Mama, Mutter, Hausfrau, Lehrerin und Putzfrau?

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Wer immer mal wieder auf Facebook unterwegs ist, der stolpert ständig über diese „Teile das, wenn du eine Mama bist“ Bilder. Manchmal sind sie einen kleinen Schmunzler wert, doch bei den meisten Fotos denk ich eher so:

„Bitte, nicht SCHON wieder! 1 Mio. Mal wurde der Scheiss jetzt schon geteilt und es hört nicht auf!“
„Hä? DEN Humor versteh ich jetzt wirklich nicht!“
„Und warum sollte ich DAS jetzt teilen?“
„Oh, wieder so ein „Klick-Mich-Teil-mich“ Bild, damit die Seitenbetreiber mehr Reichweite generieren können.“

Ja ihr habt Recht. Man kann diese Bilder ignorieren, sie weg klicken oder die Freunde, die ständig damit nerven einfach ent-abonnieren.
Meistens mach ich das auch und gut ist.
In der letzten Zeit ist vermehrt dieses Foto wieder aufgetaucht.

 

 

 

 

 

 

 

 

Und dazu muss ich doch mal ein paar Sachen schreiben:

Ja. Mama sein ist ein vielfältiger, anstrengender und bestimmt kein 0815-Job. Gerade wenn die Kids noch klein sind, ist man oft fast rund um die Uhr mit irgend etwas beschäftigt. Es ist anspruchsvoll, manchmal auch ermüdend, oft auch nervig aber eben:
Es ist auch toll und bereichernd.
Und deshalb möchte ich gerne der Person, die dieses Bild kreiert hat folgendes sagen:

Ich bin Mama
„Ja, das stimmt. Aber eben nicht NUR.“

Mutter,
„Ja, hab ich ja gerade bestätigt.“

Hausfrau
„Ja, ich mache den Haushalt. Manchmal lass ich ihn aber auch links liegen oder mache nur das Nötigste. Wenn es über 27 Grad ist zum Beispiel oder wenn ich lieber einen Kaffee trinke oder mit meinen Kids spiele oder ins Fitness will oder ganz einfach: Wenn ich keine Lust habe.
Dann mach ich nur das Nötigste oder auch mal gar nix.
Ich bin keine Hausfrau, weil ich nicht NUR im Haus bin und weil ich zum Glück einen sehr tollen Mann habe, der auch anpackt und mithilft.

Lehrerin
„Ja. DAS bin ich in der Tat. Sogar eine ausgebildete. :-)
Aber unsere Kids haben schon ganz früh, selber die Verantwortung für ihre Aufgaben übernommen. Ich war und bin heute noch da, wenn sie Hilfe brauchen, stehe aber nicht vor dem Pult, halte Vorträge oder korrigiere ihre Arbeiten.“

Putzfrau
„Nö. (Siehe Text Hausfrau).
Und falls ich mich in meinem eigenen Haus tatsächlich als eine fühlen würde, DANN würde ich schleunigst etwas ändern. Die Kids in die Verantwortung ziehen und auch den Mann.

Krankenschwester
„So schwere Krankheiten hatten unsere Kids zum Glück noch nie, dass ich mich grad als „Krankenschwester“ gefühlt hätte.“

Taxifahrerin
„Vielleicht mal in ein Turnen fahren wenn 20 Minuten vorher grad die Sturmwarnung kam. Oder im Winter, wenn’s schon dunkel ist. Oder als sie noch so kleiner waren und noch nicht alleine gehen konnten, hab ich sie auch mal hin chauffiert.
Oder wenn es wirklich das absolute Lieblingshobby des Kindes und der Ort wirklich nur mit dem Auto erreichbar ist. Dann vielleicht.
Aber Taxifahrerin für die Hobbies meiner Kids?
Ständig nur noch in der Gegend herum kurven?
Sorry, nein.“

Vorleserin
„Vorlesen ist super. Hab ich ganz oft gemacht und manchen magischen Moment erlebt. Vorlesen verbindet und stärkt die Eltern-Kind Beziehung.
Aber manchmal hab ich auch gesagt, dass ich nur 2 Seiten vorlese und nicht 20 und die Kids auch zum selber lesen animiert.“

Geisterjägerin
„Geister gejagt hab ich nie. Je mehr man die nämlich jagt, umso mehr haben Kinder das Gefühl, dass sie tatsächlich auch existieren: „Die Mama jagt die doch ständig und macht dazu verrückte Geräusche, also muss doch irgendwo so ein Geist oder Monster sein.“
Vielleicht hab ich mal einen Zauberspruch gesagt, ein bisschen Monsterspray versprüht, aber dann nicht immer und ständig davon gesprochen. Ablenkung hilft da nämlich oft besser.“

Sekretärin
„Wie jetzt?
Vom Mann?
Von den Kids?
Das wär’s ja noch. Die erledigen ihren Kram selber.“

Managerin
„Wie jetzt? Von den Kids oder vom Mann?
Du Schatz, du hast dann morgen eine Sitzung mit dem Herrn xy? Ziehst dir dann das blaue Hemd an, gell? Ich hab dir noch 3 Telefontermine eingetragen. Ausserdem musst du noch dem Bruno eine Mail schicken und neue Schuhe kaufen.“ hihi

Beste Freundin
Hab ich eine, die ist super.

Ehefrau
Yep, aber so bezeichne ich mich wirklich sehr, sehr selten. Würd ich auch nie in eine Biografie rein schreiben. Ist ja jetzt auch nicht unbedingt ein Beruf…

Sexgöttin
„Öhhhm.
Also da muss ich laut lachen.“

Und den ganzen verdammten Rest mach ich auch noch.
„Welchen Rest?
Und warum ist der verdammt?

Ok. Den Gefrierschrank ent-eisen ist wirklich verdammt doof. Und einkaufen auch. Oder bügeln.
Aber ich führe ja keinen 1 Personen-Haushalt. Wir sind zu 4. Und jeder packt ein bisschen mit an. Und mein Mann der kocht. Besser und lieber als ich. Und kauft ein und zahlt die Rechnungen (würd ich’s tun, stünde sicherlich schon lange der Gerichtsvollzieher vor der Türe, weil ich immer alles vergesse und verliere… :-)

Ja. Ich find’s manchmal auch anstrengend, muss manchmal auch ein bisschen jammern und schimpfen.
Aber eigentlich macht es auch Spass denn sehr oft, bin ich einfach ICH ohne „Berufsbezeichnung“.

Ich habe viele „Jobs“ das stimmt, bin aber wirklich immer auf der Hut, dass ich trotzdem auch immer mal wieder für MICH schaue. Deshalb habe ich auch schon ganz früh angefangen, meine Kinder zur Selbstständigkeit zu erziehen. Ab und zu bin ich auch etwas EGOISTISCH.
DAS ist nicht gut für MICH. Und was nicht gut für MICH ist, ist auch nicht gut für MEINE KIDS.

Die Frage die sich jetzt aber trotzdem stellt:

Warum werden solche Bilder so oft von Mamis geteilt?

Vielleicht um zu sagen:
Hey! Findet ihr nicht auch, dass ich einen anstrengend Job habe? Dass ich so viele Dinge tue, die man von aussen gar nicht als „Job“ wahrnimmt, sondern einfach als „so ein bisschen mit den Kindern zu Hause sein.“
Es geht um Anerkennung, („sooo wahr!“) vielleicht auch darum, mal wieder zu hören: „Du machst das toll. Danke dafür!“

Schade eigentlich, dass es dafür solche Facebook Bilder braucht, damit Mamis ab und zu ein Lob, eine kleine Anerkennung und ein „Schulterklopfen“ bekommen.