Eine Petition gegen das Teufelsbuch

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Es gibt tausende von Erziehungsbüchern. Es gibt ganz tolle, etwas weniger tolle, solche mit Bildern oder ohne, witzige, wissenschaftliche, anspruchsvolle und solche die sich leicht lesen. Es gibt solche, die man immer mal wieder gerne in die Hand nimmt, es gibt andere, die man nicht versteht. Es gibt Bücher, die einem gefallen, ansprechen, sich mit den eigenen Werten und Vorstellungen decken und es gibt das Buch: „Jedes Kind kann schlafen lernen.“ Glaubt man den Kritikern, ist es ein Buch des Teufels. Die Methode, DER Missbrauch am Kind schlechthin, wer es liest und die Strategien ausprobiert, wird in der Hölle schmoren. Ok, das ist jetzt wohl etwas überspitzt formuliert.
 
Das Buch, ein Bestseller, seit vielen Jahren auf dem Markt, wird gleichermassen geliebt wie auch gehasst. Und jetzt kommts: Seit ein paar Tagen geistert eine Petition im grossen, weiten Netz herum, welches den Verlag auffordert, diese Teufelslektüre vom Markt zu nehmen. Das Buch habe nachweislich schlimme Folgen für die Kinderseele, weil es dazu auffordert das Kind am Abend einen Moment schreien zu lassen. Das führe zu Bindungsstörungen, gemindertem Selbstbewusstsein bis hin zu psychosomatischen Erkrankungen. Kinder, welche mit der Methode schlafen gelernt haben, würden später eher zu Depressionen und Angstzuständen neigen.
Eigentlich habe ich mir ja geschworen, die Themen „Stillen, Impfen und Schlafen“ ruhen zu lassen. Weil es da zwei Lager gibt, die sich einander nicht annähern können/wollen und weil diese Themen, IMMER in Streit und Gezanke ausarten.
Aber diese Petition kann und will ich nicht ganz unkommentiert lassen.
Also: Das Teufelsbuch steht auch bei mir im Keller UND wir haben es damals auch angewendet. Ich war fertig, fix und fertig. Nach sieben Monaten, 4-5 Mal oder mehr in der Nacht aufstehen, lief ich auf dem Zahnfleisch. War gereizt, hässig, konnte kaum mehr den Tag durchstehen. Die Nerven lagen blank, nicht gut für mich, nicht gut fürs Kind. Ich fand, dass ich wieder mal etwas Schlaf verdient hätte.
Ein Familienbett! Werden einige jetzt wohl automatisch schreien. Ein Familienbett, das wäre doch die Lösung gewesen. Aber nein, das wollte ich nicht. Ich brauche in der Nacht meine Ruhe. Ja, da bin ich egoistisch. Das Bett gehört mir und meinem Mann. Punkt.
Also haben wir unsere Seele dem Teufel verkauft und dafür dieses Buch erhalten. Ich geb’s zu, ich habe gezögert, doch das Leiden durch den siebenmonatigen Schlafentzug war dann doch stärker und so haben wir das am ersten Abend durchgezogen. Ganz ruhig, immer wieder rein gegangen, getröstet, beruhigt, eine Gute Nacht gewünscht, getröstet, über den Kopf gestreichelt, kurz die Hand gehalten, leise geredet. Immer und immer wieder, einfach nicht mehr aus dem Bett genommen. Länger als 10 Minuten haben wir unsere Tochter damals nicht alleine gelassen. Nach einer Stunde war Ruhe. Sie hat geschlafen, tief und fest und war am nächsten Tag so ausgeruht wie schon lange nicht mehr. Wir übrigens auch.
Am zweiten Abend haben wir nur noch 30 Minuten über den Kopf gestreichelt, geredet, getröstet.
Zugegeben es brauchte etwas Überwindung, aber seit diesen zwei Nächten, schläft unsere Tochter alleine ein. Immer. Sie ist jetzt 11 Jahre alt. Sie hat keine Depressionen, kein Trauma, sie hinkt nicht, ist nicht verblödet und hat auch sonst keine psychischen Störungen. Sie ist nur grad in der Vorpubertät.
Für MICH hat das damals so gestimmt. Ich war wie befreit, konnte wieder durchatmen und es war ein Segen. Hätte ich damals, das Wissen von heute gehabt, hätte ich wahrscheinlich andere Mittel und Wege gefunden. Für uns hat es aber damals, in genau der Situation gepasst. Für andere Leute stimmt diese Methode aber nicht, sie wollen ihr Kind nicht weinen lassen. Diese Leute werden dieses Buch nicht kaufen und das ist auch gut so. Sie werden einfach am Bücherregal vorbei gehen und sich ein anderes Buch kaufen. Vielleicht ist es ein Buch, welches ICH z.B nie kaufen würde.
Es gibt nicht DIE einzig richtige Erziehungsmethode, es gibt viele verschiedene Möglichkeiten. Wir als Eltern sind es, die entscheiden, welche Werte und Fähigkeiten wir in unseren Kindern wecken wollen.
Ein Buch mit einer Petition verbieten? Ich finde das merkwürdig und altmodisch. Es gibt heute so viele Möglichkeiten, sich bei Fragen und Problemen zu informieren. Es gibt verschiedene Anlaufstellen, wo sich Eltern Hilfe holen können. Mehr als damals, als das Buch heraus kam. Oft schauen sich Eltern auch verschiedene Ideen an und picken sich dann das heraus, was für ihre Situation passt. Selten nimmt man den ersten Tipp an, den man bekommt. Man wägt ab, googelt, fragt bei Freunden, liest in Foren, fragt in FB Gruppen, ob dieses oder jenes denn gut sei und wie es andere gemacht haben.
Vieles wurde über dieses Buch geschrieben. Es wurde gelobt, getobt, darüber geschimpft, es wurde verglichen und die Unterschiede, die Vor- und Nachteile wurden aufgezählt. Jede Mama und jeder Papa kann sich diese im Netz durchlesen, den gesunden Menschenverstand einschalten und entscheiden, ob er diese Methode ganz, zum Teil oder gar nicht anwenden will. Vielleicht hat er andere Möglichkeiten, solche die für seine Situation besser passen. Dann wird er diese wählen und das Buch einfach nicht kaufen. Vielleicht braucht er auch gar kein Buch, vielleicht fragt er Freunde, Kollegen, hat einen Newsletter abonniert oder schaut Elternplanet Videos. :-)

Ich bin dagegen, Bücher verbieten zu lassen, ausser sie rufen zu Gewalt oder Hass auf. Bücher soll/darf man lesen können. Auch wenn sie kontrovers diskutiert werden. Auch wenn man heute vielleicht andere, (bessere?) Möglichkeiten hat.
Man soll sie lesen dürfen, um sich eine eigene Meinung zu bilden, um sich dann dafür oder dagegen zu entscheiden.
Deshalb unterschreibe ich solche Petitionen nicht.

 

 

  • A.

    Hallo Elternplanet,

    ich kann mich Ihrer Meinung anschließen. Ich glaube Sie haben richtig gehandelt und ihr Kind „trotzdem“ mit der nötigen Liebe erzogen. Es hat nicht nur Sie vor dem Bournout bewahrt, sondern auch Ihrer Tochter geholfen. JA auch als Mutter hat man am Tag mal ein Recht auf einige Päuschen vom Mutterdasein.

    ÄltereMutter sagt: „ich sage (aus Erfahrung & Überzeugung): Wer Kinder in die Welt setzt,
    muss sich auch, in gewisser Weise bedingungslos, mit deren
    Lebensäußerungen auseinandersetzen, wenn man so will: phasenweise
    opferbereit sein.“

    Da hat Sie Recht. Niemand kann aber 24 Stunden am Tag opferbereit sein und bedingungslos für sein Kind da sein. Essen, Toilette uns Schlaf müssen wenigsten auch für eine Mutter ausreichend (also gerade genug) möglich sein. Älter Mutter möchte von Ihnen phasenweise Opferbereitschaft. Das alles macht eine Mutter. Eben phasenweise-nicht ständig. Sie haben also eigendlich die Kriterien von ÄlereMutter erfüllt. Auch wenn diese das ganz anders meint. ;-)

    Lassen Sie sich nicht immer von Menschen mit einer anderen Meinung hoch nehmen. Die beharren stur auf ihrer einzigen richtigen Meinung und alle Welt muss sich nach ihnen richten. Diskussion zwecklos. Freuen Sie sich an Ihrer Tochter und genießen Sie die Zeit mit ihr.

  • Sich kümmern, helfen, trösten, dabei sein, aber nicht: sich selber aufgeben. Nur wenn es mir gut geht, kann ich mich auch gut um meine Kinder kümmern. Wenn ich merke, dass mir ein 3-stündiges Einschlafritual mit meinem Kind, die Kräfte raubt, dann muss ich versuchen daran etwas zu ändern. Eine Möglichkeit zu finden, die mich nicht an den Rand meiner Kräfte bringt. Wie die aussieht, soll jeder für sich selber bestimmen.
    Wenn man 3 Stunden am Bett sitzen bleiben will und auch die Beziehung das über längere Zeit aushält, dann soll man das so machen.

    Und diesen Satz, wer Kinder in die Welt setzt, der muss dies oder jenes tun, den möchte ich nicht weiter kommentieren…
    Danke für deine Rückmeldung, aber ich denke wir haben hier grundsätzlich eine etwas andere Einstellung.

  • ÄltereMutter

    @Elternplanet: „Man ist nicht Mutter, sondern auch Partnerin und man hat auch am Abend
    ein Recht auf ein bisschen Ruhe und Zweisamkeit. Man kann/darf 3 oder
    mehr Stunden am Bett seines Kindes verbringen. Wenn man das aber nicht
    mehr möchte, dann sucht man eine andere Möglichkeit, welche das ist, ist
    jedem selber überlassen.“

    Huuuh. Welche das ist, ist jedem selber überlassen? Diesen Satz möchte ich nicht weiter zerflücken.

    Ich sage (aus Erfahrung & Überzeugung): Wer Kinder in die Welt setzt, muss sich auch, in gewisser Weise bedingungslos, mit deren Lebensäußerungen auseinandersetzen, wenn man so will: phasenweise opferbereit sein. Mein Mann und ich hätten nie Ruhe und Zweisamkeit genießen können, während es unserem Baby nicht so gut ging.

  • Ich kann und will hier nicht alles kommentieren, was du geschrieben hast. Ich kann einiges nachvollziehen, einiges aber auch nicht.

    Ich glaube wenn du den Artikel aufmerksam gelesen hast, dann weisst du, dass ich diese Petition anprangere und auch ein kleines bisschen dieses „Wir nehmen uns das Recht zu sagen, was richtig ist und was falsch.“ Unsere Tochter hat genau 1 Stunde gebraucht, sie hat geweint, aber ich war bei ihr, hab sie begleitet, mit ihr ruhig geredet, sie getröstet und ihr beim Einschlafen geholfen. Das war keine Folter und das zog auch keine seelischen Schäden nach sich.
    Eltern wollen für ihre Kinder immer das Beste. Kinder unendlich lange sich selber zu überlassen, unkontrolliert schreien zu lassen, gehört sicherlich nicht dazu. Kinder aber zu begleiten, ihnen zu helfen, selber den Schlaf zu finden, sie nicht immer und immer wieder aus dem Bett zu reissen, ist für mich in Ordnung. Ich persönlich habe viel mit Eltern zu tun und ich habe noch nie jemanden getroffen, der sein Kind ganz alleine sich überlassen und es einfach nonstop schreien gelassen hat.
    Man ist nicht Mutter, sondern auch Partnerin und man hat auch am Abend ein Recht auf ein bisschen Ruhe und Zweisamkeit. Man kann/darf 3 oder mehr Stunden am Bett seines Kindes verbringen. Wenn man das aber nicht mehr möchte, dann sucht man eine andere Möglichkeit, welche das ist, ist jedem selber überlassen.

  • Birgit Lehner, Wien

    Liebe Eltern, Großeltern, ErzieherInnen, BetreuerInnen, BabysitterInnen etc.

    1. Der Aufschrei gegen diese Petition kommt von Menschen, die einerseits meinen, Erziehung sei Privatsache, und andererseits die Gefahr von Schlafprogrammen („konditioniertes Schreienlassen“) nicht (er)kennen. Es gibt aber in der Tat mittlerweile zahlreiche wissenschaftliche Forschungsergebnisse, die die möglichen schädlichen Auswirkungen von Stress auf die psychische und die Entwicklung des Gehirns von Babies dokumentieren (etwa eine erhöhte Disposition für spätere psychische Erkrankungen, bis hin zu genetischen Schäden. Nachzulesen etwa auf http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-10781-2009-11-10.html, http://www.laekh.de/upload/Hess._Aerzteblatt/2010/2010_04/2010_04_08.pdf oder in den Büchern und auf der Seite des Bindungsforschers Dr. Karl Heinz Brisch (http://www.khbrisch.de/ ) Leider sind diese Erkenntnisse der breiten Öffentlichkeit offenbar noch nicht genügend bekannt, was möglicherweise auch politische Gründe hat.

    2. Dass nicht jedes Kind, das mit Schlafprogrammen konditioniert wird, in gleicher Weise erkrankt, macht diese nicht harmloser. Auch wenn nicht jeder Kettenraucher an Lungenkrebs oder Herzinfarkt erkrankt, ist das gesundheitliche Risiko des Rauchens mittlerweile wohl unbestritten. Dass die Methode meist „funktioniert“, d.h. das Kind meist nach „nur“ drei Nächten Schreien „gelernt“ hat durchzuschlafen, ist weniger ein Beweis für ihre Harmlosigkeit als für ihre
    Gefährlichkeit. Das Kind hat nicht gelernt keine Angst zu haben oder zu vertrauen, es hat gelernt sich anzupassen und aufzugeben. Wer solche Erziehungsmethoden also verharmlost, ohne sich über die Risiken zu informieren, handelt meiner Meinung nach zumindest fahrlässig, ja verantwortungslos.

    3. Zur „Privatsache Erziehung“ ist festzustellen, dass Kindesmisshandlung in unseren Breiten immerhin ein Strafbestand ist. Wenn, ganz abgesehen vom Akt der seelischen Grausamkeit, das gesundheitliche Risiko von Schlafprogrammen ganz bewusst in Kauf genommen wird: Was Anderes soll das sein als Misshandlung eines wehrlosen Kindes? Auch das Argument der Mütter am Rande des Nervenzusammenbruchs kann vor diesem Hintergrund kein Argument für diese Methoden und dieses Buch sein. Das hieße den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Nein, es gibt andere Wege und Mittel, Eltern zu helfen. (Siehe Punkt 7)

    4. Zum Vorwurf des „Zensur“-Aufrufs:
    Dass die UnterstützerInnen der Petition gegen eine Neuauflage des Buchs „Jedes Kind kann
    schlafen lernen“ demnächst zur Verbrennung von Büchern und dann von deren AutorInnen aufrufen werden, ist zwar zunächst nicht mehr als eine Unterstellung. Aber es ist schon anzumerken, dass umgekehrt der Erziehungs-Stil, den die Diplom-Psychologin Annette Kast-Zahn empfiehlt, bis in die Nazi-Zeit zurück verfolgt werden kann, nachzulesen im NS-Bestseller „Die Mutter und ihr erstes Kind“ von Johanna Haarer. Darin fordert die Autorin u.a., wenn das Kind schreie und auch der Schnuller als „Beruhigungsmittel“ versage, „dann, liebe Mutter, werde hart! Fange nur ja nicht an, das Kind aus dem Bett herauszunehmen, es zu tragen, zu wiegen, zu fahren oder es auf dem Schoß zu halten, es gar zu stillen.“
    (Siehe zB http://de.wikipedia.org/wiki/Johanna_Haarer).

    Angesichts des Verbotsgesetz, das die öffentliche „Leugnung, Verharmlosung, Gutheißung und
    Rechtfertigung“ nationalsozialistischer Verbrechen sanktioniert, ist eine Petition gegen eine Wiederauflage dieses Buches ein eher maßvoller Schritt. Zumal die Behauptung, Eltern würden sich ohnehin umfassend informieren, ehe sie diese umstrittene Methode anwenden, leider bestenfalls ein frommer Wunsch ist. Aus Gesprächen in meinem privaten Umfeld ebenso wie aus der Lektüre zahlreicher Foren weiß ich, dass die Realität anders aussieht. Diese Methode kursiert mittlerweile auch ganz ohne Buch unter Eltern – einer empfiehlt sie dem anderen, eben weil sie so schnell „funktioniert“. Das ist tragisch genug. Und schon allein deshalb ist es höchste Zeit, dass diese Methode breit, auch in den Medien diskutiert wird. Und auch die Psychiater sich endlich zu Wort melden – und zwar jetzt, nicht erst Jahrzehnte später, wenn sie die Spätfolgen behandeln.

    5. Die oft geäußerte Behauptung, dass Kinder „verwöhnt“ und automatisch zu Tyrannen erzogen werden, weil man ihre Bedürfnisse als Babies erfüllt – wie übrigens ebenfalls bereits in Frau Haarers NS-Erziehungsbuch nachzulesen – ist schlicht falsch. Diese Meinung ignoriert, dass Kinder verschiedene Entwicklungs-Stadien durchleben. Je mehr Vertrauen ein Baby in seinen ersten Monaten aufbaut, desto selbstständiger wird es später, nicht umgekehrt. „Urvertrauen“ wird, wie der Name nahe legt, in den ersten Monaten aufgebaut, und nicht etwa in der Pubertät.
    In so genannten „primitiven“ Kulturen schlafen Babies übrigens niemals allein, sondern in der Nähe der Eltern bzw. ihrer Bindungs-Personen. (Siehe ZB http://www.fuerkinder.org/kinder-brauchen-bindung/experten-meinen/277-verwoehnen-koennen-babys-und-kleinkinder-zu-viel-zuwendung-bekommen)

    6. Es geht hier nicht um Eltern-Bashing. Natürlich wollen Eltern in der Regel das Beste für ihr Kind. Aber kein Mensch ist unfehlbar. Das Gute ist: Man kann aus Fehlern lernen. Oder „Wer A sagt, muss nicht auch B sagen. Er kann auch einsehen, dass A falsch war.“ Es tut weh, Fehler einzusehen. Aber schlimmer ist, sie zu leugnen und weiterhin zu machen, nur weil man sie nicht eingestehen will. Denn das passiert auf Kosten der Kinder, die Anspruch haben auf unseren
    Schutz und unsere Hilfe.

    7. Es gibt Unterstützung für Hilfe suchende Eltern. Bücher wie etwa „Besucherritze“ von Eva Solmar oder „Schlafen statt Schreien“ von Elizabeth Pantley zeigen Alternativen zu konditionierenden Schlafprogrammen. Institutionen wie etwa das Familylab (http://www.familylab.de/ http://www.familylab.at/) oder Bi.G ® Famiienbegleitung (www.big-familienbegleitung.at) bieten
    Weiterbildung und Workshops für Eltern; Coachings, auch via Skype, bietet ZB „Das Beziehungshaus“ (http://beziehungshaus.at/).

    In diesem Sinn: Lasst es uns doch gemeinsam besser machen!

  • Wenn du auf den Artikel hier „Foltermethode: Schlafentzug“ anspielst, dann hast du vielleicht nicht ganz bemerkt, dass hier ganz viele Artikel mit einem Augenzwinkern und mit viel Ironie geschrieben sind.
    Mit dem Satz „Es gibt nicht die einzig richtige Methode“ ist gemeint, dass ich der Ansicht bin, dass man in Erziehungsfragen aufhören sollte zu missionieren und den Leuten ihre Meinung aufzudrängen. Man kann Tipps und Anregungen geben, Ideen aufzeigen aber dieses: „So, genau so musst du es tun, sonst bist du böse und wirst in der Hölle schmoren“ das mag ich überhaupt nicht.

  • ÄltereMutter

    Ich bin gleichfalls dagegen, das Buch zu verbieten, glaube allerdings auch nicht, dass die Unterschreiber der Petition das wollen (sie möchten nur Aufmerksamkeit fürs Thema schaffen). Allerdings bin ich auch eindeutig den Kritikern zuzurechnen.
    Ich kann das Handeln verzweifelter Eltern nach vielen anstrengenden Nächten nachvollziehen, man verhält sich nicht immer optimal, es gibt keine perfekten Eltern.
    Trotzdem verstehe ich die Buch-Kritiker und ihre Sorge, dass es für kleine Babys schlimm und grausam sein muss oder zumindest kann (!), wenn sie minutenlang weinen – und „kontrolliert“ niemand kommt. Man sollte das, was man in der Not tut, (selbst-)kritisch sehen und nicht von vornherein ausschließen, dass es auch negative Seiten haben kann, selbst wenn der gewünschte Erfolg (Baby ist still) so wunderbar schnell kommt. Hier wird V e r h a l t e n geändert, ohne dass man weiß, wie es mit den Bedürfnissen und Gefühlen der Kleinen aussieht.
    Ich bin nebenbei gesagt auch ein bisschen skeptisch, wenn bei den Befürwortern der JKKSL-Methode immer gleich die Wörter „Demokratie“ (die Buch-Kritiker sind angeblich totalitär) und „Pluralität“ der Erziehungsstile fallen. Zitat: „Es gibt nicht DIE einzig richtige Erziehungsmethode, es gibt viele verschiedene Möglichkeiten. Wir als Eltern sind es, die entscheiden, welche Werte und Fähigkeiten wir in unseren Kindern wecken wollen.“ Ja, ja, das ist im Kern nicht falsch, klar, rechtfertigt aber bei genauer Betrachtung so ziemlich alles, was Eltern mit Kindern machen können. Pluralität hat ihre Grenzen, wenn eine Erziehungsmethode – vielleicht – das betroffene Kind schädigt.
    Und ganz sauer werde ich, wenn Befürworter der JKKSL-Methode mit dem Hinweis, die Herbeiführung von Schlafmangel sei Folter, kommen. Hallo, Folter ist die vorsätzliche schwere Schädigung andere Menschen. Sind Babys neuerdings Folterknechte, die ihren Eltern Böses antun wollen? Welche Haltung zum eigenen Kind!

  • www.monachecinski.npage.de

    Ich habe drei Kinder. Alle drei habe ich zum Thema Einschlafen und auch Weinen lassen sehr verwöhnt. Heute nenne ich das verwöhnt, damals nannte ich das notwendige Zuwendung. Meine errse Tochter schlief mit 9 Monaten noch nicht durch und ich war völlig am Ende – und am Ende hatte ich noch eine Nierenkolik.
    Auch meine anderen beiden Kinder hatten es weder mit dem Alleine-einschlafen und schwer mit dem Durchschlafen. Alles überaus nervenraubend. Schlafmangel gilt übrigens in gewissen Kreisen als Foltermethode :-)
    Hätte ich das Buch damals schon gekannt und die Tipps umsetzen können, was bei meinem damaligen italienischen Mann kaum machbar gewesen wäre, ich hätte es getan.
    Too late for me, but not for other moms today !

    Kinder die nicht lernen, alleine einzuschlafen und durchzuschlafen tendieren dazu, auch später ihre Eltern in der Hand zu haben. Ich will nicht das Wort Tyrann überreizen in diesem Zusammenhang, aber betroffene Mamas werden wissen, was ich meine. Ich spreche aus Erfahrung.

    Herzlich
    Mona Checinski
    http://www.monachecinski.npage.de

  • Cara

    Meine Mutter hat dieses Buch damals bei mir angewendet. Ich war (und bin manchmal immer noch) ein Krawallkind, habe ständig geschrien und stark gefremdelt. Das Buch hat anscheinend geholfen: Ich schlafe inzwischen wie ein Stein und habe mit jetzt 15 Jahren noch keine Bindungsstörungen, gemindertem Selbstbewusstsein oder psychosomatischen Erkrankungen. Wisst ihr wieso? Weil ich nun mal keinerlei Erinnerung daran habe, wie ich als Baby eingeschlafen bin und es ist mir ehrlich gesagt auch völlig egal. Meine Eltern waren ja nicht weniger für mich da oder haben mich weniger geliebt, nur weil sie ihren Schlaf wollten. Für mich steht fest: Eine super Methode und sollte meine Kinder, die ich vielleicht irgendwann haben werde, ähnliches Schlafverhalten wie ich zeigen, werde ich auf diese Methode zurück greifen!

  • Andrea Mordasini, Bern

    Ich befürworte weder obgenanntes Buch (ausser Schlafprotokoll, Abendrituale,…) noch die Ferbermethode (Kind schreien lassen). Doch die Petition unterschreiben werde auch ich nicht. Zudem verurteile ich nicht jene Eltern, die aus purer Verzweiflung auf diese Einschlafmethode zurückgreifen, doch es gibt bessere und fürs Kind harmlosere „Schlafprogramme“ und Ratgeber. Als Mutter zweier guter Ein- und Durchschläfer (Ausnahmen gabs natürlich auch bei uns ;)), masse ich mir auch nicht an, über Eltern mit Schlafentzug und Schreibabies zu urteilen. Was solche übernächtigte und von Dauerschlafmangel gezeichnete Eltern vor allem und in erster Linie brauchen, sind keine Anfeindungen und Kritik, sondern Hilfe, Unterstützung und Zuspruch! Eine gute Freundin, ein guter Freund, eine Nachbarin, ein Nachbar, oder sonst jemand, der die Kinder tagsüber mal übernimmt, so dass sich die leidgeprüfte Mutter etwas von den schlimmen Nächten erholen und sich für ein paar Stunden hinlege kann. Da nützt auch eine Petition nichts daran!

  • Guest

    Ich habe dieses Buch auch, mein Sohn wollte als er zwei Monate alt war auf einmal nicht mehr schlafen. Habe es ausprobiert und ihn einmal noch auf den Arm genommen um zu gucken ob er etwas hat (Schmerzen) oder ob er einfach nur nicht schlafen will und dann habe ich ihn 15 Min alleine gelassen. Seitdem schläft er jede (also fast jede, ab und an hat auch er mal einen Albtraum oder Bauchweh) Nacht durch. Er ist jetzt 2 Jahre alt und ein sehr fröhliches Kind und ich eine gut gelaunte und ausgeglichene Mutter, da ich nachts meinen Schlaf bekomme. Die Art und Weise, wie der Schlaf wissenschaftlich erklärt wird, hat mich total überzeugt! Natürlich würde ich mein Kind keine Stunden schreien lassen, oder ähnliches, aber ich habe gelernt ihn auch mal weinen zu lassen, auch wenn es wehtut.

  • TheSwissMiss

    Das ist ein guter Artikel! Ich finde es sicher auch nicht toll, Kinder ewig schreien zu lassen – vor allem ganz kleine. Allerdings muss ich schon zugeben, dass ich als die Kinder noch kleiner waren auch manchmal an meine Grenze gekommen bin und in so einer Notsituation ist es dann meiner Meinung sicher besser man hält sich an so ein Buch und seine Regeln und versucht es mit dieser Methode, als komplett neben den Schuhen zu sein und seine „Frustration“ dann am Kind auszulassen – das würde dann wohl eher zu „Spätschäden“ führen:)

  • Jenn

    Auch ich bedanke mich für dein Artikel. Ich selbst habe das Buch auch gelesen, fand es als erstlings Mama total schockiert. Aber ich habe einen teil so auch angewendet weil der leidensdruck meiner seits ziemlich gross war.
    Deswegen finde ich für die meisten Bücher muss man den Kopf einstellen umd schauen was will man mit den Tipps anfangen wie passt es in das leben ect….
    Ich denke aus den meisten Bücher kann man etwas mitnehmen auch wen nur „das will ich so nicht machen“

  • Katarina

    Ich bin ebenfalls der Meinung es sei jedem überlassen wie er mit dem Thema umgeht.
    Familienverhältnisse sind so verschieden und auch die Schlafpraktiken.
    Es muss der Situation und den Gemütern passen.
    Ich persönlich habe es geschenkt bekommen, von einer Mama dessen Söhne (10 und 12) intelligente höfliche Jungs, die für mich einfach vorbildich in deren Verhalten waren.
    Bei meinem Jungen habe ich es mit 6 Monaten angewendet und es klappte schon nach 1-2 Tagen.
    Bei unserem Baby jetzt mit 8 Monaten.
    Familienbett war für uns nie das Thema, denn ich habe seit der ersten GEburt einen sehr ausgeprägen Ammenschlaf. Jede Umdrehung meines Mannes weckt mich schon auf. Und der Versuch das Baby bei uns im Bett schlafen zu lassen, brachte mir wahrlich nur SCHLAFLOSE Nächte. Und wie soll man dann den Tag überstehen? Und wie lange hält es mein Körper und Psyche aus?
    Bei mir nur drei Tage. Danach war ich ein Mombie (Mama-Zombie –> hab das neulich gelesen und finde den Begriff so zutreffend).
    Nun schlafe ich, so friedlich wie mein Baby, 2 x 4 Stunden.
    Und wir beide sind gesund und munter!

  • Ja, da gebe ich dir Recht. Der Druck, dass das Baby schon nach 3,5 Tagen zu Hause herrlich seine 8 Stunden durchschläft ist schon sehr gross.

  • K.A

    Ich persönlich glaube, so wie du es praktiziert hast, ist auch nichts verwerfliches daran. Was ich aber total daneben finde sind Eltern, die das fast von Geburt an wollen! Das ist nicht richtig, total falsch und hilft sicher keinem!

  • Melisande Alexandra

    Danke danke danke… für diesen Artikel! Dachte schon nein schon wieder jemand der dieses Buch verteufelt, doch ich hab ihn gelesen deinen Artikel und wie du haben wir es auch zu hause und auch mit 7Monatigem Kind angewendet und siehe da wir hatten alle erholsame Nächte, wir waren ausgeruht hatten wieder Energie für den Tag! Ach, es wird immer solche und solche geben, doch dieses Buch hat uns nun mal geholfen und das finde ich gut so! und wie du so schön schreibst es soll jeder selber entscheiden welche Methode für ihn die beste ist. LG Alexandra