Hotel Mama – Einfach, bequem und günstig

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Im Zimmer ein Chaos, nach dem Duschen liegt mal wieder alles im Badezimmer herum, die Spuren in der Küche des „Ich-streich-mir-ein-Sandwich“ Abenteuers sieht man schon von weitem.
Der Papierkorb quillt über und an der WC Rolle hängt noch ein letztes, einsames Papierchen…

Wer Kinder hat, dem kommen diese Beispiele wahrscheinlich bekannt vor. Vielleicht hat sich der Eine oder Andere von euch auch schon gedacht:
„Mann, ich freu mich schon, wenn sie dann ausgezogen sind und ihren eigenen Haushalt führen müssen.“ (Dann sehen sie endlich mal, was das alles zu tun gibt…)

Vielleicht habt ihr aus lauter Frust auch schon laut in die Kinder- und Teeniezimmer gerufen:
„Was macht ihr eigentlich mal, wenn ihr eine eigene Wohnung habt?
Dann gibt es nämlich kein HOTEL MAMA mehr!“

Natürlich bereut man in dem Moment diesen Ausspruch ganz schnell, denn insgeheim hofft man ja in dem Alter doch, dass sie noch ein Weilchen zu Hause bleiben.

Und das tun sie auch. Zum Glück.
Und ganz oft bleiben sie dann noch gaaaaanz lange.

Immer öfter bleiben die Kinder nämlich länger zu Hause wohnen, als in früheren Jahren.
Der Internetvergleichsdienst Comparis hat dazu vor kurzem eine Studie veröffentlicht.

Hotel Mama – bequem und günstig

Ein Grund dass viele junge Leute immer später bei ihren Eltern ausziehen, sind sicherlich die partnerschaftlicheren Eltern-Kind-Beziehungen. Früher gehörte die räumliche Trennung zum Ablösungsprozess dazu, heute hat sich das ziemlich geändert.
Länger zu Hause wohnen ist nicht mehr verpönt. Ausserdem ist es praktisch, bequem und günstig. Vor allem wer eine längere Ausbildung macht oder einen befristeten Arbeitsvertrag hat, schätzt die elterliche Fürsorge, das „nicht-Kochen-müssen“ und das „Mutti-macht-alles-für-mich“ Konzept sehr. Denn viele Eltern haben nämlich Hemmungen und wissen nicht so Recht, ob und was sie von ihren Kindern verlangen dürfen.
Ganz oft macht sich auch Frust und Enttäuschung breit:
„Warum sind meine Kinder so faul? Warum helfen sie nicht freiwillig ein bisschen mit?“

„Müssen die Kinder im Haushalt mithelfen und sollen sie etwas von ihrem Lohn abgeben?“

Diese Fragen stehen zwar oft im Raum, führen aber immer wieder zu Streit und Diskussionen. Deshalb wird in vielen Familien dieses Thema selten oder wenn, dann erst ganz spät mal angesprochen.
Ob und wieviel Geld die neuen „Untermieter“ zu Hause abgeben sollen, das könnt ihr hier mal nachlesen.

Warum sollen die plötzlich im Haushalt mithelfen, wenn sie es bis jetzt auch nicht getan haben?

Genau dort liegt wahrscheinlich ganz oft das Problem. Wenn die Kinder auch in den jüngeren Jahren nie etwas mithelfen mussten, dann verstehen sie auch nicht, warum das jetzt plötzlich anders sein sollte.
Deshalb empfiehlt es sich, die Kids schon früh miteinzubeziehen und sie im Haushalt mithelfen zu lassen.

Wie kann ich Ämtli einführen und die Kinder zur Mithilfe im Haushalt animieren?

1. Früh damit anfangen

Macht das möglichst früh, wenn die Kids noch motiviert sind und freiwillig einen Putzlappen oder den Staubsauger in die Hand nehmen. Bereits kleine Kinder können euch gut bei der täglichen Hausarbeit ein bisschen helfen. Auch wenn es euch vielleicht auf den ersten Blick jetzt nicht soooo viel nützt.
Lasst sie z.B mit einem nassen Lappen die Türen, Fussleisten, Türfallen, Küchenschränke putzen. Gebt ihnen einen kleinen Wasserspritzer und einen Lappen und zeigt ihnen wo sich der Dreck versteckt und wie sie ihn beseitigen können.

2. Alle Hausarbeiten auflisten

Schreibt mal gemeinsam auf, welche Hausarbeiten denn regelmässig anfallen und wer im Moment was macht.
Wahrscheinlich wird bei 90% der Arbeiten euer Name dahinter stehen. Für Kinder ist es ganz wichtig, dass sie sehen, was es denn alles zu tun gibt und wer im Moment hauptsächlich dafür verantwortlich ist.

3. Die Hausarbeiten verteilen

Lasst die Kinder und Jugendlichen dabei mithelfen. Wenn es Arbeiten gibt die sie lieber übernehmen als andere, dann lasst sie diese tun. Es spielt ja eigentlich keine Rolle WAS sie machen, sondern viel mehr, DASS sie etwas tun.

4. Die Abmachungen aufschreiben

Macht einen verbindlichen Plan. Wer macht was, bis wann und wie oft?
Die „Ämtli“ aufzuschreiben macht Sinn. Wenn alle damit einverstanden sind, dann lasst den Plan von allen unterschreiben. Er ist dann etwas verbindlicher.

5. Vertrauen ist gut – Kontrolle muss aber auch sein

Kontrolliert ab und zu, ob die Arbeiten auch erledigt worden sind. Die Kids merken nämlich schnell, wenn ihr es nicht tut und sehen dann keinen Grund sich an die Abmachungen zu halten.

6. Verknüpft an die Abmachungen gewisse „Vergünstigungen“

Wenn sie sich an den Plan halten und alles prima klappt, dann müsst ihr nix weiter tun als euch darüber freuen und ihnen ab und zu ein positives Feedback geben.
Wenn ihr aber immer wieder Diskussionen habt und es einfach nicht funktioniert, dann ist die positive Bestärkung immer der bessere und konstruktivere Weg, als die Bestrafung.
Also wenn es erledigt ist, dann dürfen sie…. z.B ihre TV- oder Gamezeit einfordern.
Versucht das positiv zu formulieren und nicht: „Wenn du es nicht machst, dann darfst du nicht…“

Wenn Kinder früh lernen, ihren Teil in der Familie beizutragen, dann gibt es meistens später auch weniger Probleme und das „Ausziehen“ wird nicht als „unattraktiv“ empfunden.

 

Und wenn die Kinder dann doch bis ins hohe Alter nicht ausziehen wollen?

Dann macht es sicherlich immer Sinn, wenn man selbstkritisch ist und sich fragt, was denn der Grund sein könnte. Ganz oft liegt es eben an der Bequemlichkeit der Kinder, resp. an der tollen „Bemutterung“. Wer will schon ausziehen, wenn er zu Hause einfach alles bekommt und gar nix dafür leisten muss?…
Manchmal hat es aber auch damit zu tun, dass man als Eltern seine eigenen Bedürfnisse auch nicht klar definiert und nicht formuliert.
Ein klärendes, ehrlich Gespräch ist deshalb unumgänglich.

Und wenn das alles nichts nützt, dann könnt ihr ihnen ja immer noch die lustige Geschichte erzählen, die fast alle Eltern erzählen können.
Nämlich wie die Kinderlein damals mit 4 Jahren, den Rucksack gepackt und lauthals erklärt haben:

„Mama! Ich ziehe jetzt aus!
Tschüsss, mach’s gut.
Auf Wiedersehen!“

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Dieser Post ist eine bezahlte Zusammenarbeit mit MoneyFit von PostFinance und ist ein Teil der Serie „Umgang mit Geld.“

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