Ich packe meinen Koffer…immer ganz spät

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Eigentlich sollte ich ja jetzt packen. Oder mir zumindest Gedanken übers Packen machen. Nicht hier bloggen und euch vorjammern, wie ungern ich packe. Aber ich packe wirklich sehr, sehr ungern. Letztens, und das ist sicherlich schon eine Woche her, treff ich eine Bekannte:
Sie: „Am Samstag in einer Woche geht’s ab in die Skiferien. Geht ihr auch?“
Ich: „Ja, ich freu mich schon.“
Sie: „Uh ja, ich auch. Aber noch so viel zu tun. Ich bin jetzt schon am Packen.“
Ich: „Ehm. Jetzt schon?

Sie: „Ja, ich packe immer schon so früh, dann hab ich keinen Stress.“
Ich: „Ja, das ist prima, wenn man das schon so früh macht.“
Voll gelogen natürlich. Ich pack doch nicht fast zwei Wochen vorher. Da brauch ich ja alle Sachen noch. Und erst wenn ich ein bitzli im Stress bin, pack ich effektiv und zügig. Am Abend vorher hol ich die Köfferchen aus dem Keller. Und dann mach ich zuerst ganz viele andere Sachen, wie Kaffee trinken, die letzte Folge Desperate Housewives schauen, die Küche aufräumen (auch sehr wichtig), die Wäsche zusammenlegen (äusserst wichtig), ein bisschen bei What’sApp mit Ruthli chatten und ihr vorjammern, dass ich überhaupt nicht gerne packen tu. Und ganz neidisch, denk ich an all diejenigen, die schon vor Wochen alles parat gelegt haben und jetzt ganz entspannt ihre Koffer und Taschen schon ins Auto tragen können. Und dann ess ich erst einmal eine Kinderschoggi, guck ob ihr bei Facebook was auf der Elternplanet Seite geschrieben habt, beantworte noch eine Forumsfrage und dann endlich, endlich hol ich mal die Unterhosen aus dem Kleiderschrank. Die pack ich nämlich immer zuerst ein. Und dann die Socken und Strumpfhosen. Und dann werd ich schon wieder abgelenkt und muss schon wieder eine Pause machen. Der Stress ist einfach noch zu wenig gross, schliesslich hab ich ja noch fast 17 Stunden Zeit, bis wir losfahren. Noch ein paar Pullover reingestopft, Handschuhe, Mützen und die Wärmesohlen für die Skischuhe und den Rest, ja den mach ich dann am nächsten Tag.
So war das letztes Jahr. Und so wird es auch dieses Jahr wieder sein. Am Samstag renn ich wie ein wildgewordenes Huhn kreuz und quer in der Wohnung rum, weil ich die Hälfte nicht finde. Und wie immer fahren wir mindestens 1,5 Stunden später als eigentlich geplant los und kehren mindestens einmal noch um, weil wir dann doch was ganz wichtiges vergessen haben. So wie das Ladegerät fürs iPhone, meinen allerliebsten Lipgloss oder meine unheimlich wirkungsvolle Augencrème für die Nacht. *ihrwisstwasichmeine
Ein bisschen gezofft haben wir uns bis zu diesem Zeitpunkt meistens auch, inkl. mindestens einmal kurz die Kinder angemotzt.
Und dann: Dann sind wir endlich, endlich in den Bergen mit Mann und Kind. Der Packstress ist vergessen. Die Kinder sind dieses Jahr auch noch einmal ein paar Tage in der Skischule. Hurra! *jaeinbisschenüberredenmusstenwirsie
Jetzt einfach nur noch eine Woche lang die Pisten runtersausen und geniessen. Jetzt brauchen wir nur noch etwas Sonne und alles wird gut.

 

„Ehm, wo haben wir eigentlich die Sonnencréme?“ –
„Die steht doch noch auf dem Tisch im Wohnzimmer.“ –
„Und warum hast du sie nicht eingepackt ?“ –
„Ja, weil ich gemeint habe, dass du sie dann noch mitnimmst.“

Egal. Da wo wir hinfahren, hat es ja Gott sei Dank Menschen, Infrastruktur und auch einen Supermarkt.