«10 Fettnäpfchen» im Erziehungsalltag

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Wer noch kleine Kinder hat der weiss:

Es gibt Dinge, die man (meist ganz unüberlegt, oder auch mit besten Absichten) tut, welche die Welt der Kinderlein in nullkommanix zum Einsturz bringen kann.
Gerade noch fröhlich, süss, lächelnd, fröhlich, hilfsbereit und ruhig und von einer Sekunde auf die nächste:
Monstermässig laut brüllend, rot im Gesicht, Kopf auf dem Boden, Faust in der Luft.

Im ersten Moment guckt man sich verwundert um, denkt an versteckte Kamera, an eine Alien-Invasion:
«Hilfe, wer hat mein Kind ausgetauscht?», reibt sich die Augen und kann gar nicht glauben, was man hier sieht.

«Das kann doch nie und nimmer mein Kind sein?»
«Was ist los und warum brüllt das kleine, herzige Geschöpf so unfassbar laut und lange?»

Nach ein bisschen Übung, mehreren Schrei- und Trotzattacken hat man dann meistens den Dreh ein bisschen raus und weiss, womit man sich bei kleineren Kindern ausserordentlich beliebt machen kann:

Achtung! Fettnäpfchen bei kleineren Kindern:

1. Das Brot, den Zwieback, das Darvida, das Guetzli, den Apfel, die Birne, den Käse, ______________ (hier bitte weitere Nahrungsmittel einsetzen)

a.) schneiden
b.) zu gross schneiden
c.) zu klein schneiden
d.) zu krumm schneiden

2. Von einem Eis, einem Guetzli, einem Brot, einem Apfel, einer Banane, einem Zwieback, einem Brötchen ____________ (hier bitte weitere Nahrungsmittel einsetzen)

a.) einen Bissen nehmen
b.) einen halben Bissen nehmen
c.) es nur anschauen

3. Dem Kindlein:

a.) die Haare kämmen
b.) sagen, dass es jetzt ins Bett muss
c.) den Knopf beim Fahrstuhl drücken
d.) im Supermarkt KEIN Spielzeug kaufen
e.) sagen, dass man jetzt nach Hause gehen muss
f.) die Jacke an- oder ausziehen
g.) sagen, dass es jetzt noch 100 Meter bis nach Hause laufen muss

Also eigentlich immer dann, wenn das Kind etwas tun muss, was es eigentlich nicht möchte oder worauf es nicht vorbereitet wurde. Deshalb hab ich euch ja schon mal mein kleines «Erziehungs-Geheimtipp» verraten.

Je öfter man solche Situationen erlebt, umso gelassener wird man. (Meistens).
Und man weiss auch, dass eben das «Vorausplanen» ganz wichtig ist und so kann man einige der Fettnäpfchen manchmal sogar umgehen.

Ist die Autonomiephase einmal überstanden und man ist dabei tiieef durchzuatmen, sich auf eine etwas ruhigere, weniger anstrengende Zeit einzustellen, kommt auch schon die nächste:

Die Pubertät

Und naiv, wie man am Anfang noch ist, denkt man sich:

«Soooo, jetzt wird alles ein bisschen einfacher. Die Kinderlein sind ja schon gross und vernünftig und Fettnäpfchen gibt es ja praktisch keine mehr.»
«Wahrscheinlich.»
«Hab ich gedacht.»
«Was um Himmelswillen ist denn JETZT schon wieder los?»

Und bald merkt man, dass es auch bei den Grösseren durchaus ein paar «DON’TS» gibt:

Achtung! Fettnäpfchen bei Teenies:

1. Dem Teenie auf dem Schulweg…

a.) zurufen
b.) winken
c.) rufen UND winken
d.) nachrennen
e.) grüssen
f.) fragen, wie es in der Schule war

2. Wenn der Teenie Besuch von Freunden hat…

a.) die Freunde ausfragen
b.) fragen wie es in der Schule war
c.) eine Wimper von der Wange wischen
d.) eine Wimper von der Wange wischen und sagen: «Jetzt kannst du dir etwas wünschen.»
e.) ins Zimmer rein gehen und fragen, ob man vielleicht ein Zvieri machen soll
f.) nur im Bikini auf der Terrasse sitzen

3. Dem Teenie Kosenamen geben…

Egal wo, wie, bei wem.
No.
Never.

4. In der Öffentlichkeit laut reden…

Oder überhaupt reden…
a.) «Also ich nehme glaub die RAAAAVIIIIOOOLIII! Was nimmst duuu-uuu?»
b.) «Soooo, bei der nächsten STAAATIOOOON, müssen wir dann AAAUUUUSSTEIGEN!»
c.) «Ich gehe schon mal zum AAAAUUUTOOO. Kommst du dann nachher AAAAUUUCH?

5.  Wenn Freunde den Teenie abholen, lustige Dinge sagen wie…

a.) «Oooh, draussen ist es dann kalt, du nimmst dann schon eine Jacke, gell?»
b.) «Du schaust dann schon, dass du etwas isst unterwegs?»
c.) «Ist das jetzt der Jonas, von dem du schon so viel erzählt hast?»
d.) «Deine dreckigen Unterhosen liegen noch hinter der Badezimmertüre…»

6. Nicht richtig zuhören…

Teenies sind zwar selber oft nicht bei der Sache sind, wenn Eltern irgend eine schlaue Anweisung geben. Das ist aber natürlich bei Weitem nicht sooo schlimm, wie wenn wir Eltern jeweils nur halb zuhören, wenn die Kids mal wieder über den gaaaanzen Film, das neuste YouTube Video von xy, dem Streit aus der Schule, den Hausaufgaben, den nächsten Parties… usw. erzählen.

Wenn man schon nicht richtig zuhört, dann am besten nachher nicht auch noch gleich die Fragen stellen, die sich beim richtigen Zuhören, eigentlich gar nicht stellen würden…

a.) «Wo gehst du jetzt am Freitag hin?»
b.) «Welchen Film hast du jetzt grad geguckt?»
c.) «Hast du viele Hausaufgaben?»
d.) «Warum bist du so genervt?»

7. In aller Öffentlichkeit und/oder vor den Freunden eurer Kids, das erste Mal einen Snapchat Filter ausprobieren

Auch wenn die Hundeschnauze, die Hasenohren, der Ritterhelm, der Fat-Filter, die Oma-Frisur wirklich sehr, sehr lustig sind.

Schlagt euch NICHT auf die Schenkel, gackert nicht wie ein Huhn, macht keine Grimassen, sagt keine Sätze wie:
«Hohohooooo! Schaaaauuu! Ich als Maaann! Muahahaaaaa!»
«Der Schnauz steht mir doch suuuuuper, findest du nicht?»
«Haaaaaa, so sehe ich dann als Oma aus, Schätzchen schaaaau maaaal!»

Kichert einfach leise vor euch hin.
Oder noch besser:

Schweigt einfach.

 

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