Wenn der Ferienstart immer ein bisschen anstrengend ist…

1

Ferien.
Eigentlich das Tollste was es gibt.
Tun und lassen was man will, entspannen und einfach eine friedliche Zeit zusammen geniessen.

Sagte ich friedlich?
Iiiieeekkk.
Also friedlich und Ferien beginnen zwar mit dem gleichen Buchstaben, aber das ist dann auch gleich alles was sie gemeinsam haben.
WEIL: Ferien sind gerade in der Anfangsphase meist ganz und gar nicht friedlich.
Egal ob im Frühling, im Sommer, im Herbst oder im Winter.

Wenn das bei euch anders ist, gratuliere ich euch recht herzlich und ihr müsst auch gar nicht mehr weiterlesen.
Wenn nicht, dann:
Herzlich Willkommen im Boot der „Eltern, deren Ferien am Anfang immer sau anstrengend sind“.

Kaum hat man das neue Quartier bezogen geht die Diskussion schon los.
Wer schläft wo und wer bekommt welche Bettdecke?
Wer schläft links, rechts, oben unten oder am Fenster – „Nein, du hast das letzte Mal schon auswählen dürfen.“
Jeder behauptet etwas Anderes, niemand weiss mehr genau wie es letztes Mal war, deshalb mein Tipp:

Kauft euch ein Notizbuch oder schreibt es am Besten gleich direkt ins iPhone.
Am allerbesten speichert ihr’s grad als Sprachnachricht oder ihr macht ein Kurzvideo.
*HochlebederVideobeweis

Es kann euch das Leben retten.
Na ja, wenigstens den Familienfrieden.

Dann am Tisch geht’s gleich weiter:
Wer darf neben Papa sitzen, warum kriegt sie (damit ist die Schwester gemeint) das grössere Salamistück, wer hat mehr orange Gummibärchen für die Skipiste bekommen, wer darf zuerst Duschen und wer nimmt welches Handtuch?
Welches Licht lässt man denn jetzt am Abend brennen und wie fest bleibt der Vorhang offen?

Papa nimmt’s noch einigermassen gelassen – Mutti ist auf 180.
*sohabichmirdieFerienwahrlichnichtvorgestellt.

Also überhaupt nicht Supernanny-mässig, eher super chaotisch.
Meine Nerven!

Die Batterie ist schon leer, kaum ist man angekommen.

Woran liegt’s?

Ganz oft an der Routine die durchbrochen wird
Anderes Haus
Anderes Bett
Anderer Tisch
Anderer Rhythmus
Dann beide Elternteile, die plötzlich immer da sind. Beide die Anweisungen geben (das heisst noch mehr als sonst), manchmal auch gleichzeitig, oft aber nicht die gleichen und gelegentlich auch mal motzen.
Das alles bringt die Kids durcheinander, denn Kinder mögen Routine.

Was tun?

Versuchen ruhig zu bleiben.
Schoggi kaufen.
Sich einen Baileys Kaffee gönnen.
Ein bisschen auf dem Elternplaneten rum jammern.
Sich mit dem Partner genau absprechen:
Wer macht was?

Und einmal mehr ganz wichtig:

Die eigene Erwartungshaltung ein bisschen überdenken.
Klare, konkrete Anweisungen geben.
Den Kids erklären, was denn jetzt in den Ferien anders läuft und was man von ihnen erwartet. (Am besten schon bevor man ins Ferienhäuschen einzieht).
Klare Abmachungen treffen, Konfliktpunkte schon von Anfang an ausschalten (schont die Nerven).
UND:
zwischendurch auch mal ein Stossgebet gegen den Himmel schicken:

Bitte lieber Gott.
Lass den ersten Ferientag einfach rasch vorbeigehen.
Danke. 

  • Hallo Kathrin! Wir müssten von unserer einen Woche, die wir im Urlaub waren auch ca die Hälfte wegen Anpassungsschwierigkeiten abziehen. Es geht überhaupt nicht. Die Gründe hast Du ja schon genannt. Ich denke, man sollte auch seine Erwartungshaltung überprüfen und erst mal auf null absenken. Fürs nächste mal wünsche ich gute Nerven! Liebe Grüße Katrin