Was kostet eigentlich?… – Mit Kindern über Geld reden

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„Ein Kilo Bananen?
„Ein Kilo Brot?
„Ein Liter Milch?

Macht mal den Test: Wüssten das eure Kinder?
Und wie sieht es bei euch aus?
Wüsstet ihr es?
Könnt ihr genau aufzählen, wie teuer Lebensmittel sind?
Oder Kosmetikartikel?
Euer Lieblings-Deo?
Oder ein Latte Macchiato im Restaurant?

Wer nicht täglich oder wöchentlich mit einem bestimmten Budgetbetrag einkaufen geht, dem wird das sicherlich schwer fallen. Und wenn wir Erwachsenen den Wert von Lebensmitteln, Alltags- oder Luxusgegenständen nicht mehr kennen, wie sollen unsere Kids dann wissen, was wieviel kostet?
Wenn sie noch klein Sinn fällt das in den meisten Fällen kaum auf und auch nicht ins Gewicht.
Erst wenn sie ins Teeniealter kommen, merken wir Eltern ganz oft:
„Hey, unsere Kids haben von Geld und von den Lebenskosten keine Ahnung“.

Merken tut man das meistens erst dann, wenn die Kinder sich plötzlich 3 Wochen Maledivenferien wünschen oder zwei Ponys, einen Flug in der Businessclass oder im Supermarkt gleich 2 Barbieschlösser, das Playmobil-Spital und den grossen LEGO Zoo in den Einkaufswagen legen.
Und das ganz enthusiastisch und ohne mit der Wimper zu zucken.

Schnell hat man das Gefühl die Kids seien undankbar, vielleicht auch ein bisschen unersättlich und verwöhnt. Aber wer nie wirklich den Wert des Geldes kennengelernt hat und zu Hause auch nie darüber spricht, der kann auch nicht wissen, wie teuer alle diese mehr oder weniger tollen Dinge sind.

Mit den eigenen Kindern über Geld reden ist nicht einfach

Wann fängt man damit an und wie genau macht man das?
Wenn es schon Erwachsenen oft schwer fällt über finanzielle Dinge zu sprechen, wie soll man das denn mit den eigenen Kindern machen?
Ein guter Moment, um mit Kindern über Geld zu sprechen ist bei kleinen Rollenspielen zu Hause. z.B wenn die Kinder einen kleinen Verkaufsladen haben und wenn sie „Einkaufen spielen“.
Dort kann man den Kindern in kleinem Rahmen zeigen, was man alles für einen gewissen Betrag kaufen kann. Vielleicht habt ihr Spielgeld aus Plastik, welches ihr ihnen zur Verfügung stellen könnt.
Oder ihr bastelt euch ganz schnell und einfach das Geld selber. Vielleicht habt ihr das als Kinder auch immer gemacht:
Einfach ein weisses Blatt Papier nehmen, eine Münze unter das Blatt legen und mit einem weichen Bleistift zügig über das Blatt malen. Die Umrisse und die Prägung der Münzen werden so auf das Blatt übertragen. Danach könnt ihr oder  die Kinder die Münzen nur noch ausschneiden.

Geld selber machen, Papier, Bleistift, Umgang mit Geld

Kein Bargeld mehr im Portemonnaie

Um den Kindern den Umgang mit Geld zu vermitteln ist es natürlich hilfreich, dass sie auch ab und zu selber kleine Besorgungen machen oder etwas bezahlen dürfen. Das kann zum Beispiel im Restaurant sein, (selber die Münzen für Kaffee und Kuchen auf den Tisch legen), oder am Kiosk (selber den Kaugummi bezahlen).
Doch das Bargeld verschwindet immer mehr aus unseren Portemonnaies.
Ich zum Beispiel zahle praktisch nur noch mit Karte, Geld habe ich selten bei mir. Wären meine Kids noch klein, dann müsste ich schleunigst wieder ein paar Münzen und Noten mitnehmen oder mir eine andere Alternative suchen, wie zum Beispiel:

Ratespiele machen

Kinder lieben kleine Ratespiele und grad beim Einkaufen, wenn es etwas langweilig ist, kann man sie super damit beschäftigen:

„Welche Farbe hat?…“
„Woher kommt?…“
„Was kann man damit kochen?…“

Wenn die Kinder schon ein bisschen älter sind dann kann man während dem Einkaufen ganz gut auf die Preise schauen und die Produkte miteinander vergleichen.

„Was kostet dies und das?“
„Was bekommt man für diesen Preis auch noch?“
„Ein LEGO Zoo der kostet gleich viel wie?…“

Aus diesen kleinen „Spielereien“ können lustige und wichtige Gespräche entstehen, die den Kindern den Wert des Geldes näher bringen.

Kinder und Jugendliche sollen realistische Erwartungen entwickeln

Solche Diskussionen im Alltag sind wichtig und können später natürlich noch ausgeweitet werden. Kinder und Teenies haben nämlich meistens kaum eine Vorstellung, wie hoch die Lebenskosten einer Familie tatsächlich sind. Vor allem von den Kosten, die weniger offensichtlich sind. Wie z.B. Versicherungen, Krankenkasse, Miete, Steuern, Rückstellungen usw.
Offene und ehrliche Gespräche übers „Wie, warum und wieviel?“ können helfen, dass die Vorstellungen realistischer bleiben.
Wenn man auch mit den älteren Kids immer mal wieder bespricht, welche Bereiche wie viel kosten und auch welche Spielräume man als Familie hat, sind die Erwartungen dann auch etwas weniger hoch.
Genau diese Diskussionen werden in der heutigen Zeit immer wichtiger, vor allem weil die Kids in Sozialen Netzwerken wie Instagram, Snapchat, YouTube und Co. vielen Verlockungen und Vergleichen ausgesetzt sind.
Die Flut der Bilder lässt uns ganz oft glauben:
„Der hat vieel mehr als ich, kann sich mehr leisten, mehr in die Ferien fahren, in teureren Hotels übernachten, sich schönere Kleider kaufen“.
Wir Erwachsenen können das noch etwas besser einordnen als die Kids. Deshalb ist es ganz wichtig, dass wir mit ihnen eben über Geld sprechen und ihnen früh lernen, damit umzugehen.
Hilfreich sein können dabei auch das eigene Taschengeld, welches sie zur freien Verfügung haben oder später ein Jugendlohn. 

In Zusammenarbeit mit PostFinance

MoneyFit von PostFinance vermittelt Jugendlichen ab 9 bis 20 Jahren interaktiv, modern und auf attraktive Art, wie sie ihre Finanzen im Griff haben. Dank MoneyFit erlernen junge Leute bereits früh einen selbstständigen und kompetenten Umgang mit Geld. Sämtliche Lernangebote werden von unabhängigen Lehrmittelautoren entwickelt und sind frei von Produktwerbung und Branding.
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Dieser Post ist eine bezahlte Zusammenarbeit mit MoneyFit von PostFinance und ist ein Teil der Serie „Umgang mit Geld.“

Die weiteren Beiträge aus dieser Serie sind:

„Waas? Ich muss euch etwas von meinem Lehrlingslohn abgeben?“

Ein Ferienjob muss her!

Brauchen Kinder Taschengeld?

Teenies im Shopping-Rausch

 

 

  • Daniel Betschart

    Ganz wichtig finde ich, dass die Lebenskosten auch im Verhältnis zumFamilienbudget angeschaut werden. Erst dann macht das ganze Sinn, wenn Kinder und Teenies sehen was eigentlich nach allen Abzügen (Miete; KK, Steuern, Haushaltskosten) z.B. noch für Ferien übrig bleibt, oder was mit dem Restbetrag alles noch bezahlt werden muss. Ohne diese Verhältnis nützt es wenig zu wissen, was eine Woche Malediven kostet, also wie lange die Familie dafür sparen muss..