Die unglaublichen und magischen Elternfähigkeiten

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Habt ihr euch im Laufe eures Eltern-Daseins auch so einige tolle Fähigkeiten angeeignet?
Sachen, die man als Kinderlose nie und nimmer gemacht hätte?
Sie wären einem überhaupt gar nicht in den Sinn gekommen.
Dinge, die manchmal ganz schön praktisch aber oft auch leicht erschreckend bis verstörend sind.
Aber eben man tut sie.

Man MUSS sie tun, damit man im Strudel des elterlichen Chaos nicht untergeht.

Es gibt so einige magische, nahezu übermenschliche Fähigkeiten, die Eltern im Verlauf ihres „Eltern-Daseins“ entwickeln:

Gewisse Dinge einfach ausblenden

„Ja, ja die Fenster sehen aus, als hätte man eine Milchglasfolie drüber geklebt und auf der Höhe von ca. 70 Zentimeter kleben Reste vom Zvieri und ein paar „Schnudder-Rotznasen“.

Diese Tatsache einfach ausblenden oder denken:
„Ach, die Fenster putze ich dann mal wieder, wenn die Kinder grösser sind…“

Notlügen

Mit dem letzten Schoggi-Samichläusli in der Hand (weil man nicht teilen will) ganz ernst und ohne mit der Wimper zu zucken sagen:
„Der letzte Chlaus hat leider Alkohol drin.
Sorry.“

Schmerzunempfindlich werden

Wenn die Kinderlein schlafen, gaaaanz leise, ohne Licht zu machen und ohne zu atmen durchs Kinderzimmer tappen, um das Fenster zu öffnen oder zu schliessen. Dabei mit nackten Füssen auf eines der 243 Playmobil oder Legoteilchen stehen, die auf dem Boden rumliegen, und dabei den ungeheuren Schmerzensschrei in sich hineinfressen, weil man das Kind um Gottes Willen ja nicht aufwecken will. (Wenn es schon endlich, endlich einmal pennt…)

Übermenschliche Kräfte entwickeln

Wer will nach dem Einkaufen unbedingt drei Mal vom Auto zur Haustüre gehen?
Eben.
Dann lieber:
Zwei schwere Papiersäcke in die linke Hand, zwei in die Rechte, das Toilettenpapier elegant unter den linken Arm klemmen.
Am rechten Arm baumelt noch der Maxi-Cosi, mit dem Fuss die Türe zu stossen und dem schreienden Kleinkind mit letzter Kraft noch den Schnuller in die Hand drücken. Dazu einen sehr grossen Schritt über die Feuerwehrautos machen die am Boden herumliegen, mit einer Hand dem Kind den Matsch-Zwieback aus den Haaren zupfen und dazu ein herziges Kinderlied singen, weil das Baby unglaublichen Hunger hat und ganz laut schreit.

Den Sekundenschlaf beherrschen

Egal wo:
Auf dem Klo, beim Zeitung lesen, während dem langweiligen Elternabend, beim Gute-Nacht-Sagen oder beim Bilderbuch-Anschauen.
Immer und überall ganz kurz, am besten unauffällig, in einen Sekundenschlaf fallen. Manchmal kann der allerdings auch etwas länger ausfallen…
Man merkt es oft erst dann, wenn man 2 Stunden später immer noch mit den Kleidern im Kinderbett liegt oder wenn die Kinder während dem Geschichten erzählen plötzlich sagen:
„Mama, warum erzählst du etwas vom Eskimo und von der Katze? Das kommt im Buch doch gar nicht vor?…“
*Schlafhalluzinationen

In den Verkäufer-Modus wechseln können

Den Kindern die doofsten Sachen, wie zum Beispiel aufräumen, ins Bett gehen, nach Hause gehen, SOOOO gut und mit SOOOO viel Enthusiasmus verkaufen, dass man selber plötzlich daran glaubt, das alles sei ganz ungeheuer toll.
Eine Fähigkeit, die man sonst nur bei Marktschreiern und Astro-TV Moderatoren sieht.

Wahrsager-Qualitäten entwickeln

Genau zu wissen, was als Nächstes passiert.
„Wenn ich jetzt dieses Brot in zwei Hälften schneide, kriegt mein Kind die Krise.“
„Wenn mein Kind in den nächsten 3 Minuten nichts zu Essen bekommt, wird es hier in diesem Bus sehr, sehr laut werden.
„Wenn ich diese Schokolade nicht ganz weit hinten im Kühlschrank verstecke und die Brokkoli darüber legen, wird mein Teenager sie einfach essen.“

Alle 5 Sinne gleichzeitig nutzen

Mit der Hand den umkippenden Ovo Becher auffangen, mit dem Mund gleichzeitig eine tolle Anweisung geben, mit der Nase den verbrannten Toast riechen, mit dem linken Ohr den sich anbahnenden Streit im Kinderzimmer verfolgen, mit dem rechten Ohr den Postboten klingeln hören, mit den Augen den überquellenden Wäschekorb beobachten.

Sich wie ein Irrer über die verschiedensten Dinge freuen und das oft sogar laut und öffentlich kundtun

„Ooooohhh eine Schneeeeecke. Wie süüüüüssss!“
„Ein Piiiipppiiiiii. Ins Töpfchen. Wuuuunnderbaaaar.“
„Ein Kaaackaaa hast du gemacht? Oooohhh, dann wollen wir doch mal in das Windelein gucken.“
„Ein Kuuuuchen aus Saaaand und Matsch. Suuuper. Ich habe noch niiiieeee einen solch schööönen Kuchen gesehen!“

Aussergewöhnliche und ein bisschen anstrengende Freizeitbeschäftigungen entwickeln

Wie zum Beispiel:
Bambusflöten schnitzen, bei Wind und Regen im Wald ein Zwergenhaus bauen, immer und immer wieder das gleiche Bilderbuch vorlesen, immer und überall Geschichten mit Happy End erfinden, kaltes Gemüse in Kindertellern aufessen oder 5 stöckige Torten mit aufwändiger Verzierung backen, welche die Kindergeburtstags-Schar dann gar nicht gerne hat und lieber nur die Smarties isst, die auf dem Tisch herum liegen.

Sich öffentlich und vor allen Leuten zum Affen machen

Auf einem Bein hüpfen, eine Polizeisirene nachahmen oder ein Wildschwein oder Spongebob. Sich eine Kinderstrumpfhose über den Kopf ziehen und so tun als wäre man ein Hase mit Schlapp-Ohren. Bis zur Erschöpfung mit dem Kind auf den Schultern und laut wiehernd über den Parkplatz rennen, sich Federn in die Haare stecken und wie ein Papagei laut rufen:
„Kooomm, es ist nicht mehr weit bis nach Hause.“

Oder hättet ihr diese Dinge vorher, als ihr noch Kinderlos wart auch getan?
Eben.