12 Uhr – Einsatz des Dompteurs

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Gerade den Tisch gedeckt und in Ruhe noch ein paar Mails erledigt. Und mit Ruhe meine ich: Ruhe. So still und gemütlich, keinen Lärm und kein „die-hat-mir-einen-Stupf-ans-Bein-gegeben-Geschrei“. Und dann um zwölf Uhr, ist’s mit eben dieser vorbei. Die lieben Kinderlein kommen aus der Schule. Ich merk immer schon wie die Stimmung bei den Kids ist, je nach dem wie die Türe aufgeht und welcher Satz als erstes gerufen wird.

 


Geht die Türe gemächlich auf und ich hör ein mittellautes: „Hallo Mama“, dann ist das ein gutes Zeichen.Geht die Tür zackig auf und ich hör als Erstes: „Was gibt es zu essen?“, dann sieht die Situation schon etwas anders aus. Sag ich dann z.B „Fischstäbchen“ oder „Tortellini“ dann kann es trotzdem noch ein ganz guter Mittag werden. Liegen in der Pfanne aber zum Beispiel Resten vom Vortag, dann stehen die Zeichen auf Sturm. (Das Sprüchli mit den „Armen Kindern in Afrika“ und „das Essen soll man nicht wegwerfen“ hab ich mir inzwischen abgewöhnt).
 

 
Nicht unglücklich bin ich, wenn nicht beide zur gleichen Zeit nach Hause kommen. Dann gibt’s kein Gerangel beim Schuhe ausziehen, keine Diskussion wer jetzt zuerst etwas erzählen darf. Ich wär sehr dafür, dass sich die Schule da etwas abspricht und nicht alle Kinder zur gleichen Zeit nach Hause gehen lässt. Die Grösseren so 5-10 Minuten später, dann gibt’s keinen Stau und weniger Stress beim nach Hause kommen. Ich glaube ich werde mal eine Facebookgruppe dazu gründen.

Mittagszeit = Ausnahmesituation
Hungrige Kinder sind etwa so anspruchsvoll und anstrengend wie kranke Männer. (Oder ihr dürft hier selber eine vergleichbar ähnliche anstrengende Situation einsetzen).
Empfehlen kann ich deshalb: Alles muss parat sein, kein Tisch decken mehr, Salat waschen, Geschirrspülmaschine ausräumen. Wenn sie da sind, einfach nur: Hopp an den Tisch.

Wenn die Türe aufgeht, dann bin ich meistens so ein bisschen der Verkehrs-Einweiser. Ihr wisst schon, der mit dem Leuchtstab rumfuchtelt und mit klarer Stimme sagt, wo man denn jetzt bitte das Auto parkieren soll. Gut, Leuchtstab hab ich keinen, aber meine klare Stimme nehme ich schon hervor, vor allem dann, wenn ich merke, dass die Stimmung eh schon etwas explosiv ist. Ich verwickle also Tochter 1 in ein Gespräch, weise sie dann auch gleich kurz darauf hin, dass die Schuhe in den Schrank gehören, schaue, dass sie rechtzeitig den Platz auf der Treppe für Tochter 2 freigibt, damit die dann in Ruhe ihre Stiefel ausziehen kann. Erkläre dann ruhig, dass es das gewünschte Essen dann an einem anderen Tag wieder gibt, schicke Tochter 1 dann gleich zum Hände waschen, damit es auch im Bad keine Kollision gibt. Und dann, dann können wir endlich essen. Uff!

 

  • Melanie

    Hihi:-)) musste schmunzeln beim lesen! Aber kann ich mir sehr gut vorstellen! So gehts bei uns morgens zu und her! Wem wird jetzt zuerst geholfen mit anziehen und wer ist als erster auf der Treppe …. Unglaublich!