„Nein mein Kind, diese Gummistiefel und den Rock ziehst du jetzt nicht an!“

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K wie Kleiderfrage

Jeden Morgen das gleiche Theater:
„Ein roter Rock?
Ein violetter Blümchen-Pulli?
Und Socken? Und erst noch die mit den scheusslichen, wilden Mustern? Überhaupt ist es für Socken sowieso viel zu kalt.
„Diese Gummistiefel? Mit dem Sommerröcklein? Haaalloooo!?!“
Dem Kind in diesem Moment begreiflich zu machen, dass man mit seiner Kleiderwahl überhaupt nicht einverstanden ist:
Ein Ding der Unmöglichkeit.
Und am Morgen gleich ein riesiges Geschrei zu haben, ist ja auch nicht gerade das aller tollste.

Wie kann man dieses Kleiderproblem lösen?

Nur die Kleider im Schrank lassen, die das Kind auch wirklich anziehen darf

Also im Sommer die Sommersachen im Winter die Wintersachen. Halt je nachdem wie streng man das unterscheiden will.
Ausmisten ist auch immer hilfreich.
Braucht es wirklich sooo viele Kleider im Schrank?

Die Kleider am Abend vorher schon bereit legen

Am besten kurz die Wetterprognose checken und dem Kind schon sagen, dass es dann wahrscheinlich regnet und es dann noch eine Jacke braucht oder die Gummistiefel anziehen soll. Das kann man vorher zusammen in Ruhe zusammen besprechen.
Ihr könnt auch gut zwei verschiedene Kleider-Sets raus suchen. Vielleicht macht man zwei verschiedene Kleiderhaufen, dann können die Kinderlein am morgen zwischen einem von beiden auswählen.


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Seine eigenen Vorstellungen überdenken

Muss wirklich immer alles zusammenpassen?
Warum kann man nicht einen roter Rock und den violetter Blümchen-Pulli zusammen kombinieren?
Warum passen Gummistiefel nicht zum neuen Kleid?
Wir Eltern haben immer ganz bestimmte Vorstellungen, wie das genau sein muss. Die decken sich meistens überhaupt bis gar nicht mit denjenigen der Kinder.
Ihr könnt jetzt:
a.) Darauf beharren. Die Kinder dürfen nur das anziehen, was die Eltern auch für gut befinden.
Vorprogrammiert sind dabei meistens: Geschrei und Ärger.

b.) Ihr lockert eure Kleidervorschriften etwas, seid grosszügiger, gelassener und lasst die Kinder halt auch mal mit zwei verschieden farbigen Socken in die Schule ziehen. (Ist ja auch nicht grad soooo schlimm und lebensgefährlich).
Wir Erwachsenen tragen ja schliesslich auch nicht immer nur die Kleiderkombinationen die den Kindern gefallen.

Eine Verkleidungskiste machen

Kinder lieben es, die unmöglichsten Sachen zu kombinieren. Lasst sie das tun und ausprobieren, in dem ihr ihnen eine grosse Kiste mit vielen verschiedenen Kleidern uns Stoffen zur Verfügung stellt. Das können Kleider von euch sein, aber auch ältere Lieblingskleider der Kinder, die man vielleicht auf Grund der zu kleinen Grösse, ein bisschen anders nutzen muss. Lasst sie immer wieder damit spielen, sie sollen alle möglichen Kombinationen ausprobieren dürfen.

Die „Sonntagskleider“ abschaffen

Braucht es wirklich Kleider, die man nur zu bestimmten Anlässen tragen darf?
Lohnt sich das wirklich ein Kleidungsstück zu kaufen, das man dann nur ein oder zwei Mal überhaupt tragen kann, bis es dann schon wieder zu klein ist?
Das ist eine Frage, die jeder für sich selber beantworten muss.
Wenn man sich für „Sonntagskleider“ entscheidet, dann räumt diese „schönsten Kleider“ am Besten irgendwo hin, so dass die Kinderlein sie nicht ständig vor Augen haben und sie für den Kindergarten oder die Schule anziehen möchten.
Vielleicht lieber die „Schmutz-Dreckskleidung“ einführen.
Also Kleider die speziell für Geburtstagspartys im Wald, für Spielplatz-Besuche, für Projektwochen, Mal- oder Bastelnachmittage geeignet sind.

Schränke abschliessen

Räumt das Kind trotz Regeln und Abmachungen immer und immer wieder den gesamten Schrank aus und das mehrmals am Tag, dann schliesst ihn für eine gewisse Zeit ab.
Mit Schlüssel, Schnur oder was immer euch zur Verfügung steht oder räumt die Kleider einfach in eine Kiste und versorgt sie dann irgendwo, wo das Kind nicht hin kommt.

Das erspart euch eine Menge Ärger, Streit und Nerven und ihr müsst dann auch nicht immer schimpfen.
Mit der Zeit, könnt ihr die Kleider dann auch wieder in den Schrank zurück legen.

Das Kind kurz vor die Türe schicken

Viele Kinder haben die lustige Angewohnheit, dass sie immer genau die Kleider anziehen wollen, die eigentlich überhaupt nicht für die aktuellen Temperaturen geeignet sind:
Kurze Hosen bei Neuschnee, Strumpfhosen oder die dicke Daunen-Weste im Hochsommer, die Ledersandalen bei Dauerregen oder keine Jacke bei Minus 5 Grad.
Ganz oft versuchen wir die Kinderlein dann mit viel Worten vom Gegenteil zu überzeugen und wenn’s nicht klappt, werden wir nicht selten laut und fangen an zu drohen.
„Wenn du jetzt nicht…, dann darfst du nicht…“

Öffnet stattdessen lieber die Haus- oder Balkontüre und sagt mit einem ruhigen Stimmchen:
„Steh mal rasch 1 Minute vor die Türe und schau mal wie sich das so anfühlt. Ich finde es recht kalt für das dünne Jäckchen und für das Spaghetti-Träger Top, aber du spürst das selber grad besser, wie es sich anfühlt.“
Ganz oft merken die Kinder dann nämlich von selber, dass es wirklich saukalt ist und entscheiden sich dann vielleicht doch für die wärmere Variante. Ausserdem merken sie auch, dass ihr keine Lust habt, euch in einen Machtkampf zu verstricken und dass sie selber entscheiden können.
Wenn sie ihre Meinung nicht ändern, dann lasst sie halt auch mal so vor die Türe gehen und los laufen. Vielleicht einigt ihr euch vorher noch auf einen Kompromiss, z.B dass ihr noch eine wärmere Jacke einpackt und sie diese dann überziehen können, falls es doch zu kalt oder zu nass werden sollte.
Und schlimmstenfalls haben sie halt ein bisschen kalt oder nasse Füsse.
*siewerdenesbestimmtüberleben
Wie sagte doch Konfuzius bereits:

Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu Handeln:
Erstens durch Nachdenken, das ist das Edelste.
Zweitens durch Nachahmen, das ist das Leichteste
Und drittens durch Erfahrung, das ist das Bitterste.

Und falls das alles klappt, die Kinder aber am morgen einfach nicht vorwärts machen wollen, dann klickt einfach hier und lest euch mal diese Tipps durch…