Kommunikation ist alles!

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Da ärgert man sich jeden Tag über herumliegende Socken, Sporttaschen, Jacken, Turnschuhe, Haarspangen, Schulbücher, Glacépapierchen, Schwimmsachen. Man ärgert sich, weil man es schon hundert Mal gepredigt hat und es dann doch nicht klappt und dann irgendwann fängt man damit an:
Man räumt den Krempel halt selber weg.
Weil man keinen Krach will, weils schneller geht, weil man doch nur ein bisschen Ordnung haben möchte. Und die Kinderlein denken sich:
„Ach, praktisch. Ich lass mein Zeugs herum liegen, Mutti räumt ja dann alles weg. Ganz prima ist das.“

Und man ärgert sich dann noch mehr, über die Selbstverständlichkeit, die Faulheit und die Uneinsichtigkeit der Kinder.
Doch ihnen ist unser Problem oft gar nicht richtig bewusst. Sie verstehen es nicht, weil sie zum Beispiel eine andere Vorstellung von Ordnung haben als wir Erwachsenen. Sie merken es nicht, weil wir das Zeugs oft selber schnell wegräumen, sie sehen oft keinen Grund, weil wir, dem Frieden zuliebe, einfach irgendwann mal aufgegeben haben und still sind und es einfach erledigen.
Wir denken vielleicht auch:
„Ach, das hat ja eh keinen Sinn, das klappt ja sowieso nie, da kann ich reden wie ich will, hört ja eh keiner zu.“
Ich kann diese Aussagen verstehen.
Sehr sogar.

Mit Kindern zusammen zu sein ist wirklich manchmal sehr anstrengend. Wir müssen sie immer und immer wieder die gleichen Dinge üben lassen. Wir müssen uns mit ihnen zusammensetzen, ihnen erklären, was uns stört, ärgert und frustriert und und mit ihnen dann klare Regeln und Abmachungen treffen.

Situationen können sich nur ändern, wenn wir Eltern, den Kids klar machen, warum wir uns ärgern und dass wir möchten, dass sich etwas ändert.

Nicht einfach nur befehlen und die Antworten vorgeben

Am besten ist es, wenn wir dann ZUSAMMEN versuchen eine Möglichkeit, eine Alternative zu finden und die Kids mit Fragen und Gegenfragen selber zu einer Lösung bringen können:
Wie wollen wir das anpacken?“
„Wie machen wir das in den Ferien mit dem Ausschlafen und dem Helfen?“

„Wie könntet ihr daran denken, eure Sachen aufzuhängen wenn ihr nach Hause kommt.“
„Mich ärgert es, wenn immer alles herum liegt.“
„Habt ihr eine Idee?“
„Wie können wir es schaffen, dass wir hier in einem anständigen Ton zusammen reden?“
„Was könntest du tun, wenn du dich über deinen Bruder ärgerst?“
„Wie können wir den Abend etwas ruhiger gestalten, so dass wir nicht ständig Streit haben?“
Am besten diskutiert man diese Vorschläge dann zusammen und schreibt sie als Regel oder Abmachung auf ein Blatt und hängt dieses dann auf. Man kann dann nämlich die Kids immer mal wieder daran erinnern und sagen: „Hey schaut mal, wisst ihr noch was wir zusammen abgemacht haben?“

Wichtig ist nicht nur, dass wir es sagen sondern auch WIE

Wenn wir jedes Mal die Augen verdrehen, sie anbrüllen oder als Person beschimpfen, dann kommen wir mit unserem Anliegen nicht sehr weit.
Auch nicht, wenn wir die Kinder mit ausgefallenen Drohungen beeindrucken wollen:

„Jetzt kauf ich dir dann nie mehr eine Skijacke, wenn du sie nie aufhängst.“
„Wenn du jetzt nicht endlich aufräumst, dann kannst du nicht mit in die Ferien kommen.“
„Jetzt hör mal auf deinen Bruder zu ärgern, sonst kriegst du keinen Geburtstagskuchen.“

Ja, ihr habt Recht. Das ist nicht immer ganz einfach. Vor allem, wenn es es eben so total nervt und man es vielleicht auch schon etwas zu lange so hat laufen lassen.
Trotzdem:
Man kommt nicht darum herum, es zu thematisieren. Es auf Facebook zu posten, still vor sich hin zu schweigen, sich immer wieder darüber zu ärgern, bringt nur noch mehr Streit, Frust und das Gefühl versagt zu haben.
Denn:

KOMMUNIKATION IST ALLES!

Und dazu möchte ich euch gerne noch diese kleine Geschichte ans Herz legen:

Große Aufregung im Wald!
Es geht das Gerücht um, der Bär habe eine Todesliste.

Alle fragen sich, wer denn nun da drauf steht. Als erster nimmt der Hirsch allen Mut zusammen und geht zum Bären und fragt ihn:

„Entschuldige Bär, eine Frage: Steh ich auch auf deiner Liste?”

„Ja”, sagt der Bär, „du stehst auch auf meiner Liste.”

Voller Angst dreht sich der Hirsch um und läuft weg. Und tatsächlich, nach zwei Tagen wird der Hirsch tot aufgefunden.

Die Angst bei den Waldbewohnern steigt immer mehr und die Gerüchteküche auf die Frage, wer denn nun auf der Liste steht, brodelt.

Das Wildschwein ist das nächste Tier, dem der Geduldsfaden reißt und darauf den Bären aufsucht, um ihn zu fragen, ob es auch auf der Liste stehen würde.

„Ja, auch du stehst auf meiner Liste”, antwortet der Bär.

Verschreckt verabschiedet sich das Wildschwein vom Bären. Auch das Wildschwein fand man nach zwei Tagen tot auf.

Nun bricht Panik bei den Waldbewohnern aus. Nur der Hase traut sich noch zum Bären.

„Hey Bär, steh ich auch auf deiner Liste?”

„Ja, auch du stehst auf meiner Liste!”

„Kannst du mich da streichen?”

„Ja klar, kein Problem!”

(Autor unbekannt)