Geld für gute Schulnoten und für die Mithilfe im Haushalt?

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Das Badezimmer ist wieder nicht geputzt, der Geschirrspüler nicht ausgeräumt, der Hasenstall nicht ausgemistet und dazu gab’s auch noch eine schlechte Note in der Schule.

„Immer muss ich alles 100 Mal sagen.“
„Warum klappt das eigentlich nicht mit diesen Ämtli/Hausarbeiten?
„Und was ist eigentlich mit den Aufgaben? Warum muss ich dich ständig daran erinnern?“

Was tun, wenn gewisse Dinge einfach nicht so richtig klappen, wenn man sie ständig daran erinnern und ermahnen muss?
Die Verlockung ist gross, dass man ein Belohungssystem einführt.
Wenn es klappt, dann gibt es:

Geld? Warum eigentlich nicht Geld?

Wenn das Zimmer aufgeräumt, die Hausaufgaben gemacht, die Pflanze gegossen, die Kleider verräumt und Blockflöte gespielt wurde, dann gibt’s den Lohn:
Das Taschengeld.
Die Kinder sollen doch schliesslich auch etwas leisten und wenn sie das tun, dann sollen sie auch etwas Kleines dafür bekommen oder?
Diese Frage stellen sie viele Eltern immer wieder.
Soll die Höhe des Taschengelds von Schulnoten oder erwünschtem Verhalten wie etwa der Mitarbeit im Haushalt abhängig gemacht werden oder soll es stets ein fixer Betrag sein?

Eine eindeutige, richtige Antwort auf diese Frage gibt es eigentlich nicht.

Ich persönlich finde, dass das Taschengeld immer und bedingungslos gezahlt werden sollte und nicht als Belohnung für gute Schulnoten oder ein erwünschtes Verhalten gelten soll.
Wenn man sich dafür entscheidet Taschengeld zu geben, dann sollte es für eine zuverlässige „Einkommensquelle“ sein, mit der die Kids regelmässig rechnen können.

Mit Hausarbeit zusätzlich noch ein bisschen Geld verdienen?

Auch diese Frage steht ganz oft im Raum und hier sind sich sogar die Experten nicht ganz einig.

Ich persönlich bin da auch etwas hin und her gerissen.
Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel, dass die Kids ein gewisses „Grundeinkommen“ haben. Ein Teil des Taschengeldes wäre also fix und sie müssen nichts Spezielles dafür tun.
Einen zusätzlichen Betrag können sie sich dann aber, mit kleinen Arbeiten im Haushalt, dazu verdienen.
Das wäre dann sozusagen der „Verdienst“.

Ein bisschen Mithilfe im Haushalt sollte selbstverständlich sein

Wenn man den Kindern die Variante „Kohle gegen Arbeit“ anbietet, dann kann es schnell mal passieren, dass sie jedes Mal wenn sie einen Besen, einen Staubsauger oder Putzlappen sehen, gleich die „hohle Hand“ machen und nur dann einen Finger rühren, wenn man ihnen etwas bezahlt.
Das allerdings ist ja nicht der Sinn der Sache, denn:
Ein dem Alter angemessener Anteil an Mithilfe im Haushalt sollte selbstverständlich sein und bleiben.

Deshalb ist es wichtig, dass man das vorher klar definiert und miteinander bespricht. Schreibt mal alle Hausarbeiten, die bei euch zu Hause so anfallen auf einen Zettel auf. Schreibt dazu, WER im Moment WAS davon erledigt. In den meisten Fällen wird wohl dort MAMA (ab und zu auch noch PAPA) stehen… ;-)
Wenn die Kinder sehen, welche Arbeiten regelmässig anfallen und wie ungleich diese verteilt sind, kooperieren sie oft auch etwas besser. Alles zum Thema „Ämtli“ findet ihr übrigens hier.
Ob die Kinder dann zusätzlich zum normalen Ämtli, zur normalen Hausarbeit noch ein bisschen eigenes Geld dazu verdienen können oder wollen, das muss man dann zusammen diskutieren.

Geld für gute Schulnoten?

Noch in meiner Jugendzeit war das ganz normal, dass die Eltern, Oma oder Opa, den Kindern immer mal wieder einen „Fünfliber“ für eine gute Note zugesteckt haben.

Heutzutage kommt das zwar immer noch vor, aber viele sehen diese Art der „Belohung“ durchaus kritisch an.
Was, wenn ein Kind ohne grosse Anstrengungen gute Noten schreibt und das andere dafür lange und ausgiebig büffeln muss und dann trotzdem eine schlechtere Bewertung bekommt, als Kind 1?
Ist es fair, das erste Kind höher zu belohnen, obwohl es vielleicht weniger dafür gearbeitet hat?

Ich persönlich stehe dem ebenfalls kritisch gegenüber und finde, dass man gute Noten nicht mit Geld belohnen sollte.
Noten sind auch immer relativ, oft auch eine persönliche Einschätzung des Lehrers, manchmal auch einfach nur Glückssache.

Wenn man unbedingt die Kinder im schulischen Bereich belohnen will, dann lieber für die Anstrengungen, nicht für die definitiven Prüfungs- oder Zeugnisnoten.
Eine kleine Geste, am Schluss eines Quartals oder eines Schuljahres, unabhängig wie gut die Noten waren. Einfach als Zeichen, dass die Kids alles gut gemeistert haben und sich angestrengt und bemüht haben.
Aber das muss nicht unbedingt sein und vor allem auch nicht unbedingt finanzieller Art.
Manchmal ist ein Ausflug, eine Shopping Tour oder eine andere kleine Anerkennung genau so viel wert, als einfach nur Bargeld.

Wie macht ihr das?
Kinder belohnen für Ämtli, fürs Mithelfen oder für gute Noten?

 

Artikelbild: shutterstock.com/goodluz

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Dieser Post ist eine bezahlte Zusammenarbeit mit MoneyFit von PostFinance und ist ein Teil der Serie „Umgang mit Geld.“

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