Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

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Wenn man noch kein Kind hat, weiss dass man bald eines bekommt oder das Kindlein noch ganz klein ist, dann steckt man voller romantischer Vorstellungen.
Man malt sich aus, wie das Kinderzimmer dann aussehen wird, man schiebt den leeren Kinderwagen durch die Wohnung und summt schöne Kinderlieder. Man guckt sich den Stubenwagen an und stellt sich vor, wie schön, ruhig und lange das Baby darin schlafen wird.

Man nimmt sich ganz viele tolle Sachen vor:
Dass man jeden Tag bei Wind und Wetter mit dem Kind nach draussen geht, dass man doch auch Stoffwindeln nehmen oder mit stricken anfangen könnte und man legt sich viele wunderbare Erziehungsstrategien zurecht.
Wie man es dann machen will oder eben, was man gar nie und auf gar keinen Fall tun wird.

Ja und dann kommt es erstens anders und zweitens als man denkt

Wir haben euch hier mal ein paar „So stellt man es sich vor bevor man weiss wie es sein wird“ und „So ist es heute, in der Wirklichkeit“ Situationen und Sätze zusammengestellt. ;-)

  1. Ich werde nie laut und überhaupt gar nie die Kinderlein anbrüllen!
    „Manchmal brüll ich hier wie ein Gorilla.
  2. Ich werde immer Verständnis haben und ihnen nur die lebensgefährlichen Sachen verbieten.
    „Knallroter Nagellack für in die Schule?
    Nie und nimmer.“
  3. Falls sie mal ein chaotisches Zimmer haben sollten, werde ich bestimmt nicht mit der Wimper zucken, sondern denken: „Ist ja nicht mein Problem. Mir muss es ja da drin nicht wohl sein.“
    „Jedes Mal bekomme ich fast einen Atemstillstand und am liebsten würde ich auf ein Holzstöckchen beissen, damit ich nicht immer motze.“
  4. TV schauen sollen sie nur ganz selten und sicherlich niiie und nimmer, damit ich mal kurz meine Ruhe habe.“
    „Ok. Geht nur ein bisschen glotzen, ist schon gut.“
    (Mami ist todmüde, erschöpft und genervt. Schaut am besten grad 2 Folgen hintereinander).
  5. Ich werde dafür Sorgen, dass sie immer ganz lieb und fröhlich pfeifend ihre Haushalts-Ämtlein erledigen.
    „Hilfe! Total versagt!
    Welche Dinge sollen sie denn im Haushalt machen, wenn sie so viel weg sind?“
  6. Ich werde auch nach dem 12. Mal, in der Nacht vom Baby geweckt werden noch denken: „Hach du süsses Babylein. Wunderbar, toll. Schön, dass du dich immer in der Nacht meldest, ich kann nicht genug davon bekommen.“
    „Please, bitte, per favore: Schlaf einfach mal 3 Stunden am Stück und lass mich dasselbe tun. Ich bin fiiiix und feeertig.“
  7. Ich werde immer und ausschliesslich nur und überhaupt gaaaanz gesund kochen. Ehrenwort!
    „Her mit den Fischstäbchen!“
  8. Niemals werde ich blöde Fragen zu Freunden und schon gar nicht über Jungs stellen
    „Wiie alt ist der nochmals? Und wer war sonst noch so dabei? Wie alt sind die und was haben die für Hobbys? Rauchen die?“
  9. Ich werde immer voll und ganz und immer ehrlich sein und meine Kinderlein niemals anlügen. Denn jeder weiss: Wer lügt bekommt einen schwarzen Fleck auf dem Herzen.
    „Diese kleinen McDonalds Spielzeuge? Keine Ahnung wo die sind. Nö, ich hab die nicht weggeworfen. Würd ich nie tun.“
    „Die Schoggi ist nix für dich. Die hat leider Schnaps drin!“
    „Wunderbar diese tolle Zeichnung. Ah das ist gar kein Hund, sondern ein Flugzeug? Klar mein Schatz, das sieht man auf den ersten Blick.“
    „Ja. Ich gehe auch bald schlafen. Nur noch rasch die Küche aufräumen, dann bin ich auch im Bettchen.
  10. „Ich werde niemals ironisch, freche Kommentare abgeben.
    Das ist verletzend und doof. Steht auch in meinem Erziehungsratgeber
    „So, auch schon da mein Fräulein?“
    „Na, DAS ging jetzt aber schnell…“
    „Oh! Hier herrscht aber auch mal wieder eine tolle Ordnung.“
  11. Ich werde Trotz- und Pubertätsphasen und die daraus folgenden Situationen nicht persönlich nehmen. Die gehören nämlich zur normalen Entwicklung der Kinder dazu.
    Also, alles easy!
    „Nein. Ich gehe jetzt nicht aus deinem Zimmer und lasse dich in Ruhe. Erst wenn du dich entschuldigt hast. Das war jetzt ganz, ganz böse.“
  12. Ich werde nicht in der 3. Person Einzahl mit meinem Kind sprechen und mich dabei immer „Die Mama“ nennen.
    „Die Mama will jetzt, dass du her kommst!“
    „Das macht die Mama ganz fest traurig.“
    „Die Mama hat jetzt grad keine Zeit.“
  13. Ich werde keine unnützen, unmöglichen Drohungen ausstossen, bei denen ich schon von Anfang an denke: „Lieber Gott. Bitte mach, dass die Kinder gehorchen. Eine solche doofe Drohung, kann und will ich gar nicht durchziehen.
    Danke.“
    „Wenn du jetzt nicht, dann…
    Darfst du 3 Wochen nicht mehr ins Fussballtraining!“
    „Bleibt die Glotze die nächsten 2 Wochen aus!“
    „Gibt es nie mehr einen Nachtisch!“
    „Laden wir alle deine Freunde wieder aus und es gibt kein Geburtstagsfest!“

    „Gehen wir nach Hause und DU gehst SOFORT ins Bett. Ist mir egal, dass es jetzt 28 Grad und erst 14:32 ist!“
    „Schmeiss ich alle deine Spielsachen weg!“
  14. Wenn ich mal Kinder habe, dann werde ich nicht ständig, immer und überall über Kinder und Erziehungsprobleme schreiben und darüber nachdenken.
    www.elternplanet.ch
    Ihr wisst ja mittlerweile was ich hier jeden so Tag mache… ;-)
  • Andrea

    Ich war immer davon überzeugt, meine Kinder so erziehen zu können, dass sie nicht quengeln…..raaaaight, ist mir ja super gelungen. Auch sonst habe ich so einiges gelernt:http://www.anyworkingmom.com/15-monate-mutter/ ;-) Ich hoffe, Du erlaubst mir den Link? Darfst gerne auch bei mir vice versa!

  • Erika K.

    Oh, ja! Ich verstehe das so gut! (3 Bengel 5,11 und 12 Jahre alt) Ich bin eine Mutter holt mich da rauuuuus!