Durchsuche: Gelassenheit

Vielleicht kennt ihr das auch. Gerade eben hat man im schlauen Erziehungsratgeber gelesen, wie entspannt man mit herausforderndem Verhalten umgehen soll. Von «Ich-Botschaften», positiver Bestärkung, irgend etwas von «ruhig und gelassen bleiben» und dass man das Gebrüll und die bösen Widerworte nicht allzu persönlich nehmen soll. Voller Enthusiasmus erinnert man sich an die Seite 62 im Erziehungsbuch, atmet einmal tief durch und denkt sich: «So, heute pack ich das. Ich weeeerde gaaaaanz ruuuuhig antworten, mich nicht provozieren lassen und die Situation wird nicht eskaaaalieeeeren. Oooohhhhmmm…» Doch dann macht das Kind überhaupt keine Anstalten, sich irgendwie an die Anweisungen zu halten.…

K wie Kleiderfrage Jeden Morgen das gleiche Theater: „Ein roter Rock? Ein violetter Blümchen-Pulli? Und Socken? Und erst noch die mit den scheusslichen, wilden Mustern? Überhaupt ist es für Socken sowieso viel zu kalt. „Diese Gummistiefel? Mit dem Sommerröcklein? Haaalloooo!?!“ Dem Kind in diesem Moment begreiflich zu machen, dass man mit seiner Kleiderwahl überhaupt nicht einverstanden ist: Ein Ding der Unmöglichkeit. Und am Morgen gleich ein riesiges Geschrei zu haben, ist ja auch nicht gerade das aller tollste. Wie kann man dieses Kleiderproblem lösen? Nur die Kleider im Schrank lassen, die das Kind auch wirklich anziehen darf Also im Sommer…

T wie telefonieren Gerade eben hat das Kind noch schön und ruhig gespielt, da kann man gut schnell weg schleichen und den wichtigen Telefonanruf erledigen. „Ha! Denkste.“ Kaum hast du die Nummer gewählt geht’s auch schon los: Das Kind muss natürlich ausgerechnet jetzt aufs Klo, hat Hunger, Durst, will die grosse Legokiste aus dem Keller (und nur die), fällt vom Stuhl, klemmt sich den Finger ein, leert die 3 Kilo Bügelperlen-Box aus, will sich umziehen, mit dir ein Buch anschauen, Popcorn machen, mit den Bauklötzen einen Turm bauen, braucht Hilfe bei den Hausaufgaben. Einfach genau die Dinge, die jetzt grad…

Habt ihr euch im Laufe eures Eltern-Daseins auch so einige tolle Fähigkeiten angeeignet? Sachen von denen man als Kinderlose nie und nimmer gemacht hättet? Sie wären einem überhaupt gar nicht in den Sinn gekommen.
Dinge, die manchmal ganz schön praktisch aber oft auch leicht erschreckend bis verstörend sind. Aber eben man tut sie.
Man muss sie tun, damit man im Strudel des elterlichen Chaos nicht untergeht.

„Kaum habe ich etwas gesagt oder eine Anweisung gegeben, kommt ein Kommentar, ein „Aber“ oder ein „Warum.“ Das nervt und bringt mich auf die Palme. Warum muss mein Kind immer das letzte Wort haben?“ So was bekomme ich von Eltern immer mal wieder zu hören. Warum ist das so und ist es wirklich so schlimm? Wie soll man am Besten darauf reagieren? CH-deutsch deutsch