YouTube, Snapchat, Instagram und Co. – Wenn Soziale Medien, das Konsumverhalten verändern

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Kennt ihr Bibi, Dagi, JulienBam, Julienco, Gronkh, Melina, Gabirano, Lisa und Lena, Dner und wie sie alle heissen?
Falls ihr Kids im Alter zwischen 8 und 16 Jahren habt, dann werdet ihr wahrscheinlich jetzt ganz fest nicken. Vielleicht auch ein bisschen mit den Äuglein rollen, leicht grunzen, maulen oder leise seufzen und denken: „Oooohh ja, die kenne ich bestens. Mein Sohn, mein Töchterlein spricht seit Monaten von nix anderem mehr.“
Die Internet-Helden sind nicht nur Freundin oder bester Kumpel, sie sind Seelentröster, grosse Schwester/grosser Bruder und Vorbild. Viele Kids möchten genau so sein wie sie: Hübsch, schlank, selbstbewusst, eigenständig und reich.
Die Kinder- und Teeniestars von YouTube, Insta, Snapchat oder musical.ly sind die neuen Helden in den Kinderzimmern und:

Sie setzen Trends und unser Nachwuchs ist ganz bessessen davon

Egal ob Duschschaum, Mützen, T-Shirts, Handyhüllen, Kissen, Caps, Sandalen, Lippenstifte, Duschschaum – was die Stars in die Kamera halten oder in ihren Shops verkaufen:

Die Kids wollen es haben! Koste es was es wolle.

Als sogenannte Influencer ist es nämlich ihr Job, den (meist jugendlichen) Zuschauern, die Produkte anzupreisen, für die sie von den Marketing-Agenturen oder Firmen bezahlt worden sind.
Ganz oft präsentieren sie aber nicht zielgruppennahe Produkte, sondern High-End oder Luxusprodukte. Also Dinge, die eigentlich so teuer sind, dass sie sich die Kids gar nicht leisten können. Auch nicht mit dem 10% Code, welchen die Influencer meistens noch zur Verfügung stellen…
Und was man sich nicht leisten kann, das hat erst Recht seinen Reiz.
Und so haben oft schon 8 oder 9-Jährige das Gefühl, dass sie genau diese teure Tasche, diese tollen Sneakers oder diese Luxus-Bodylotion haben müssen, um glücklich zu sein oder um dazu zu gehören.
Das Taschengeld reicht hinten und vorne nicht und „Ich will“ – Diskussionen sind plötzlich an der Tagesordnung.

„Ich will die neue Limited Edition!“
„Ich brauche dieses Shirt!“
„Ich muss diese Lidschatten-Palette haben, alle meine Freundinnen haben sie auch!“
„Ich will jetzt diese Handyhülle. Wenn man schnell bestellt, dann gibt es sogar eine signierte.“

Als Eltern ist man immer so ein bisschen hin und her gerissen zwischen:
„Jetzt kauf doch nicht jeden Blödsinn und das Zeug ist sowieso nix für dich und viel zu teuer. Du weisst schon, dass die dafür Geld bekommen, dass sie das hier so euphorisch anpreisen!“
„Ok. Dein Geld – deine Entscheidung.“

Wie soll man als Eltern auf diese digitale Beeinflussung reagieren?

Verständnis zeigen

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass ich früher auch ganz oft von YouTubern oder Instagrammern angefixt worden bin. Tolle Lidschatten, Lipglosse, Taschen, Hoodies, Einrichtungsgegenstände, Kosmetik – das sieht immer alles so toll aus und je länger man zuschaut oder sich durch die Bilder klickt, umso mehr wächst der Wunsch, das Gezeigte auch zu besitzen.
So hab ich mir vor einigen Jahren einen so grossen Kosmetikvorrat angehäuft, dass ich mindestens 200 Jahre alt werden müsste, um den aufzubrauchen.
Bevor ihr die Kids zurechtweist oder mit ihnen streitet, überlegt euch immer kurz:
„Wo, von wem und wieso wurde ICH selber angefixt?“
„Konnte ich widerstehen, wenn ja, wie hab ich das geschafft?“

Mit den Kindern im Gespräch bleiben

Wenn die Kinder älter werden, sich immer ein bisschen mehr von uns zurück ziehen, dann besteht schnell die Gefahr, dass wir ihre Interessen und Vorlieben nicht mehr kennen.
Deshalb:  Lasst euch von euren Kids immer mal wieder die neusten Trends zeigen. Sie sind die Profis und kennen sich bei YouTube, Insta, Snapchat und Co. aus. Nur wer die verschiedenen Plattformen selber ein bisschen kennt, kann die Faszination für die Protagonisten und deren Produkte, auch etwas besser nachvollziehen.

Kritisch sein, aber nicht verbieten

Auf den ersten Blick sehen die Kids kaum, dass es sich bei den meisten Posts und Videos, in denen Produkte vorgestellt werden um bezahlte Werbung handelt. Oftmals werden die gesponserten Beiträge nämlich nicht wirklich als solche ausgewiesen. Wenn ihr euch also zusammen ein Video oder Instagram Bilder anschaut, dürft ihr ruhig ein bisschen kritisch sein und Fragen stellen:

„Was gefällt dir denn daran so gut?“
„Was denkst du, warum zeigt sie genau diese Schuhe und verlinkt dabei noch den Hersteller?“
„Gibt es vielleicht Alternativen zu diesem teuren Produkt?“
„Was bedeutet Affiliate Link und warum steht der hier?“

(Kleine Anmerkung für alle, die selber nicht wissen was es genau ist:
Ein Affiliate-Link enthält einen speziellen Code, den man auf seinem Blog, seinem YouTube Kanal einbauen kann. Wenn die Leser/Zuschauer dann auf diesen Link klicken, erkennt der Händler, von wem die Leute „geschickt“ wurden. Kaufen die Leute dann etwas bei dem Händler, dann bekommt der Blogger/YouTuber/Instagrammer eine Provision, er verdient also Geld.)

Auch wenn wir Eltern es nicht so recht verstehen, warum die Kids sich stundenlang irgendwelche YouTube, Snapchat oder musical.ly Videos anschauen oder sich auf „We Heart It“ durch die Galerien liken. Eines dürfen wir nicht vergessen:

Es gehört zum Teenieleben dazu und es nennt sich: ABGRENZUNG

Heranwachsende sollen, dürfen, müssen sich von uns Erwachsenen unterscheiden. Sie sollen sich in ihrer eigenen Welt bewegen, ihre eigene Sprache sprechen, ihre eigenen Idole haben und ihren Trends nacheifern.
Wir Eltern sollen, dürfen, müssen da jeweils auch ein bisschen den Kopf schütteln, sich wundern oder denken: „Ach herrje, SO würde ich ja nieeemals rumlaufen!“
Genau so, wie das unsere Eltern damals auch getan haben, als wir noch mit Adicolor, Neon-Shirts, Jeans mit weissen Seitenstreifen oder mit Nena Nietenarmbändern in die Schule gegangen sind….
Erinnert ihr euch? ;-)

 

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Dieser Post ist eine bezahlte Zusammenarbeit mit MoneyFit von PostFinance und ist ein Teil der Serie „Umgang mit Geld.“

Die weiteren Beiträge aus dieser Serie sind:

„Waas? Ich muss euch etwas von meinem Lehrlingslohn abgeben?“

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„Nein mein Kind, DAS kaufst du nicht!“