Durchsuche: Familienbett

Im Land der Eltern gibt es nichts, was es nicht gibt: Wir haben voll schwenkbare Luxusbabywagen, automatische Milchmaschinen fürs Baby-Fläschchen, kleine Dampfkocher, Windeleimer mit Pfirsichduft, beheizbare Wickeltische, Kinder-Äpfel (so ganz kleine, teure) Töpfchen die während dem Pipimachen lustige Musik abspielen. Es gibt Zauberkissen, für jedes Problemchen ein Massageöl, (Hunde)leinen für wilde Kinder, Plüschbären die Gebärmuttergeräusche nachahmen. Der Markt ist riesig und für jedes noch so kleine Problemchen unseres Nachwuches gibt es irgend ein tolles Produkt. Nur etwas gibt es nicht: Die „So-schläft-mein-Kind-fröhlich-schnell-und-ohne-Geschrei-ein-und-durch-und-bleibt-dann-auch-noch-gleich-die-ganze-Nacht-in-seinem-Bett“ Maschine. Einmal das Kindlein dort reinstecken, am morgen wieder raus nehmen und das Ein- und Durchschlafen ist auf immer und…

Da will man rasch ein bisschen durchs Facebook-Land surfen, Klatsch und Tratsch lesen, sich durch lustige Fotos von Freunden klicken und dann bleibt man unweigerlich auch in einem Mami-Grüpplein hängen. Hier ein Schwangerschaftstest, da ein nackter Babybauch mit roten Flecken, ein Verkaufsangebot für ein fleckiges Sofa, darunter der  Zusammenschiss eines Admins „Hier wird nix verkauft. Lies mal die Regeln durch!“ Dann wieder die Frage wer die besten Nuggiketten herstellt, wer noch Aldi, Lidl, Coop oder Migros Kleber sucht, ob man schwanger sein könnte, wenn man 2 Tage überfällig ist, welche Geschenke man 2-Jährigen zu Weihnacht schenken soll, welches die schönsten Mädchennamen…

Es gibt tausende von Erziehungsbüchern. Es gibt ganz tolle, etwas weniger tolle, solche mit Bildern oder ohne, witzige, wissenschaftliche, anspruchsvolle und solche die sich leicht lesen. Es gibt solche, die man immer mal wieder gerne in die Hand nimmt, es gibt andere, die man nicht versteht. Es gibt Bücher, die einem gefallen, ansprechen, sich mit den eigenen Werten und Vorstellungen decken.