Liebe Ladenbesitzer…

7

Das haben sie kapiert, die Supermarkt-Einrichter und Ladenbesitzer. Nämlich dass man genau dort auf der Höhe wo die Kinder ihre Augen und/oder Hände haben, Dinge platziert, die vielleicht die Kinder toll finden, aber sehr selten wir Erwachsenen. Das sehr hässliche Barbiekleid zum Beispiel. Oder die Pokemon Karten. Die Slimys oder die allerschrecklichsten, völlig überteuerten Mini-Plüschtiere.
Die Polizeiautos die am meisten Krach machen, die 100 Dezibel Spielhandys oder die 10 000 Schachtel Miniperlen für Prinzessinnen.

 

Bei denen wissen wir jetzt schon, dass, falls in unserem Besitz, die Hälfte davon im Staubsauger landen wird, weil der Deckel nicht mehr richtig zu geht und alle zu Boden fallen werden.

Also ihr kennt das. Überall stupsen die Kindernasen an irgendwelche tollen, unnützen Spielsachen, die sie dann oft mit lautem Geschrei auch einfordern. Vor allem dann, wenn man vergessen hat, vorher genau abzusprechen, was man alles einkaufen muss und was die Kids anschauen, aber dann im Laden lassen müssen. Oft fehlt auch einfach die nötige Beschäftigung und Ablenkung, wenn sie mal wieder irgendwas zum Kaufen entdeckt haben. Wenn sie sich kaum vom Spielzeug losreissen können, dann hilft ein „Komm du darfst dir jetzt noch die Joghurts, die Teigwaren, den Schinken und die Äpfel aussuchen“ oft mehr als ein: „Ok. Mami geht jetzt. Tschüüüs.“ Das ist den lieben Kleinen mit Verlaub nämlich meistens: Schnurzegal…
Kleiner Erziehungstipp am Rande…

Warum eigentlich lassen sich Geschäfte und Supermärkte nicht mal irgend etwas Gescheites einfallen? Die Spielwarenregale zum Beispiel direkt bei der Kasse aufzustellen? Dann kann Mami gemütlich alles aufs Band legen, während dem die Knirpse noch ein bisschen die Spielsachen angucken. Mann muss dann nicht mühsam durchs ganze Geschäft zurück laufen, um sie dort wieder abzuholen. Man ist dann auch schneller beim Ausgang, falls sie dann schreien. Und das tun sie ja meistens… Schont also die Nerven der Muttis und die des Personals.

Warum gibt es zum Beispiel in Kleidergeschäften keine tolle Spielecke? So was gemütliches, zum Bücher anschauen oder zum Hörspiele hören. Mit Wehmut erinnern wir uns an die kultigen, weissen Tische und den Telefonhörern mit dem roten Kabel, wo man Märchen (bei uns waren das immer die von Trudi Gerster) hören konnte. Der langweilige Besuch in der Bank oder im Schuhladen wurde damit zum Highlight.
Es braucht ja so wenig und die Kids sind zufrieden. Bücher, ein paar Spielsachen, etwas zum Malen, ein paar Sitzkissen, so einen Tunnel zum Durchkriechen. Für die älteren einen TV (und bitte mit ein paar anständigen Serien), sogar eine iPad Station (ähnlich wie im Apple Store) mit tollen Lern- und Funspielen, wäre möglich.

Weil dann, liebe Ladenbesitzer. Dann würden wir Mamis nämlich länger in euren Geschäften verweilen. Weil die Kids nämlich zufrieden wären und weniger quengeln würden. Wir würden ein paar Teile mehr probieren, weil wir nicht ständig den Nachwuchs besänftigen und bespassen müssten.
Und JA: Wir würden in euren Geschäften mehr Kohle ausgeben. So sieht’s aus. Und wenn ihr irgendwo sogar noch eine kleine Kaffee-Ecke hättet, würde unser Mutterherz vollends durchdrehen. *aberdaswärschoneinbisschenvielverlangt

Und wenn wir grad schon bei der Wunschliste sind:

Macht bitte mal in eure Umkleidekabinen anständiges Licht rein, damit wir beim Anprobieren nicht immer aussehen wie bläuliche, schwabbelige Rollmöpse. Danke. Das wärs.

  • bei uns in der migros sind die spielsachen und so bunte saisonartikel die diego auch immer sehr toll findet gleich bei der kasse. so hat mami wirklich genügend zeit alles in ruhe aufs band zu legen und ihn doch noch irgendwie mit einem auge im blickwinkel zu haben. aber du hast recht, bei der bank, post und in allen läden für erwachsene gibts einfach keine spielecken mehr – dabei waren trudis geschichten sooo tolll!!!

  • andrea schaefer

    so gut geschrieben. danke. immer wieder schön zu sehen, dass auch andere die selben probleme haben…
    bei uns in der migi sind die spielsachen bei der ersten kasse. super sache wirklich. aufs band räumen kann so entspannend sein…

  • Nadine

    Dein Artikel ist super! Geht mir auch immer durch den Kopf… mein Sohn sucht immer nach Spielecken und freut sich riesig, wenn es dann mal was für ihn hat! Vor kurzem war er richtig traurig, da im Buchladen in dem wir häufig sind, die kleine Rutschbahn abgeschafft wurde. Er meinte dann anschliessend er möchte nicht mehr dort hingehen :-( Also bei unserem Kinderarzt und in der Bank hat es noch so ein Telefon mit Geschichten (krieg meinen Sohn jeweils kaum aus dem Wartezimmer :-) )

  • ja genau der Einkaufswahnsinn mit Kindern wär sicher mit etwas mehr kreativität der Geschäfter angenehmer zu gestalten :-) Wir haben ja im Migi eine kleine Spielecke mit Lerncomputern und TV. Nur sind meine Zwillinge noch zu klein um alleine dort zu lassen…
    Wohin sind den die Legotische?? Die tollen Rutschen in den Schuhläden??
    ach ja und wegen der Wunschliste und Umkleidekabine…. wenn die Gardienen auf der einen Seite wieder zu kurz ist wenn ich sie auf der anderen Seite schliesse geh ich unverichteter Dinge wieder nach Hause!

    prima Artikel, ich mag auch die Fotos dazu

  • gut geschrieben

  • Du hast voll recht!…Und genau aus diesen Gründen darf bei uns im ganzen Laden gespielt und ausprobiert werden….und Kafi und Sirup gibt’s auch ;-) Wir wollten eine Märliecke organisieren, aber die tollen Tischli mit den Trudi-Gerster-Telefonhörern sind irgendwie ausgestorben?! Weiss jemand, wo es die noch gibt?

  • Susi

    Toller Artikel. Ich finde auch,dass sich die Geschäfte nicht genug um die Kinder bemühen.Ich bin ganz ehrlich.Ich gehe am liebsten alleine Lebensmittel und Klamotten einkaufen.Ich habe keine Lust zig mal im Laden „nein“ sagen zu müssen.Ohne Einkaufszettel vergesse ich sonst die Hälfte.
    Wenn Kinder noch klein sind verstehen sie nicht,dass manche Sachen zu teuer oder unnötig sind und da wäre eine Spielecke ideal um die Kleinen zu beschäftigen.