Das Zimmer- und Seelenaufräumprogramm

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Oho. Kennt ihr das? Ein Puff im Eingangsschrank, Wäschekörbe die überall rumstehen, der Spiegel im Badezimmer voller Zahnpastaflecken, alles staubig, die Zahnputzgläser: Ooohhhmmm. Die Körbchen auf der Treppe quillen über. Kurz und gut: Ein Chaos! Man sollte staubsaugen, die Böden aufwischen, Fenster putzen, bügeln. Wenn man Pech hat, dann war man vorher grad noch bei einer Supermutti zu Besuch, deren Wohnung aussieht wie aus dem „Schöner Wohnen“ Katalog und man nervt sich über die eigene Bude noch viel mehr.
Ok. Manchmal geht mir das so. Euch auch? Und dann ärgere ich mich und fühl mich unwohl und denke, dass ich endlich dies und jenes tun und das Chaos beseitigen sollte. Und manchmal bin ich dann auch motzig und unzufrieden und unfair zu den Kids und nur weil hier Unordnung herrscht.
Warum ich euch das erzähle?
Weil es da Parallelen gibt. Zu Teenager Töchtern.
Also:

Kinder haben ja bekanntlich einen anderen Ordnungssinn als wir Eltern. Gehen wir nach einem: „Ja, ich habe aufgeräumt“ ins Zimmer, müssen wir uns immer wieder verwundert die Augen reiben und denken: „Was, DAS soll aufgeräumt sein?“
Sagen wir: „Räum dein Zimmer auf!“, hören wir oft die Antwort: „Du. DAS hab ich jetzt grad aufgeräumt. Sieht man doch“. – „Du. Nein. Ehrlich. Man sieht nix.“

Kleine Kinder stört das meistens nicht sonderlich und eine Unordnung ist für sie eigentlich gar keine.
Werden die Kinderlein grösser, wird es zwar nicht unbedingt besser mit der Ordnung und dem Sinn dafür, aber immer öfter schlägt die Unordnung dann eben auch noch aufs Gemüt.
Wer sich nicht wohl fühlt in seinem Zimmer, der wird hässig (oder noch hässiger als er oder sie eh schon ist). Man kann sich nicht mehr gemütlich zurückziehen, sich nicht mehr ablenken. Alles ist „Scheisse“, „blöd“, und sonst noch so ein paar Wörter die ich hier nicht wiederholen möchte.
Es gilt so ein bissschen das Motto: „Zeig mir deine Laune und ich sag dir, wie chaotisch dein Zimmer ist.“

SCHEISSLAUNE = ziemliches Chaos
OBERMÄSSIGEPUBERTÄTSSCHEISSLAUNE = man kann die Zimmertüre kaum mehr öffnen und sieht auch den Schreibtisch nicht mehr.

Und da ich ja eine ziemlich clevere und auch nette Mutti bin, mach ich von jetzt an folgendes:

Nimmt die Scheisslaune wirklich massive Züge an, lass ich den Sturm kurz vorüberziehen, guck dann rasch ins Zimmerlein und frage dann in einer ruhigen Minute:
„Du, soll ich dir rasch ein bisschen helfen. Magst du?“
Meistens mag sie, weil man in solchen Situationen oft vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht, oder gar nicht mehr die Motivation hat mit dem Aufräumen anzufangen, weil man gar nicht mehr weiss, wie und wo man anfangen soll, weil es eben so ein Chaos ist. Ist klar oder?

 

 
Dann räumen wir kurz ein paar Minütchen zusammen auf und dank dem aufgeräumten Zimmer ist auch die Seele wieder ein bisschen mehr im Gleichgewicht.
Uff!
Das allerdings ist nur bei Mädchen erprobt. Ob das bei Jungs auch funktioniert entzieht sich meiner Kenntnis.