„Judihuuuiih! Mit Teenies wird alles anders!“

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Hey ihr da draussen mit kleinen Kinderlein!
Ist es euch auch schon passiert, dass ihr zufälligerweise eine Mutter oder einen Vater getroffen habt, der oder die einen Teenager dabei hatte?
Vielleicht sogar einen richtigen Teenager?
Einen, der etwas mürrisch drein blickt, nur kurz lächelt, wenn er für seine Snapchat Freunde ein Selfie macht und der unmissverständlich zu verstehen gibt, dass er sich jetzt wirklich etwas viel Tolleres vorstellen könnte, als hier seine Zeit zu verbringen.
Habt ihr euch dabei auch kurz ertappt wie ihr auf eure kleinen Knirpse geschaut und überlegt habt:

„Hilfe! Wie wird das denn sein, wenn meine so gross sind?“

Wahrscheinlich habt ihr euch kurz darüber gefreut, dass sie dann ganz bestimmt länger als 3 Stunden am Stück schlafen, sich nicht mehr die Spielsachen aus den Händen reissen und weniger laut brüllen. Stimmt’s?

DAS war irgendwie auch so meine Vorstellung, denn ich bin öfters Eltern mit älteren Kindern begegnet und hab mir dann die „Was ist denn, wenn sie mal älter sind“- Frage gestellt.
Schnell verwirft man sie dann aber auch wieder, weil man es sich wirklich nicht vorstellen kann, dass die eigenen Kinderlein auch mal so gross werden

Und sie werden gross – sogar schneller als man meint…

Und dann sind plötzlich ganz viele Dinge anders.
Nicht unbedingt einfacher – einfach anders.
Und das fühlt sich dann etwa so an:

Wenn ihr bereits Teenies zu Hause habt, dann werdet ihr sicherlich das Meiste, das ich euch hier fein säuberlich aufgelistet habe, kennen:

 

Sie schlafen! Jaaaa, sie schlaaaafen!

Und die Meisten sogar ziemlich lange.
Also so lange, dass ihr vor ihnen wach seid und euch gegen Mittag mal in ihrem Zimmer vergewissern müsst, ob sie noch leben…
Falls ihr die Zimmertüre überhaupt öffnen könnt.
*KleiderBergeamBodenundso

Sie schweigen! Jaaa, oft mehr als einem lieb ist…

„Wie war’s in der Schule?“
„Hast du nicht kalt in diesem Shirt?“
„Du willst echt mit DIESEN Hosen in die Schule?“
„Nicht dein Ernst! Jetzt ist diese Schoggi die ich gestern gekauft habe leeeer?“
„Du weisst schon, dass du einen Schrank hast und deine Kleider eigentlich dort drin aufbewahren könntest?“
Auf diese unglaublich geistreichen, liebevollen Elternfragen bekommt man?
Genau: Ein Schweigen.
Oder als Zugabe noch rollende Augen oder ein:
„Neiiii Aute!“ („Mann! Aaaalter!“)

Sie wollen schnell nach Hause! Jaaa, vor allem von langweiligen Sonntagsspaziergängen…

(Falls sie überhaupt noch mitkommen…)

Kein stundenlanges „Ich-schau-mir-jedes-Blümlein-und-Schnecklein-an-und-sitz-noch-ein-bisschen-auf-den-Boden“ mehr.
Und vorbei ist auch das „Nein-Mama-ich-will-noch-nicht-nach-Hause-ich-will-hier-bleiben“ – Geschrei
Stattdessen:
„Ehm, habt ihr’s langsam?“
„Waaas jetzt noch zu diesem Baum? Echt jetzt, muss das sein?“
„Nein, ich habe keinen Durst, ich will nicht noch ins Restaurant!“
„Zwei Stunden habt ihr gesagt. Maximal. Wir sind schon 2 Stunden und 2 Minuten hier.“
„Mein Akku ist gleich leer.“
„Und ich muss noch lernen.“
(Haaaa! Jaaa, das sagen sie oft, damit wir Eltern dann denken:
„Oh, sie wollen lernen. Wie vorbildlich! Also schnell nach ab nach Hause!“

Sie diskutieren! Immer, ständig. Über alles. Jaaaa, das tun sie.

(Wenn sie nicht grad schweigen. Siehe oben)

„Du hast aber vor 3 Wochen, 7 Stunden und 13 Minuten gesagt, dass ich dort übernachten darf. Warum darf ich denn jetzt nicht mehr?“

„Wieso muss ich diese Scheiss-Wörter lernen! Das braucht doch kein Mensch. Warum muss ich überhaupt in diese beknackte Schule? Ich will lieber eine Lehre machen, das ist viel easier, weniger Stress und ich verdiene erst noch Kohle.“

„Warum muss ich mein Handy JETZT ausschalten? Du drückst ja auch ständig drauf herum?“

Sie sind immer müde! Jaaaa, kein nächtliches Aufstehen mehr!

Es brennt zwar immer ganz lang noch Licht in den Zimmern und auch wenn sie so tun, als würden sie längst schlafen, das warme Smartphönchen unter dem Kissen verrät etwas anderes…

Sie wollen nicht mehr alles selber machen.

(Also, ehm am liebsten gar nix mehr!..)

Hat man früher kurz mit dem Putzlappen herum gewedelt, kamen die kleinen Knirpse gleich freudig angerannt und wollten mithelfen. Egal ob beim Putzen, Kochen, Staubsaugen, Backen, Tisch decken.
Sind Teenies in der Nähe und die Eltern öffnen den vollen Geschirrspüler, den Küchen- oder Putzschrank, dann:

a.) Sind sie meistens grad unglaublich müde.
b.) Merken, dass sie noch ganz dringend an ihrem Vortrag arbeiten sollten.
c.) Müssen sie noch „schnell“ einer Kollegin zurückschreiben. (Wegen der Schule…)
d.) Rennen aufs WC.

Sie wollen nicht mehr kuscheln

Auch nicht ein bisschen.
Sie wollen auch nicht, dass man ihnen über die Haare streicht oder eine Wimper von der Wange pustet.
Vor allem nicht wenn die Freunde dabei sind.
Eine öffentliche Berührung? Um Himmels willen!
Nein, tut das nicht.
Nie.

Sie ändern ihre Fragestellung

Von „Mama, kommst du mal?“ zu „Mamaaaaa, (oder auch „Auuute“/“Alter“) kannst du mal rausgehen?!“

Kaum strecken wir Eltern den Kopf ein kleines bisschen ins Zimmerchen rein heisst es nicht mehr:
„Hilfst du mir mit den Legos, den Autos, beim Malen, kannst du die böse Hexe spielen?“
Sondern:
„Ja, ist was? Kannst du bitte gehen?“

Das schmerzt. Denn wir meinen es doch immer so gut mit ihnen und wollen sie nur kurz auf die Unordnung aufmerksam machen und ihnen in einem nervigen Ton befehlen, mal wieder den Saustall aufzuräumen…

Sie tragen Hosen, die schon von Anfang an zerrissen sind

Teenies, alles anders, Jugendliche, erwachsen werden, zerrissen, hosen

Man muss sie also nicht mehr flicken und oder an den Knien mit einem Patch verstärken. *auchsehrpraktisch
Ach ja und solltet ihr euch fragen, warum man so viel Geld für ein Stück Stoff mit so vielen Löchern ausgeben kann.
Tut es nicht.
Erinnert euch stattdessen an eure eigene Teeniezeit…
Wir trugen Jeans mit weissen Streifen an der Seite.
Leute!
MIT WEISSEN STREIFEN!
Und dazu manchmal sogar noch einen Nena-Nietengürtel.
Und den Pulli stopften wir in die Hose und krempelten sie auch noch hoch.
*alsoseidschönstill

Sie weinen nicht mehr wenn man weg geht

(Im Gegenteil…)

Kaum erwähnt man einen möglichen Kinobesuch, ein Nachtessen oder eine kleine Shoppingtour, werden die Teenie-Äuglein grösser, der Atem geht schneller und subito kommen nette Fragen wie:

„Oh! Ihr geht weg?“
„Ihr könntet doch schon am Nachmittag gehen und vielleicht noch eine kleine Schifffahrt machen?“
„Und dann noch gleich gaaanz lange Abendessen? Vielleicht mit Übernachtung?“
„Oder ihr geht gleich am Vormittag, dann könnt ihr den Tag noch besser ausnützen? Ist doch auch schön mal wieder ohne Kinder…“
„Oder warum bleibt ihr nicht gleich das ganze Wochenende?“

Sie antworten einsilbig und meistens immer mit den gleichen paar Wörtern

(Wenn man Glück hat…)

Also keine langen, ausführlichen Geschichten und Erzählungen mehr von Riesen und Räubern, von Hexen und Zauberern oder von imaginären Freunden. Keine ausschweifenden Begründungen, warum sie dies oder jenes so machen oder eben nicht.
Auf lustige Eltern-Fragen wie:
„Was hast du?“
„Was ist los?“
„Hast du Hausaufgaben?“
„Wie war’s in der Schule?“
„Wann räumst du mal wieder auf?“
Gibt’s oft ein Schweigen (siehe oben), vielleich mal ein Knurren, ein Murren oder ein „Augen verdrehen“ und wenn man Glück hat ein:

„Nicht’s!“
„Niiiiichts!“
„Keine Ahnung!“
„Chill’s mal! Aaaauuute“

„Weiss ich doch nicht!“
„Ist doch egal“

Oder als Krönung auch mal den sehr langen Satz:
„Hast du doch gestern schon gefragt!“

 

Also.
Freut euch drauf!