Durchsuche: motivieren

Manchmal wärs schon toll, wenn man so ein kleines „Tarn-Mäntelchen“ hätte. So ein kleines, schwarzes, unscheinbares. Das könnte man dann einfach über alles drüber werfen, was grad nervt: Über motzende, laute, ausfallende, augenrollende Teenies. Über besserwissende Supermuttis auf dem Spielplatz oder im Babyschwimmen. Über Wäscheberge, die seit Tagen rumliegen und man schon längst bügeln sollte. Über unaufgeräumte Kellerregale. Über den amerikanischen Präsidenten. Über den unausgeräumten Geschirrspüler. Über die grauen Haare auf dem Kopf. Und vor allem über: Unaufgeräumte, sehr chaotische Kinder- und Teeniezimmer. Ich glaube so ein Mantel, der ein ganzes Kinderzimmer Chaos im Schwuppdiwupp-Modus in eine aufgeräumte Bude verwandeln…

Echt. Manchmal ist es wirklich zum Schreien: Alles liegt mal wieder in der Wohnung herum und beim Essen wird nur gemotzt. Will man helfen, ist es auch nicht recht, streiten tun sie auch immer, im Zimmer herrscht ein Mörder-Chaos und irgendwie läuft einfach ALLES schief. Den Frust schreibst du dir auf Facebook von der Seele, schreibst wie doof sich deine Kinder mal wieder DAUERND benehmen, dass du IMMER schimpfen musst, dass sie NIE das tun, was du von ihnen möchtest. Je mehr du dich darüber ärgerst, je mehr du darüber schreibst oder dich bei der besten Freundin ausheulst, umso schlimmer kommt dir…

Liebe, kleine Monster sind manchmal laut, wild, launisch, frech, manchmal aufmüpfig, ungehorsam und störrisch. Sie müssen Dinge ausprobieren, in die Hände nehmen, fühlen, spüren, sie kneten, auf den Boden schmeissen, sie betrachten, schmecken, sie auch mal wieder ausspucken. Sie brauchen viel Zeit, denn sie müssen alles was es in ihrer Monsterwelt gibt bestaunen, sie müssen manchmal stehen bleiben, auf den Boden sitzen. Sie müssen Dinge immer und immer wieder hören und nachahmen können, damit sie sie begreifen und verstehen. Liebe, kleine Monster müssen manchmal ihre Wut hinausschreien, sich auf den Boden werfen, mit den kleinen Füssen stampfen. Sie müssen manchmal auch…

„Ich kann das nicht!“ schreit Tobias und pfeffert ein paar Puzzle-Teile an die Wand. Seine Mutter kennt Tobias Ausbrüche nur zu gut. „Geringe Frustrationstoleranz“ hat der Kinderarzt gesagt.
Langsam weiss sie, wie sie ihn wieder beruhigen kann. Sie setzt sich neben ihn, redet ihm gut zu und hilft ihm mit dem Puzzle. Am Ende ist Tobias stolz auf das Puzzle. Seine Mutter meint: „Siehst du, du kannst es doch!“
Warum macht Tobias so ein Theater, wenn er etwas nicht auf Anhieb beherrscht? Und wie könnte man die vielbeschworene „Frustrationstoleranz“ erhöhen?

Belohnungstafeln, mit Smileys, traurigen Gesichtern und schwarzen Wolken. Oder der Pointy zum Eingeben von Punkten, wenn Kinder brav waren oder anständig gegessen haben, Daumen hoch und Daumen runter Symbole, Punktekarten? Soll man Kinder für bestimmtes Verhalten belohnen? Wenn ja warum, was bringt’s und was sollte man beachten? Ich versuch meine Meinung dazu mal so ein bisschen zu erläutern. Also. Es gibt durchaus manchmal Situationen, in denen man eine zusätzliche Motivation gut gebrauchen kann. Das geht uns Erwachsenen nicht anders als Kindern. Wir bekommen diese in Form von Cumulus Punkten, Super Bonus-xy Rabatten, wir genehmigen uns einen Kaffee, ein Schoggistängeli, kaufen…