Zwei Kinder? Ist doch voll easy!

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Bevor ich anfange: Ich liebe unsere Kinder. Sie sind toll, lustig, zum Knuddeln und ohne sie wär’s blöd. Sehr sogar.
Aber: Zwei Kinder sind anstrengend. Wirklich jetzt. Viel anstrengender als eins und viel anstrengender als ich gedacht habe. Ich habe vor rund einem Jahr mit jemandem der damals bald zum zweiten Mal Papa wurde, genau darüber philosophiert. Oder besser: Ich hab ihn gewarnt, dass es streng wird. Er hat nur gelächelt und gesagt, dass es ganz bestimmt nicht so anstrengend werden würde.
 

 
Wir haben vor ein paar Tagen diese Unterhaltung wiederholt. Ein kleines bisschen musste ich schmunzeln, als er mir sagte: „Du. Du hattest im Fall Recht.“
Wer jetzt nur ein Kind hat, der möge hier vielleicht jetzt besser nicht mehr weiterlesen. Weil man hat  ja doch die Illusion: „Ach, wenn man ein Kind hat, ist das doch das Gleiche wie zwei. Geht ja grad in einem.“ Pha, denkste sag ich da nur. Aber das sag ich auch erst, seit wir zwei haben.
Ich hatte zwar schon nach der Geburt unserer ersten Tochter das Gefühl, ich käme zu nix und es wäre anstrengend. Um halb drei noch im Pyjama, weil sie Kolliken hatte und ewig lange schrie und ich sie rumtragen musste. *ihrkenntdas
So. Und dann schwuppdiwupp war ich wieder schwanger und wie das so oft ist bei zweiten Kindern, kam der anstrengende Part. Nix mehr mit gemütlich stillen und das Kindchen schläft dann schön im Stubenwagen. Kind Nr.2 war unersättlich. Wollte ständig trinken, war unruhig und mehr als so ein gutes Stündchen schlafen am Stück während des Tages, war nicht. Ständig war sie wach oder quengelte. Dazu noch ein 18 Monate altes Kleinkind mitten in der Trotzphase. Hallelujah!
 

 
Alles freiwillig, ihr habt Recht und das hab ich mir auch gedacht weil ich ja wusste, dass es mit den Jahren dann einfacher wird. „Wenn sie dann so drei oder vier sind, ja dann wird es easy. Dann spielen sie stundenlang zusammen, haben sich ganz doll lieb und alles ist gut. Und eine Zeit lang, war das auch wirklich so. Die hatten sich lieb, spielten schön zusammen. Einfach herrlich.
Trotzdem: Zwei Kinder sind überhaupt gar nicht easy. Nein. Ein Knochenjob. Mit einem Kind konnte ich locker, immer mal wieder ein Päuschen einlegen oder schlafen. Einkaufen? Das war ja fast ein Spaziergang. Wer’s nicht glaubt, geht gerne mal in den Supermarkt mit zwei Kindern, im besten Trotzalter oder einem Trotzkopf und einem Säugling, der natürlich bei der Kasse unglaublich Hunger hat. *SchweissvonderStirnwisch
Unzählige Beispiele gäbe es da noch aufzuzählen, aber das soll ja jetzt kein Plädoyer für die 1-Kind Familie werden.
Manchmal, wenn unser Duo, mittlerweile zehn und fast neun, grad wieder ziemlich anstrengend ist und dann eines von beiden irgendwo auswärts übernachtet hat, dann denkt man sich: „Wow, wie easy, wie extrem entspannt, das mit einem Kind ist. Wie konnte ich damals nur denken, dass es mit einem Kind streng ist. Gebt’s zu, das habt ihr euch bestimmt alle auch schon mal gedacht.
Ich will jetzt nicht sagen, dass ich ein Kind wieder zurück geben möchte. Also, ehm,  wenn ich ehrlich bin: Doch manchmal schon. :-)
Natürlich ist es ganz toll, wenn sie sich vertragen, wenn es mal so ne tolle, harmonische Phase gibt. Ihr wisst schon: So wie in der Toffifee und Kinder-Pinguin Werbung: Sie spielen zusammen, toben im Garten herum, teilen sich fröhlich ihre Frucht, pflücken Blumen und winken einem zu.
Aber häufig ist es sehr herausfordernd und man braucht viel Nerven. Vielleicht ist es anders, wenn man ein Mädchen und einen Jungen hat. Aber mit zwei Mädchen. Uiuiui.
Und soll ich euch noch etwas Schlimmes verraten? Es wird mit den Jahren nicht weniger anstrengend. Im Gegenteil.
Nur, wenn sie vielleicht grad im Pfadilager sind.
Beide.