„Arbeitest du eigentlich noch was?“

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Ein Gespräch zwischen zwei Frauen.
Neulich.
Irgendwo.

„Hey, lang nicht mehr gesehen. Wie geht’s dir so?

Und den Kindern?“

„Eigentlich gut. Die Kinder sind laut wie immer.
Und dir?“

„Super kann mich nicht beklagen. Immer sehr streng im Büro.
Und du?

Arbeitest du eigentlich noch was?“

„Arbeiten?
Eeehmmm….“

Also ich:
Mache Frühstück

Wecke die Kinder

Helfe beim Anziehen

Suche die Socken

Wechsle Windeln

Suche die Schnuller

Lass mich an Stühle fesseln

Lese Bücher und Geschichten vor

Putze die Wohnung

Schlichte Streit

Gehe mit zwei Trotzkindern einkaufen

Schleppe Einkaufstüten nach Hause

Bastle lustige Schneemänner

Putze wieder die Wohnung

Schlichte wieder Streit

Entferne Kaugummi aus den Haaren

Suche den Lieblings-Teddy

Koche liebevoll ein Mittagessen, von dem dann niemand richtig isst

Helfe bei den Hausaufgaben

Erkläre dass Mathematik fürs spätere Leben sehr wichtig ist

Kümmere mich um den riesigen Wäscheberg

Ich tröste

Versuche eine Mittagspause zu machen

Klebe Pflaster auf

Koche Essen

Räume die Küche auf

Bügle Wäsche

Helfe den Lieblingspulli suchen

Entferne Kaugummi aus den Haaren

Mach mir Kaffee (den ich nach Stunden dann kalt irgendwo in einer Tasse wiederfinde)

Stolpere über Legosteine

Jage schreckliche Spinnen aus Kinderzimmerecken

Rette nasse Badetücher aus Sporttaschen vor dem verschimmeln

Ich trinke im Garten „Giftsuppe“ aus Puppengeschirr

Ich hole eingesaugte Mini-Playmobil-Prinzessinnen Schuhe aus dem Staubsaugersack

Wische Tränen ab

Repariere Spielzeugtraktoren

Ja. Ich würde schon sagen, dass ich etwas arbeite.
Einfach zu Hause.
Und du halt auswärts.

 

 

  • Simselabim

    …ja, all das machen übrigens auch alle Mütter, inklusive ihre Kinder lieben und gerne möglichst viel Zeit mit ihnen verbringen, die nicht allzu viel Wahl haben ob und wie viel Prozent sie nebst der Arbeit zu Hause noch arbeiten MÜSSEN, damit die Familie durchkommt…Und sich auch noch anhören dürfen, dass man zum nur in die Kita oder zur Tagesmutter bringen, doch besser keine Kinder hätte… Es ist ein echter Luxus, sich in erster Linie um seine eigenen Kids können zu können und dürfen, allenfalls zu wählen, mal noch einen oder zwei Tage nebenbei zu arbeiten. Ein Privileg, das heute der Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr möglich ist. Bitte vergesst das nicht, liebe Vollzeit- oder Fastvollzeitmamas…

  • Andrea Mordasini, Bern

    Guter Artikel, danke :)! Ja, auch Mamis arbeiten, auch wenn nicht für finanziellen Lohn und eben zu Hause – und nicht gerade wenig… Deshalb frage ich wenn schon, nicht ob eine Mutter noch arbeitet, sondern ob sie noch „Teilzeit erwerbstätig ist“. Egal ob noch erwerbstätig oder nicht: JEDE Mutter leistet enorm viel und Gutes, schliesslich bilden und formen wir in gewisser Hinsicht die nächste Generation, unsere Zukunft. Und dies verdient endlich mehr Respekt, Achtung, Wertschätzung und Anerkennung!

  • Marisa Liviero

    Oh…Danke dafür….wie ich diese Frage hasse….oder kürzlich , nachdem ich (so ähnlich wie du) auf diese Frage geantwortet habe, sagte die Fragstellerin doch ernsthaft.“Was? Du bist zu Hause? Ist Dir nicht langweilig? (!!!!) Ich könnte das nicht, das macht doch heutzutage keiner mehr.“ Und ich hatte das dringende bedürfnis,dieser Person zu sagen, das ich meine Kinder liebe, und gerne bei, und mit Ihnen bin, ganz egal ob das sonst niemand mehr macht.Ich will das ..unbedingt…und mir ist auch nicht langweilig…nie!!