Wenn mal wieder alles schief läuft

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Kennt ihr diese Tage an denen ihr am liebsten einfach kurz vom Erdboden verschwinden möchtet?
Tage an denen einfach alles doof ist und ihr das Gefühl habt, dass alles aus dem Ruder läuft?
Die Wohnung ein Saustall, die Steuerrechnung die ins Haus flattert und mit den Kindern klappt irgend wie auch gar nix.
Frech sind sie und laut und gehorchen tun sie überhaupt nicht. Nur Geschrei, Drohungen, Wut und Frust.

Ihr kennt das?
Gut. Ich auch.
Am Abend ist man dann heilfroh, wenn die Kinderschar endlich im Bett ist und man fängt dann an zu grübeln und erinnert sich an all die unmöglichen Momente und nervt sich grad noch einmal.

„Immer streiten sie!“
„Nie, tun sie was ich sage!“
„Die ganze Zeit motzen sie und schimpfen!“
„Es klappt überhaupt gar nix!“

Und so schläft man dann ein.
Mit einem schlechten Gefühl im Bauch, gefrustet, unzufrieden und enttäuscht.
Enttäuscht, dass der Tag so mies gelaufen ist. Enttäuscht dass man sich den Abend herbei gewünscht hat. Enttäuscht von sich und dem ganzen Leben.
Und genau so wacht man dann am nächsten Tag auf. Immer noch gereizt und leicht säuerlich und kaum liegen sich die Kids das erste Mal wieder in den Haaren, ist ein weiterer schlechter Tag vorprogrammiert. Und wenn man nicht aufpasst und nix dagegen unternimmt, dann steckt man ganz schnell in einer Negativspirale drin.
Man verliert die Lust, die Freude und die Energie am Kinder- und Erziehungsalltag.

Wir haben euch hier mal ein paar wichtige Dinge zusammengestellt, die ihr vielleicht besser NICHT tun solltet.

1. Den Kindern jeden Morgen beim Aufstehen sagen, wie Scheisse doch der Tag gestern war und dass sie gefälligst heute brav sein sollen, sonst dürfen sie am Abend kein TV glotzen.

2. Einfach noch ein Kind in die Welt setzen und denken: „Ach, mit einem weiteren Kind wird das schon wieder alles gut. Dann können die dann fröhlich zusammen spielen und ich hab wieder mehr Zeit für mich.“

3. Ohne Ziel und Plan auswandern und denken: „In einem anderen Land ist es für die Kinderlein sicherlich viel lustiger. Und wenn es die Kinder wieder lustig haben, dann ist das für uns Eltern ja schliesslich auch gut und damit alle davon profitieren können, melden wir uns auch noch gleich bei einer Auswanderungs-Sendung an.

Ja aber was dann?
Als seriöser Eltern-Blog haben wir natürlich auch darüber nachgedacht und präsentieren euch hier gerne ein paar Ideen und Ratschläge:

1. Keine Panik!
Alle Eltern haben irgendwann mal einen Durchhänger, sind müde, ausgelaugt, haben keine Lust mehr, möchten mal gerne wieder ein bisschen die Ruhe geniessen, durchatmen, ohne Kindergeschrei essen oder mal wieder ausschlafen.
Das hat nix damit zu tun, dass man seine Kinder nicht lieben würde.
Auch wenn ihr vielleicht denkt, IHR seid die Einzigen, bei denen es ab und zu so läuft: FALSCH gedacht! :-)

2. Aufs Positive achten
Nach einem schrecklichen Tag sich mal überlegen:
WAS lief denn gut? Was war toll, was hat mir gefallen? Was haben die Kids denn GUT gemacht?
Auch wenn man vielleicht am Anfang denkt: „Gut gemacht? Hä? Gar nix. Wirklich überhaupt gar nix“, kommt einem bestimmt irgend etwas Positives in den Sinn. Und dann wird aus dem „halb leeren Glas“ ganz schnell ein „halb volles“.

3. Nicht nur über die Fehler nachdenken
Sich lieber fragen: WAS mach ICH das nächste Mal anders, damit es besser klappt? Meistens liegt es auf der Hand, warum es eskaliert ist und wir Eltern sind oft nicht ganz unschuldig daran…
Zu wenig positive Aufmerksamkeit, zu viele Anweisungen, zu wenig konkrete und vor allem zu viele Fragen. Man hat sich zu viel vorgenommen, hat schlechte Laune, zu wenig geschlafen, Stress, und zu wenig gut vorausgeplant.
Jedes Mal wenn man sich überlegt. WAS mach ich das nächste Mal besser? hat man nämlich auch aus einer missglückten Situation etwas gelernt.
Also:
Nicht einfach über die Kinder schimpfen, sondern sich selber immer wieder den Spiegel vorhalten, selbstkritisch sein und gleich ein paar mögliche Lösungen für das nächste Mal überlegen.
Denn das nächste Mal kommt bestimmt… :-)

4. Nicht überdramatisieren:
Kinder sind nicht immer kooperativ. Sie sind wild, laut, launisch, manchmal nervig, ungeduldig. Sie brauchen einen verlässlichen Tagesablauf, Rituale, viel Geduld, klare Anweisungen und viele Dinge müssen sie noch üben. Immer und immer wieder.
Sie brauchen viel positive Aufmerksamkeit und Eltern mit einer Portion Fantasie und Humor.
Manchmal hilft es, wenn man ganz bewusst „zählt“, WIE OFT denn ein Problemverhalten tatsächlich aufgetaucht ist. Meistens ist es nämlich weniger oft passiert, als wir das Gefühl hatten.
Zählt man die schwierigen Momente, die Trotz- und Wutanfälle mal zusammen, merkt man nicht selten, dass es gar nicht sooooo oft am Tag war, dass es durchaus dem Alter entspricht und eigentlich im „normalen Rahmen“ liegt.

5. Sich etwas Gutes tun!
Damit wir bei der Erziehung ruhig und gelassen bleiben können, brauchen wir auch ab und zu ein bisschen Zeit für uns.
In der Mittagspause immer mal wieder kurz die Füsse hochlegen (den Haushalt mal kurz liegen lassen, auch wenn’s schwer fällt), sich mal wieder mit Freunden treffen, spazieren gehen, Kaffee trinken, ein paar Brownies mampfen, zur Kosmetikerin gehen und ab und zu auch mal wieder ein paar Stunden oder Tage ohne die Kinder geniessen.

6. Hilfe holen!
Nicht immer findet man aus einer Negativspirale wieder selber hin aus. Manchmal hat man vielleicht einfach schon zu lange gewartet und man sieht vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr.
Man denkt dann ständig: „Ach, das ist eine Phase, das wird schon wieder!“ und taucht immer mehr und mehr ins Negative ab.
Sich eingestehen, dass man ein bisschen Hilfe, ein paar Tipps und Ratschläge von aussen braucht, ist nicht nur mutig sondern auch ganz wichtig. Oft braucht es auch nur ein „offenes Ohr“, ein bisschen Zuspruch, Bestätigung und ein paar liebe Worte, von einer lieben Freundin, vom Partner, vom nahen Umfeld.
Liebe Menschen miteinbeziehen und die angebotene Hilfe dann auch annehmen.

Und wenn ihr mögt, bleibt ihr einfach noch ein bisschen hier auf dem Elternplaneten und springt dann auch gleich rüber in unsere grosse Eltern Community auf Facebook.

Dort darf man nämlich auch ein bisschen jammern, Fragen stellen aber auch immer wieder davon erzählen, wie toll das Leben mit Kindern doch eigentlich ist.