Durchsuche: vorbildlich

Über die Vorbildfunktion von uns Eltern hab ich ja schon einige Male geschrieben. Und das ist ja wahrlich kein leichtes Unterfangen: Wasser predigen und Wein trinken. So ist das nämlich ganz oft bei uns Mamas und Papas. „He da! Nicht fluchen!“ Und dann selber dem Mann im schwarzen Golf „Arschloch“ hinterher rufen. „Jetzt leg beim Essen mal einfach das Handy weg. Es nervt!“ Und selber bei jedem „PiepPiep“ aufs iPhönchen glotzen, weil man denkt es könnte ja was Wichtiges sein… „Du weisst schon, dass wir jetzt dann grad essen? Jetzt gibt es nichts mehr vorher.“ Und selber noch schnell einen kleinen…

Wenn man, so wie ich, regelmässig schlaue Artikel mit Erziehungsweisheiten veröffentlicht, den Eltern Tipps und Ratschläge gibt, wie sie den Alltag mit ihren Kinderlein vielleicht ein bisschen ruhiger und harmonischer gestalten können, besteht immer auch die Gefahr, dass die Leute vor den Bildschirmen denken: „Oh Gott! Wieder diese Erziehungstante. DIE hat ja wohl auch die Weisheit mit Löffeln gefressen. Das liest sich immer so einfach, aber im Alltag ist das überhaupt gar nicht so leicht umzusetzen. DIE hat gut reden. Weiss die eigentlich WIE anstrengend dieser Erziehungsalltag manchmal sein kann?“ JA. DIE, (also ich, die Frau Elternplanet) weiss das. :-)…

Ja über das Vorbild sein hab ich schon ein paar mal geschrieben. Dass man sich immer selber an die Nase fassen muss, bevor man über herum liegende Socken, Sporttaschen, Turnschuhe oder Haargummis motzt. Nicht selten liegt nämlich das eigene Zeugs auch noch irgendwo in der Wohnung herum. Wie oft haben wir schon die Augen verdreht und mit den Kinderlein geschimpft, weil sie wieder vom Tisch aufgestanden sind und wir, dann 3 Minuten später  noch den Wasserkrug, die Mayonnaise oder ein Glas holen mussten. Wie oft haben wir die Kids schon angebrüllt: „Jetzt höööört endlich auf soooo rumzubrüüüüüülllllllen!“ Und wie benutzten wir genau…

Manchmal, wenn man sich so in den virtuellen Wohnzimmern, Küchen, Backstuben, Nähateliers herumtreibt, könnte man glatt an einem Herzinfarkt sterben. 25 Guetzlisorten. Zusammen mit den Kids gebacken natürlich. Und hinter dem Posting auf Facebook, Instagram oder Pinterest grinst noch ein Smiley. Ein Smiley, Leute! Ein Smiley! Nach 25 Guetzlisorten backen, müsste ich wohl das Symbol eines Nervenzusammenbruchs posten. Man sieht 4 stöckige Regenbogen-Geburtstagstorten. Perfekt aufgeschnitten, so dass man alle sechs Farben sieht. Dazu wieder dieser elende Grinse-Smiley und der Text: „Uff. Geschafft. Nach 5 Stunden. Hat Spass gemacht.“ Da gibt es 3 Meter lange und 5 Meter grosse von handbemalte Adventskalender zu…

Es passiert mir täglich: Ich hab mir den Satz im Kopf schon schön zurecht gelegt, will grad tief Luft holen und loslegen mit: „Echt, jetzt räumt mal eure Schuhe, eure Jacken, die Schultaschen, die Kleider, die Heftchen, die Ausmalbilder, das Zeugs auf der Treppe weg.“ Da schau ich kurz nach links und was liegt da fröhlich neben dem Wohnzimmertisch? Meine Sporttasche. Manchmal liegt da auch mein hellgrüner Schal oder auf dem Stuhl noch mein Pischi oder ein paar Mandarinenschalen auf dem schwarzen Tischlein. (Von gestern. Uups.) Ha! Der Apfel fällt eben doch nicht so weit vom Stamm. Und…