Nochmal und nochmal und nochmal…

0

Seid ihr auch zu Wiederholungstätern mutiert, seid ihr Kinder habt?
Habt ihr auch den Replay-Modus drin? Ohne es eigentlich zu wollen?
Aber jetzt tut ihr es, euren Kinderlein zuliebe.
Alles immer und immer wiederholen?
Immer wieder die gleichen Dinge tun?

Manchmal könnte man glatt in Ohnmacht fallen, oder ins Kissen beissen, sich auf eine Insel beamen, die Decke über den Kopf ziehen.

Es gibt Tage, da mag man diese „ewig-gleichen-Dinge“ einfach überhaupt gar nicht tun

Zum hundertsten Mal das gleiche Buch vorlesen oder sogar die gleiche (!) Seite.
(Und wehe man lässt irgend etwas Kleines aus. Die Kinder merken’s. IMMER.)

Stundenlang auf einem Bein hüpfen.

Den ganzen Spaziergang das Kind auf den Schultern tragen, obwohl man schon nach 5 Minuten fast zusammenbricht.

Immer und immer wieder das langweilige Raupenspiel spielen.

Im Auto immer nur die genau gleiche CD hören.

Immer wieder die Hand vors Gesicht halten und „Guguuus“ rufen.

Mit dem Kind auf dem Arm durch die Wohnung galoppieren und dazu laut wiehern.

Den Daumen wegzaubern.

Unzählige Male die rote Babybel-Wachsverpackung auf die Nase setzen und laut niesen, damit das Ding von der Nase fällt und das Kind vor Freude laut quietscht.

Den Hund nachmachen oder die Katze oder die Polizeisirene.

Verstecken spielen und immer so tun, als würde man das Kind ganz lang nicht finden.

Zum tausendsten Mal die Fingerverse vom „Daumen der gern Pflaumen isst“, oder vom „Bär, wo kommt er her wo geht er hin“, aufsagen.

Das Schnuffeltuch auf den Kopf legen und es sich vom Kind vom Kopf ziehen lassen. Immer und immer wieder.

Und dann denkt man:

„Oooohhhhmmmm. Nein. Nicht schon wieder.
Ich will nicht mehr.

Nicht wieder dieses Buch, nicht wieder dieses langweilige Spiel, nicht wieder den Spielgruppen-Tanz machen.
Ich kann den blöden Globi, den Kasper, den Zaubererer Muckelmack nicht mehr hööören.
Biiitte, stopp, einmal etwas anderes.“
Ich geb’s zu.
Manchmal hab ich auch schon ein bisschen gelogen.
Einfach, weil mich das alles soooo gelangweilt hat.

Eine kleine Notlüge

„Also nö. Ich hab keine Ahnung wo das Buch ist. Müssen wir heute halt mal ein anderes anschauen.“

„Ui, die Kassette ist grad schlafen gegangen.“
(Hallo? Welch doofe Ausrede ist das denn?).

„Der Hund ist in den Ferien. Das Pferd kann grad nicht galoppieren, es hat Schmerzen am Bein.“

„Heute hab ich leider grad keine Zauberkraft, weil heute Mittwoch, Vollmond, Winteranfang… usw ist.

„Ich kann grad nicht mehr so gut singen, ich habe soooo fest Halsweh.“

Rituale sind wichtig, wirklich wichtig für Kinder

Kinder lieben es, wenn immer alles gleich ist und sie sich darauf verlassen können, dass alles gut ist. Deshalb plädiere ich auch immer dafür, dass man diese Rituale einführt und den Kindern damit Sicherheit gibt.

Es ist aber auch ok, wenn man als Mama oder Papa auch mal ganz ehrlich sagt:
„Du nein. Das Spiel mag ich jetzt nicht spielen, das langweilt mich wirklich. Komm wir schauen mal, welche Spiele wir sonst noch haben.“

„Dein Lieblingsbuch kannst du selber kurz durch blättern, ich erzähle dir heute lieber diese Geschichte.“

„Und den Hund, den mag ich jetzt grad nicht nachmachen. Heute mach ich mal den Affen oder das Warzenschwein.“