Erziehungsfalle Nr.1 – Zu viele Anweisungen

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Etwas mehr die Klappe halten„Mein Kind hört nicht auf mich! Ständig muss ich reden, reden, reden. Wenn ich es nicht 100 Mal sage, dann hört es sowieso nicht auf mich!“ Das heisst: Wir Eltern tun oft nix anderes, als den ganzen Tag nur Anweisungen zu geben, niemand hört richtig zu und am Abend sind wir fix und fertig.

Zu viel reden: Eine von vielen Erziehungsfallen, in die wir immer wieder rein tappen.
Ich möchte euch deshalb in loser Folge ein paar dieser fiesen Fallen vorstellen und euch auch ein paar Tipps geben, wie ihr sie umgehen könnt.

Weniger reden

„Pass auf dort drüben!, Nicht zu den Blumen gehen! Jetzt lass mal deinen Bruder in Ruhe!  Hast du gehört? Warum ziehst du diese Socken an? Nicht hier, nicht da! Dieses und jenes….“
Wir reden und reden, oft einfach so aus Gewohnheit. Viele Dinge die wir sagen, müssten wir eigentlich gar nicht sagen. Ganz einfach weil sie nicht wichtig sind, weil sie aus lauter Gewohnheit passieren.

Was tun?

Achtet euch einmal während eines Tages, wie viele Anweisungen ihr eigentlich euren Kindern gebt? (z.B auch während dem Essen).
Überlegt euch einmal: Ist das wichtig und warum habe ich das jetzt gesagt? Ihr werdet merken, dass mehr als die Hälfte der Anweisungen überflüssig sind.
Deshalb gilt auch hier das Sprichwort: Zuerst denken – dann reden. :-)
Bevor ihr etwas sagt, überlegt ganz kurz: Ist das wichtig? Lebensgefährlich? Muss ich das jetzt sagen?
Wenn JA, dann versucht die Anweisung positiv zu formulieren.
Überlegt euch kurz: WAS möchte ich von meinem Kind? Was soll mein Kind tun?

Am besten formuliert ihr das so:
„Leo, ich möchte dass du mit normaler Stimme sprichst.“
„Leonie, lass die die Blumenerde im Topf.“

Und nicht:
„Nicht, schreien, Leo!“ – „Nicht die Blumenerde aus dem Topf nehmen, Leonie!“

Wenn ihr den Kindern mit eurer Anweisung eigentlich etwas verbieten wollt/müsst, dann bietet ihnen wenn immer möglich eine Alternative an:

Am besten formuliert ihr das so:
„Leo, ich möchte, dass du mit normaler Stimme sprichst. Wenn du laut singen/brüllen, quietschen willst, dann kannst du das bei dir im Kinderzimmer machen.“
„Leonie, lass die Blumenerde im Topf. Wenn du ein bisschen rum matschen willst, dann kannst du in den Sandkasten gehen oder ich kann dir ein bisschen Erde in ein Plastikbecken geben und du kannst draussen damit spielen.“

Wenn ihr nicht einfach nur „Nein“ sagt, den Kindern die Sachen nicht einfach nur verbietet, sondern ihnen eine Alternative vorschlagt, dann wird das viel weniger in einem Trotzanfall ausarten.

Wenn ihr Lust habt, dann probiert es einmal ein paar Tage aus und berichtet von euren Erfahrungen. Auch wenn man es eigentlich längst weiss, kann es hilfreich sein, sich mal wieder ganz bewusst darauf zu achten und zu konzentrieren.
Feedback ist natürlich herzlich willkommen! :-)