Die Speisekarte an der Haustüre

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Also eigentlich sind unsere Kinder ja recht gute Esser. Sie essen den Fenchel, den Brokkoli, ja sogar die Thaliändische Wok-Pfanne wird akzeptiert. Wobei die ältere Tochter eindeutig die Nase vorn hat, sie isst wirklich praktisch alles. Da kann sogar ich nicht mehr mithalten. Und trotzdem haben wir regelmässig am Mittag Diskussionen übers Warum, weshalb und überhaupt?

 

 
Das hört sich dann etwa so an:
Die Tür geht auf:
Tochter 1: „Was gibt’s zu essen?“
Ich: „Hallo, geht’s dir gut?“
Tochter 1: „Ich will nicht Reis essen. Ich mag keinen Reis.“
Ich: „War’s gut in der Schule? Wieso weisst du dass es Reis gibt“
Tochter 1: „Ich rieche das. Warum gibt es immer Reis?“
Tür geht wieder auf und Tochter Nr. 2 kommt herein:
Tochter Nr. 2: „Gibt’s Hähnchen?“
Ich:“Ehm, nein es gibt keine Hähnchen.“
Tochter Nr. 2: „Warum gibt es keine Hähnchen, was gibt es dann?“
Ich:“Hallo, ich hoffe es geht dir gut.
Tochter Nr. 2: „Nein, wenn es keine Hähnchen gibt, geht es mir überhaupt nicht gut. Du hast letzte Woche gesagt, es gäbe wieder mal Hähnchen.“
Ich: „Ja letzte Woche, hab ich gesagt, es gäbe irgendwann mal wieder Hähnchen, aber ich habe nicht gesagt, dass es GENAU heute Hähnchen gibt.“

Ich hab Hunger, bin genervt und hab ehrlich gesagt keine Lust auf irgend welche Essensdiskussionen. Was tun?
Wenn ich zur „Ich-mach-für-eine-Woche-den-Essensplan“ Gruppe gehören würde, dann wär das ja viel weniger ein Problem. Einfach immer früh genug ankünden, welches Menü es gibt und die Enttäuschung ist dann etwas weniger gross. ABER: Ich gehöre eben nicht zur „Ich-mach-für-eine-Woche-den-Essensplan“ Gruppe. Es ist für mich schlicht unmöglich, am Montag schon zu bestimmen, was ich denn am Mittwoch essen möchte.
Was also tun, damit wir am Mittag nicht ständig diese „Warum-gibt’s-das-und-nicht-jenes-Essen“ Diskussionen haben?

Heute hatte ich grad so spontan eine Idee dazu. Es scheint so, als ob meine (und wahrscheinlich auch noch ganz viele andere Kinder) einfach gerne wüssten, was es am Mittag zu essen gibt. Deshalb hab ich ein weisses Blatt genommen und ganz unspektakulär das heutige Menü drauf geschrieben und an die Türe geklebt. Zugegeben etwas überrascht waren sie schon, meine Mädels als sie diesen Zettel an der Türe gesehen haben und natürlich haben alle Nachbarskinder auch gleich alles mitgelesen. Ok, das mit dem „Nicht motzen“ das hätte ich auch weglassen können, aber es hat halt grad gepasst.

 
Und morgen mach ich wieder so einen Menü Zettel, nur kleiner, z.B auf einem Post-It. Das ist dann so ein bisschen wie im Restaurant, wo man das Menü sieht, bevor man rein kommt. Und vielleicht zeichnen die Mädels dann noch selber so eine kleine Menüvorlage, dic ich bloss noch zu kopieren brauche.
 
Ach ja: Ganz ohne Regeln geht es natürlich trotzdem nicht. Wer in Zukunft trotzdem motzt, der geht rauf ins Zimmer und isst dann nachher einfach ganz alleine und räumt den Tisch ab.
Guten Appetit!

  • Yvonne

    gute idee :)

    ich kann auch unmöglich vorplanen und einkaufen – im endeffekt haben wir dann doch wieder hunger auf etwas anders :)