„Ich will doch nur mal wieder ein bisschen schlafen!“

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Im Land der Eltern gibt es nichts, was es nicht gibt:
Wir haben voll schwenkbare Luxusbabywagen, automatische Milchmaschinen fürs Baby-Fläschchen, kleine Dampfkocher, Windeleimer mit Pfirsichduft, beheizbare Wickeltische, Kinder-Äpfel (so ganz kleine, teure) Töpfchen die während dem Pipimachen lustige Musik abspielen. Es gibt Zauberkissen, für jedes Problemchen ein Massageöl, (Hunde)leinen für wilde Kinder, Plüschbären die Gebärmuttergeräusche nachahmen.
Der Markt ist riesig und für jedes noch so kleine Problemchen unseres Nachwuches gibt es irgend ein tolles Produkt.
Nur etwas gibt es nicht:
Die „So-schläft-mein-Kind-fröhlich-schnell-und-ohne-Geschrei-ein-und-durch-und-bleibt-dann-auch-noch-gleich-die-ganze-Nacht-in-seinem-Bett“ Maschine.
Einmal das Kindlein dort reinstecken, am morgen wieder raus nehmen und das Ein- und Durchschlafen ist auf immer und ewig einprogrammiert.
Die Kosmetikindustrie würde keine Concealer mehr verkaufen, der Kaffeekonsum würde drastisch zurück gehen, es gäbe keine Schlafens-Diskussionsschlachten in Foren und in Sozialen Netzwerken mehr und der Erfinder dieser Maschine könnte sich eine ziemlich grosse Insel in der Karibik kaufen.

Tja.
Es gibt keine solche Maschine.
Es gibt auch nicht DIE super Antwort auf die „Ein- und Durchschlaf-Frage“. Die Frage, die fast alle Eltern beschäftigt und es gibt nicht DIE EINZIG richtige Methode, wie man Kindern lernen kann ein- und durchzuschlafen.
(Auch wenn uns das 23 476 Erziehungsbücher immer und immer wieder weismachen wollen).
Was ist schon richtig?
Und warum eine Methode?

Und was bedeutet das eigentlich genau?
Möglichst schnell still sein?
Möglichst früh schlafen oder möglichst lange?

„So lernt das Kind richtig einzuschlafen!“

„Ha!
DUUUU Frau Elternplanet willst uns hier weismachen, dass DUUUU die Antwort auf diese Frage weisst?
Glaubst du ja selber nicht…“

Nein. Ihr habt Recht.
Ich kann euch hier nicht DIE ULTIMATIVE Lösung anbieten, sonst hätt ich schon längst einen fetten „SO-schläft-dein-Kind-garantiert-und-immer-ein-und-durch“ Ratgeber geschrieben und würde auf einer schönen Insel, Kokosmilch aus frischen Kokosnüssen schlürfen und mir viele Bailnesische Massagen gönnen…
Da ich aber fast jeden Tag irgend einen Hilferuf zum Thema „Schlafen“ bekomme, hab ich mich jetzt doch entschieden, dieses Thema aufzunehmen und dazu mal ein paar Sachen aufzuschreiben.
Meinen Senf sozusagen. Meine Tipps, Erfahrungen, Ideen und Ratschläge.
*eskönntealsoeinbisschenlängerwerden

Wer mit der eigenen, resp. mit der Schlafsituation seiner Kids zufrieden ist und denkt:
„Für mich stimmt es voll und ganz. Ich liege gerne jeden Abend noch zwei Stunden neben meinem Kind.
Es darf jederzeit zu uns ins Elternbett kommen. Es spielt keine Rolle, wenn es in der Nacht immer aufsteht oder laut nach mir ruft. Mein Kind braucht mich halt in der Nacht, so wie ich eigentlich meinen Schlaf brauchen würde…“ der kann sich glücklich schätzen:
In dem Fall hat er oder sie SEIN EIGENES Rezept gefunden, braucht also auch keine Tipps und Ratschläge, muss hier auch nicht weiter lesen und macht einfach genau so weiter wie bis jetzt.

Für alle Anderen, die unzufrieden, total erledigt, erschöpft, müde, ausgelaugt, hässig und manchmal vielleicht sogar ein bisschen wütend auf die eigenen Kinder sind, für die ist dieser Text.

Babys von 0-6 Monate

Wenn Kinder auf die Welt kommen, dann haben die Allermeisten noch überhaupt gar keinen Rhythmus. Sie trinken wenn sie Hunger haben und schlafen dann, wenn sie halt schlafen. Einfach so, wie es ihnen grad so passt. Das ist ganz normal, man muss da nix tun.
Natürlich könnt ihr euch trotzdem mal dieses lustige Video anschauen :-)


Falls ihr zufälligerweise eines dieser seltenen „Es-schläft-5-Stunden-am-Stück-Babys“ habt:
Freut euch und behaltet es am besten ein bisschen für euch. Postet diese wunderbare Nachricht lieber nicht in Mamigruppen und erzählt sie vielleicht auch nicht unbedingt den Müttern, die sehr übernächtigt aussehen…


Also:

Bis 6 Monate gibt es überhaupt gar keinen Grund irgend etwas zu ändern.
Babys schlafen übrigens nicht extra NICHT ein, um uns Eltern zu ärgern.
Babys brauchen ganz viel Zuwendung, Nähe und eine ruhige Umgebung.
Tipp:
Hört auf euer Gefühl und auf euren gesunden Menschenverstand. IHR spürt genau, WAS euer Baby braucht. Lasst euch nicht von hässigen FB Posts verunsichern.
Wenn es für EUCH stimmt, dann lasst euer Kind bei euch auf dem Bauch einschlafen, nehmt es ins oder neben euer Bett, füttert es, wenn es Hunger hat. Legt euch während dem Tag auch mal kurz hin wenn das Baby schläft und habt kein schlechtes Gewissen dabei.
Wenn ihr noch ein grösseres Kind habt, dann schaut unbedingt darauf, dass es eine Mittagspause macht, damit ihr wenigstens in dieser Zeit ein bisschen zur Ruhe kommt.

Babys ab 6 Monaten:

Hört auf euer Gefühl und auf euren gesunden Menschenverstand. IHR spürt genau, WAS euer Baby braucht. Lasst euch nicht von hässigen FB Posts verunsichern.
Tipps:
Falls das Kind im eigenen Bettchen schläft, könnt ihr ihm z.B ein T-Shirt von euch dazu legen. Wenn es einen Schnuller braucht, dann legt ihr ihm am besten grad ein paar davon ins Bett. Wenn es wach wird und danach sucht, zeigt ihm mit der Hand WO es einen davon findet und helft ihm, diesen in seinen Mund zu stecken, damit es das irgend einmal dann selber kann…
Wenn ihr fast gar nicht zum Schlafen kommt, holt euch frühzeitig Hilfe. Wenn ihr einen Partner habt, dann lasst diesen zum Beispiel am Wochenende Mal den Nachtdienst übernehmen. Gebt das Kind mal einer lieben Nachbarin, Freundin oder Patentante, damit die mit ihm ein Stündchen spazieren geht. Oder gleich zwei.
Lasst dann den Haushalt liegen und pennt eine Runde.

Kleinkinder ab ca. 1 Jahr:

Hört auf euer Gefühl und auf euren gesunden Menschenverstand. IHR spürt genau, WAS euer Kind braucht. Lasst euch nicht von hässigen FB Posts verunsichern.
Tipp:
Wenn während dem Tag ziemlich viel los war, kommen die Kinder schlechter zur Ruhe, weil sie einfach zu viele Eindrücke verarbeiten müssen.
Deshalb:
Weniger ist mehr.
Nehmt euch nicht zu viel vor und versucht die Tage immer ein bisschen ähnlich zu gestalten.
Schaut am besten auch, dass die Kinder mind. 6 Stunden wach sind, bevor ihr sie am Abend ins Bett schickt. Also auch mal den Mittagsschlaf etwas kürzen.

Rituale sind ganz wichtig

Lasst den Tag immer gleich ausklingen. Schaut, dass ihr nach dem Abend-Essen noch etwas Zeit mit eurem Kind verbringen könnt. Ein Spiel spielen, ein Puzzle machen, etwas zeichnen, den Rücken massieren… usw.
Oftmals fehlt diese Zeit ein bisschen, weil man die Kinder ja dann doch mal im Bett haben möchte und genau diese Zeit fordern sie dann halt ein, wenn sie im Bett liegen. Sie rufen dann immer und immer wieder und kommen aus dem Bett, weil man ihnen diese „wertvolle“ Zeit nicht mehr gewährt hat.

Den Abend ruhig gestalten

TV gucken direkt vor dem ins Bett gehen, kann manchmal dazu führen, dass die Kinder wieder völlig aufdrehen und überhaupt nicht mehr müde sind.
Denn: Fiktive Geschichten wühlen auf und Kinder fiebern bei Büchern und besonders bei TV Filmen und Serien stark mit. Falls das bei euch ein Problem ist, dann die TV Zeit lieber vor dem Nachtessen einplanen.
Nach dem Essen, dem Spielen (Aufmerksamkeit durch Mama oder Papa) und nach dem Zähneputzen, könnt ihr zum Kind aufs Bett sitzen, zusammen ein Buch anschauen, danach noch etwas kuscheln, plaudern und danach Gute Nacht sagen.
Das Plaudern ist sehr wichtig, dann haben die Kids noch etwas Zeit mit euch und ihr könnt zusammen den Tag Revue passieren lassen.

Einen guten Schlusspunkt finden

„Du darfst noch ein bisschen in deinem Zimmer spielen, ein Buch anschauen oder Kassetten hören“.
Was bei einigen Kindern gut funktioniert, klappt bei anderen überhaupt nicht. Sie kommen danach immer und immer wieder aus dem Bett und wollen noch dies oder jenes.
Das passiert deshalb, weil sie „alleine gelassen“ werden und es keinen richtigen Schlusspunkt gibt. Der Tag wird irgendwie nicht richtig „beendet „.
Falls das bei euch der Fall ist:
Geht einfach nochmal kurz rein, singt vielleicht noch ein Lied, schliesst den Tag richtig ab, sagt Gute Nacht und geht dann raus.
Manchmal kann auch ein Zaubertrank beim Einschlafen helfen.
Schaut mal hier:
(Achtung! Das ist eines der allerersten Elternplanet Videos überhaupt… :-)

Sich klar und ruhig von den Kindern verabschieden

An dieser Stelle noch einmal der Hinweis:
Falls ihr bei euren Kindern am oder bei ihnen im Bett bleiben wollt und das für euch alle so passt, dann sind die nächste Tipps und Ideen für euch überflüssig.
Wenn nicht, dann lest einfach weiter.

Versucht euch klar und ruhig vom Kind zu verabschieden. Sagt, dass es im Bett BLEIBEN soll und dass ihr euch am nächsten Tag wieder sehen werdet. Sagt auch, dass jetzt eure Mama/Papa -Zeit beginnt und dass ihr diese auch verdient habt.
Sagt den Kindern ebenfalls, dass ihr sie lieb habt und dass ihr jetzt noch ein bisschen Zeit für euch haben und noch etwas für euch machen wollt.
Wenn sie wieder aus dem Bett kommen, dann bleibt euch nix anderes übrig, als sie ruhig aber bestimmt wieder ins Bett zu bringen. Immer und immer wieder.
(Falls ihr euch um die Nachbarn sorgt, besprecht das vorher in Ruhe mit ihnen und sagt ihnen was ihr vorhabt und dass es vielleicht die nächsten paar Nächte etwas turbulenter werden könnte…)
Ihr könnt mit euren Kids zum Beispiel auch abmachen, was sie tun könnten, wenn sie noch nicht gleich einschlafen können. Vielleicht leise ein Liedchen summen, eine Geschichte ausdenken, noch ein bisschen mit dem Plüschtier reden usw.
Als Unterstützung könnt ihr es vielleicht auch mal mit Schüssler Salz Nr. 7 (Magnesium) probieren. Das könnt ihr z.B auch gleich in den „Zaubertrank“ geben.

Ganz wichtig ist, dass ihr euch vorher überlegt, ob ihr an der Situation tatsächlich etwas ändern wollt und ob ihr euch wirklich sicher seid. Ich habe das Gefühl, dass Kinder das ein bisschen spüren, also wenn die Eltern „zögern“ und denken: „Ach. Leg ich mich doch zu ihm hin bis es schläft. Das ist doch ganz toll, auch wenn es länger dauert.“
Wenn das für euch so passt, dann macht es auch weiterhin. Denn ändern könnt ihr es nur, wenn ihr überzeugt seid davon und ein gewisser „Leidensdruck“ besteht.

Den richtigen „Zu Bett geh“ Moment erwischen

Manchmal kann es helfen, die „zu Bett geh Zeit“ etwas nach hinten zu verschieben. Das bringt manchmal mehr, als wenn die Kids ewig lange wach im Bett bleiben. Vielleicht sind sie einfach zu wenig müde.
Es kann auch sein, dass man den „richtigen“ Moment verpasst hat und die Kinder einfach schon ZU müde sind um abzuschalten und zu schlafen.
Manchmal muss man da ein bisschen ausprobieren.
Wenn Kinder schlecht einschlafen können, dann liegt es manchmal auch daran, dass sie direkt vor dem Schlafen gehen noch eine Flasche mit warmer Milch bekommen. Warme Milch füllt halt den Bauch und mit einem „vollen“ Bauch lässt es sich meist nicht so gut ein- und durchschlafen. Wenn das bei euren Kindern der Fall sein sollte, dann lasst einfach diese Flasche vor dem Schlafen weg.
Lasst sie richtig und genug Abendessen, dann brauchen sie auch keine Flasche mehr.


Wenn ein kleineres Geschwisterchen da ist

Wenn ein Geschwisterchen auf die Welt kommt oder wenn ein es anfängt mobil zu werden (also so zwischen 8 Monaten und 1,5 Jahren) entsteht beim Älteren oft eine grosse Eifersucht. Diese zeigt sich nicht nur während dem Tag, sondern oft auch am Abend. Das Grössere will nicht mehr im Bett bleiben, ruft ständig nach Mama und Papa und hat Angst, im Bett etwas zu verpassen.
Aufmerksamkeit heisst das Zauberwort. Am Abend könnt ihr euch ganz speziell einen Moment Zeit für die Grösseren nehmen. Am besten geht das, wenn die Jüngeren ein bisschen früher ins Bett gehen. Das kann auch nur 20 Minuten früher sein, spielt keine Rolle.
Die Grösseren bekommen so noch ein bisschen Mama- oder Papazeit und sie sind dann eher ruhig und zufrieden wenn sie im Bett sind und müssen nicht nochmal zusätzlich Aufmerksamkeit einfordern.


Lasst euch etwas einfallen

Leider passiert es oft, dass Eltern am Abend einfach total müde und genervt sind und einfach nur wollen, dass die Kinder endlich im Bett sind. Das führt dazu, dass der Spass, die Freude, Humor und Fantasie verloren gehen. Es herrscht ein lautes, raues Klima. Es wird nur noch befohlen und geschrien.
Rituale, werden deshalb nach und nach weggelassen, das Vorlesen, Spielen, Singen oder Buch erzählen fällt weg.
Kinder haben ganz feine Antennen und spüren das. :-)
Und sie versuchen deshalb, die Eltern noch ein bisschen „an sich zu binden“. Meistens tun sie das, in dem sie noch 10 Mal rufen, immer wieder aufstehen, nochmals aufs WC müssen, noch einmal etwas trinken wollen, noch irgendwo einen ganz schlimmen Schmerz verspüren oder ganz laut schreien, dass Angst vor einem Monster haben…
Die Eltern werden hässig, schimpfen noch mehr und die Kinder bekommen genau das was sie wollen: Aufmerksamkeit – einfach negative. Das ist ihnen in dem Fall aber herzlich egal. Hauptsache sie bekommen überhaupt irgend eine Aufmerksamkeit.
Deshalb ist es wichtig, das Abendritual wieder einmal zu überdenken oder allenfalls auch ein bisschen anzupassen oder zu verändern.
Lasst euch da etwas einfallen. Macht ein lustiges „Zu Bett geh“ Spiel, erfindet eine Geschichte, kuschelt euch mit ganz viel Kissen aufs Sofa, versteckt das Lieblings-Plüschtier im Kinderzimmer und ruft dann mit einer tiefen Bärenstimme nach eurem Kind, erfindet Lieder, erzählt Bilderbücher oder lest ihnen etwas vor.

Ich kann euch auch noch eine lustige Bilderbuch-App empfehlen. Sie heisst „Schlaf Gut“.
(Die App gibt es auch als „normales“ Bilderbuch.)
Alle Infos dazu findet ihr hier:

Wenn Kinder in der Nacht ständig rufen oder aufstehen

Auch für diese Situation gibt es nicht DIE EINZIG RICHTIGE Lösung, sondern verschiedene Möglichkeiten, Vielleicht habt ihr euch dafür entschieden, die Kinder in euer Bett zu holen oder eine Matratze bei euch im Zimmer zu platzieren, so dass sie zu euch rüber kommen dürfen, wenn sie aufwachen. Wenn alle damit zufrieden sind und so ihre Ruhe und ihren Schlaf finden: Prima.
Vielleicht möchtet ihr aber genau das nicht oder nicht mehr. Dann kann euch einer der folgenden Tipps evt. ein bisschen weiter helfen.

Beobachten

Wenn eure Kinder nicht jede Nacht, sondern nur ab und zu aufwachen, achtet euch einmal, wie der TAG denn so verlaufen ist.
Was habt ihr gemacht?
War besonders viel los?
Wart ihr lange drinnen?
Hattet ihr Besuch?
Ist das Kind vielleicht kränklich?
Gab’s Streit oder Ärger?
Ging das Kind früher oder später als gewohnt ins Bett?
Wie lief der Abend? War vielleicht etwas Anders als sonst? Ein anderes Ritual, ein anderes Buch?
Durch diese Beobachtungen kann man vielleicht ein paar Verhaltensmuster erkennen und herausfinden, warum es manchmal klappt und manchmal nicht.

Alle Menschen wachen mehrmals in der Nacht kurz auf. Das ist normal. Meistens weiss man das am nächsten Morgen auch gar nicht mehr.
Wenn Kinder in der Nacht aufwachen, dann checken sie rasch ab, ob alles in Ordnung und genau so ist, wie zum Zeitpunkt, als sie eingeschlafen sind.
Manchmal merkt das Kind:
„Hoppla, da ist etwas aber ganz anders als beim Einschlafen:
Der Papa liegt nicht mehr neben mir.
Niemand schaukelt mich.
Der Schnuller oder die Flasche ist weg.
Beim Einschlafen war es hell, jetzt ist es stockdunkel“
Dann kann es sein, dass sie verunsichert sind und sofort diesen „gewohnten“ Zustand wieder herstellen möchten und dann weint oder ruft es nach Mama und Papa.
Tipps:
Entweder ihr stellt jede Nacht wenn sie rufen diesen „Zustand“ wieder her, fängt also an zu singen, bringt die Schnuller und Flaschen ans Bett, schaukelt eure Kinder, liegt neben sie.
Oder:
Ihr schaut, dass sie alle diese Dinge zum Einschlafen gar nicht brauchen und gewöhnt ihnen diese gar nicht erst an.
Wenn ihr es schon getan habt und es ändern möchtet, dann besprecht das vor dem Einschlafen mit ihnen. Sagt ihnen zum Beispiel, dass sie jetzt vor dem Schlafen noch etwas trinken können und es dann erst am Morgen wieder eine Milch gibt.
Ihr könnt ihnen zum Beispiel auch einen „Zaubertrank“ ans Bett stellen und sagen, dass sie daraus einen Schluck nehmen können, falls sie wirklich Durst haben.
Nochmal zur Erinnerung: Hier reden wir nicht von kleinen Babys, sondern von Kindern ab ca. 1 Jahr, die in der Nacht eigentlich keine Milchflaschen mehr brauchen.

Leise zu den Kindern hingehen

Wenn Kinder in der Nacht aufwachen, dann versucht möglichst wenig Animation zu bieten. Also wenn möglich, nicht das Licht anmachen, nicht schimpfen, nicht aus dem Bett nehmen, kein Bilderbuch erzählen, kein Spiel spielen. Das Aufwachen soll möglichst unspektakulär ablaufen, ohne grosse Eltern-Show, denn sonst ist das ja gewissermassen ein Highlight und ein grosser Spass.
Versucht einfach kurz zum Kind hinzugehen, leise mit ihm zu sprechen, vielleicht einen Schluck Zaubertrank anzubieten, eine Musikdose aufzuziehen. Sagt ihm, dass alles ok ist, dass dass ihr aber jetzt auch müde seid und schlafen wollt und dass ihr am morgen wieder zusammen sein könnt.
Ich glaube das ist eine wichtige Ansage. Sagt euren Kindern: Alles ist ok, ich bin in der Nähe, aber jetzt ist Schlafenszeit. Ich freu mich auf morgen, wenn wir dann wieder spielen können.
Das muss aber eben wie gesagt von Herzen kommen und man darf nicht zweifeln.
Wer zweifelt, der macht es nicht so, der liegt neben das Kind oder holt es in sein Bett. Eben genau so, wie es für jeden Einzelnen stimmt.

Ihr könnt zuerst ein bisschen am Bett sitzen und dann in einem zweiten Schritt, einfach noch einen Moment bei der Türe stehen bleiben.
Denkt daran:
Das braucht ein bisschen Zeit. Wenn man den Kinderlein so was angewöhnt hat, ist das Abgewöhnen natürlich nicht ganz einfach…

Das sind ein paar kleine Tipps und Ideen, die vielleicht die Schlafsituation mit euren Kindern ein bisschen verbessern können.
Nicht alle funktionieren bei allen Kindern gleich gut und manchmal braucht es verschiedene Wege um etwas zu verändern. Es gibt durchaus noch ganz viele andere Möglichkeiten, die man in Betracht ziehen und einmal ausprobieren könnte.
Zum Beispiel:
Kinesiologie, Osteopathie, Bachblüten, Schüssler Salz, keinen Zucker mehr am Abend, eine beruhigende Massage oder ein warmes Bad, ein Arvenkissen (gibt’s bei Sälfmade auf FB ).

Oder das Buch vom „Kleinen Kaninchen, das so gerne einschlafen möchte“

Die Gute Nacht Geschichte „Das Kaninchen, das so gerne einschlafen möchte“ wird als ein ganz neuer Typ von Einschlafmethode bezeichnet, um Kinder zum Einschlafen zu bringen. In seiner Geschichte von Konrad dem Kaninchen, verwendet der Autor Carl-Johan Forssén Ehrlin gezielt Techniken des Autogenen Trainings. Zunächst hat er das Buch im Selbstverlag veröffentlicht, dann plötzlich wurde es quasi über Nacht ein internationaler Bestseller.
(DAS revolutionäre Bilder-Einschlafbuch für Kids)
Soll anscheinend super funktionieren…

 

Wenn Kinder nicht ein- oder durchschlafen, dann hat das meistens verschiedene Ursachen.
Manchmal können sie einfach nicht gut abschalten, sind zu wenig müde oder eben schon ZU müde. Vielleicht fehlt ein gutes Ritual, Zeit, Aufmerksamkeit während des Tages oder am Abend. Eifersucht kann eine Rolle spielen, Krankheit, die Zimmertemperatur oder das Rufen VOR dem einschlafen und das Aufstehen in der Nacht sind zur Gewohnheit geworden.
Vielleicht denkt ihr jetzt: Das hab ich ALLES schon probiert, hat ALLES nix geholfen.
Trotzdem kann manchmal ein zweiter oder dritter Anlauf Wunder wirken. Einfach noch einmal ganz ruhig aber bestimmt und entschlossen an das Thema ran gehen.
Nicht aufgeben, nicht die Nerven verlieren und durchhalten!

Ihr habt eure Abendruhe verdient

Ja. Wir alle lieben unsere Kinder sehr. Sind stets besorgt, dass es ihnen an nichts fehlt. Unsere Bedürfnisse kommen deshalb oft ein bisschen zu kurz, denn immer haben wir im Hinterkopf:
Geht es unseren Kindern gut, dann geht es uns auch gut.

Doch manchmal vergessen wir leider fast ein wenig, UNSERE Bedürfnisse nicht zu fest zu vernachlässigen.
Und Schlafen gehört eben auch dazu:
Wer nie richtig schläft, sich nicht mehr ausruhen kann, der hat keine Energie und Kraft, im Alltag mit den Kindern ruhig und gelassen zu bleiben.
Wer alle 2-3 Stunden aufwacht, der wird auf Dauer mürrisch, unzufrieden, nervös, unkonzentriert, launisch, traurig, unfair, unglücklich.

Wer seine Kinder in den Schlaf begleitet, sich für ein Familienbett entschieden hat und mit dieser Entscheidung glücklich und zufrieden ist und so zu genügend Schlaf kommt, der tut für SICH und seine Familie genau das richtige.

Wer das nicht möchte, seine Kinder nicht im eigenen Bett haben und auch nicht jeden Abend stundenlang zu ihnen liegen möchte, der wählt einen anderen Weg und tut für SICH und seine Familie genau das richtige.

Es ist nicht an uns zu urteilen, welcher Weg für ANDERE der richtige ist.

Egal für welchen Weg ihr euch entscheidet:
Ich wünsche euch einen möglichst erholsamen Schlaf.

Ach ja.
Und spätestens im Teeniealter werden sie auf jeden Fall schlafen.
Auch am Wochenende.

Meistens sehr lange, so dass ihr sie wecken müsst… :-)