Durchsuche: Ruhe

„Ach, wenn es doch nur so ein Geheimrezept geben würde, damit das mit den Kinderlein einfach ein bisschen besser klappen würde. Dass sie auf mich hören, nicht ständig frech sind und sich nicht immer daneben benehmen. Etwas mehr Ruhe und Harmonie wäre nicht schlecht und dass ich nicht alles hundert Mal sagen muss.“ Habt ihr euch diese Gedanken auch schon gemacht? Vielleicht am Abend, wenn die Kinderschar endlich im Bett ist und ihr in Gedanken den Tag habt Revue passieren lassen? Und jetzt glotzt ihr ganz erwartungsfroh auf euer Smartphönchen und denkt: „Jetzt wird die Frau Elternplanet gleich mit dem ultimativen Geheimrezept…

Miriam weiss nicht mehr weiter. Ihr Nachbar beklagt sich, dass ihre beiden Kinder – ein- und vierjährig – zu laut sind. Da dieser Spätschicht arbeite, sollen die Kids morgens ruhig sein und auch am Tag so wenig Lärm wie möglich machen, sonst würde er sich beim Vermieter beschweren oder allenfalls gar juristisch gegen die Familie vorgehen. Was sagt das Gesetz zu Kinderlärm? Darf der Nachbar verlangen, dass die Kinder ruhig sind?
Unsere DAS Rechtsexpertinnen klären auf.

Ja. Wir haben diese Kinder gewollt, die meisten von uns haben sich ganz bewusst fürs Kinder haben entschieden. Wir haben uns darauf vorbereitet, gezittert ob’s klappt, uns gefreut und die süssen Wonneproppen von der ersten Sekunde in unsere Herzen geschlossen. Gerade wenn sie noch so klein sind, dann können wir nicht genug kriegen von ihnen. Am liebsten würde man einfach seine Nase an das Kind halten und einfach nur stundenlang diesen wunderbaren Geruch einatmen. Es ist toll, zu sehen wie sie wachsen, die Welt entdecken und Dinge begreifen. Ja. Wir haben diese Kinder gewollt. Wir lieben sie und würden sie…

Kinder sind toll, bereichernd, süss, lustig, herausfordernd und es macht Spass sie in unserem Leben zu haben. Aber seien wir ehrlich: Manchmal im stillen Kämmerlein stellen wir uns auch vor, wie es dann sein wird, wenn sie mal gross und stark, ausgeflogen und nicht mehr bei uns zu Hause sind. Meistens haben wir dabei einen grossen Kloss im Hals, weil wir sie doch eigentlich immer bei uns haben möchten, sie gehören einfach dazu. Mit all ihren, zum Teil auch anstrengenden, Macken, machen sie unser Leben erst so richtig lebenswert. Aber ab und zu denken wir auch ganz…

In den Ferien sieht man ja so allerlei: Brüste die eigentlich besser verhüllt wären, Quallen die so aussehen wie Spiegeleier, blaue IKEA Taschen, Menschen mit dunkelbrauner Lederhaut, Leute die 35 Minuten am Stück Beach Ball spielen, sehr viele und sehr lang und laut bellende Hunde, laut gröhlende Landsleute, Strandspaziergänger mit Tanga-Strings, unfreundliches Campingplatz-Personal, Glacékarten auf denen von 30 Sorten, 26 durchgestrichen sind und Menschen die mindestens einen Liter Brennflüssigkeit über die Kohlen giessen, bevor sie mit grillen anfangen. In den Ferien fröne ich immer so ein bisschen dem Nichtstun. Ich mache keine 10 Kilometer Velotouren, ich spiele nicht Golf, ich…

Es gib ja diese Kinderhotels oder die Hotels mit kinderfreundlicher Umgebung: Die sind super, weil es dort tolle Unterhaltung gibt für Kinder, weil es meist ein Buffet hat und die Kids dort Gott sei Dank auch was finden, das sie gern haben. Weil es eine Wasserrutschbahn gibt, weil jeden Mittag ein lustiger Animator zu noch lustigeren DJ Ötzi Songs einen Po-Wackeltanz aufführt, weil die Duschknöpfe und Türfallen auf einer Höhe sind, damit die Kids auch selber aufs Klo oder unter die Dusche gehen können. Weil die Kids in den Kinder- Hotels und Anlagen laut sein und ins Wasser…

Kennt ihr das auch? So Tage. Da geht der Kaffee aus, in der Waschmaschine liegen Millionen von Taschentuch-Fetzen *wiedermalsoeinDingmitgewaschen, die Augenringe waren auch schon mal kleiner, die Abwaschmaschine müffelt, beim Eingang liegt Kinderkram herum: also von Velohelm, über nasse Socken, bis hin zu Bibliotheksbüchern. Bei den Mädels herrscht Zickenkrieg, die Zimmer sehen aus als hätte eine Bombe eingeschlagen, die Zahnarzthelferin ruft an: „Sie hätten heute um 14 Uhr einen Termin gehabt“. Die Schoggiverpackung klebt rechts am Abfallsack, die nasse Jacke von Kind A liegt auf der Treppe, der Reis vom z’Mittag klebt noch an den Socken, der Wäschekorb quillt über, das…

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