÄNDIG die gleichen Dinge sagen und tun müssen, und dass das nur bei ihren Kindern so ist.

Aber soll ich euch etwas verraten?
Es passiert meistens gar nicht so oft, wie wir das Gefühl haben.
Warum, denken wir es dann?
Weil es uns eben nervt.
Und wenn etwas nervt, dann brennt sich das ganz besonders ins Gedächtnis. Und wenn wir am Abend den Tag Revue passieren lassen, dann bleiben oft einfach nur die sehr nervigen Dinge hängen. Und genau dann hat man das Gefühl:
«Ach, das war heute wieder ein Tag. STÄNDIG, IMMER und DAUERND HABEN SIE GEBRÜLLT, GESTRITTEN, NICHT ZUGEHÖRT.»

Gut beobachten

Um wirklich sicher zu sein, ob diese «ständig» und «immer» Situationen tatsächlich so oft stattfinden, ist es hilfreich, wenn man einfach mal ein bisschen beobachtet und zählt.
Ja so richtig: 1,2,3- mässig zählen und aufschreiben oder einfach Striche auf ein Blatt machen.
Dann könnt ihr nämlich am Abend einmal überprüfen, ob das «ständig» und «immer» den Namen auch wirklich verdient hat.
Es ist sehr gut möglich, dass ihr dann tatsächlich viel weniger Situationen gezählt habt, als ihr ursprünglich das Gefühl hattet.
Und das relativiert dann ganz vieles wieder.
Man merkt dann schnell:
«Moment. Das ist jetzt am heutigen Tag, also in den 10 Stunden, 5 Mal passiert. Liegt eigentlich für einen 4-Jährigen durchaus drin»

Und dann könnt ihr euch ganz getrost zurücklehnen und denken:

«Hey, das war doch eigentlich ein ganz guter Tag!»

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