Liebe, kleine Monster

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Liebe, kleine Monster
sind manchmal laut, wild, launisch, frech, manchmal aufmüpfig, ungehorsam und störrisch.
Sie müssen Dinge ausprobieren, in die Hände nehmen, fühlen, spüren, sie kneten, auf den Boden schmeissen, sie betrachten, schmecken, sie auch mal wieder ausspucken.
Sie brauchen viel Zeit, denn sie müssen alles was es in ihrer Monsterwelt gibt bestaunen, sie müssen manchmal stehen bleiben, auf den Boden sitzen.
Sie müssen Dinge immer und immer wieder hören und nachahmen können, damit sie sie begreifen und verstehen.

Liebe, kleine Monster
müssen manchmal ihre Wut hinausschreien, sich auf den Boden werfen, mit den kleinen Füssen stampfen. Sie müssen manchmal auch ein bisschen sehr schimpfen und oft tun sie genau das Gegenteil von dem, was sie eigentlich sollten.
Sie wollen im Sommer dicke Socken anziehen und im Winter die Sandalen, sie wollen zwei Geschichten hören und nicht nur eine. Zähne putzen finden sie doof und aufräumen ganz besonders.
Manchmal wollen sie auch nicht sofort einschlafen. Nicht weil sie ihre Eltern ärgern wollen, sondern weil sie einfach noch nicht müde sind. Oder sie sind schon sooo müde, dass sie gar keine Ruhe finden. Manchmal haben sie auch so viele Eindrücke in ihren kleinen Köpfen, dass es mit dem Einschlafen auch nicht so gut klappt.

Liebe, kleine Monster
brauchen viel Verständnis, weil sie eben die Welt erst noch entdecken müssen. Und es gibt wahrlich sehr viel zu entdecken.
Sie brauchen nicht Menschen, die für sie alles erledigen. Viele Dinge wollen sie selber tun und lässt man sie, dann können sie es auch.
Sie brauchen Zuneigung, Bestärkung, Ermutigung, Motivation.
Wenn sie ständig nur ein „Nein“ hören, dann werden sie wütend und sind frustriert.
Sie mögen es, wenn man ihnen Alternativen anbietet, ihnen auch mal einen anderen Weg aufzeigt und ihnen den, mit etwas Fantasie und Humor „gut verkauft.“

Liebe, kleine Monster
brauchen aber auch Verlässlichkeit, Rituale und auch ein paar Abmachungen und Regeln. Gibt es die, dann fühlen sie sich wohl, weil sie sich damit auf diesem „Spielfeld“ frei bewegen und sich entfalten können.
Sie brauchen aber auch Vorbilder, die ihnen viele Dinge vorleben und sie auch begeistern können.

Es braucht viel Zeit, Geduld und auch gute Nerven, mit lieben, kleinen Monstern zu leben.
Manchmal ist es ermüdend und frustrierend und man würde sie am liebsten mit der Monster-Rakete auf einen anderen Planeten schiessen.
Aber DAS gehört dazu.

Liebe, kleine Monster
fordern uns, halten uns den Spiegel vor und zeigen uns immer wieder wie viel Geduld wir eigentlich haben.

Versuchen wir es nicht immer sooo persönlich zu nehmen, wenn es in der Monsterwelt manchmal brüllt und schreit, wenn die Fetzen fliegen und es ausserordentlich anstrengend ist.

Denn es ist nämlich auch monstermässig toll und bereichernd.
Und das sollten wir nicht vergessen und nicht erst dann bemerken, wenn unsere lieben, kleinen Monster schon gross sind.