Der Supergau – Wenn einfach alles schief läuft

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Kennt ihr das auch?
Diese Tage, an denen man denkt: Es kann nicht mehr schlimmer kommen?
Und es kommt dann tatsächlich noch schlimmer.

Ihr wollt zum Beispiel aus dem Haus und seid für einmal nicht zu spät, sondern nur saumässig knapp dran. Dann fällt euch die Kiste mit den Bügelperlen auf den Boden, ihr findet den Hausschlüssel nicht, das Kind isst im Badezimmer die Nivea-Créme und dann reissen auch noch die Bänder des Abfallsackes, den ihr grad aus dem Haus tragen wolltet.
Oder so was:
Das Kind leert die ganze Ovo-Dose auf den Boden, ihr habt grad die allerletzte Kontaktlinse im Spülbecken runter gespült (unabsichtlich natürlich), die Türe des Gefrierschranks im Keller war nicht ganz zu und es hat sich ca. 3 Tonnen Eis gebildet (und jetzt geht die Türe erst recht nicht mehr zu) und beim Abhacken des Eises mit dem Holzbügel des Trip Traps, rutscht ihr aus und rammt euch das Ding in den Oberschenkel.
*dasistmirimFallwirklichmalpassiert

An manchen Tagen reicht es dann auch nicht, wenn einfach nur EIN Missgeschick passiert. Nein, es muss dann, wenn schon denn schon, das ganze Universum mit allen Missgeschicken, die man sich nur vorstellen kann, über einem zusammenbrechen.
So wie ein Domino.
Bling-Blang-Bling-Blang.


Bildnachweis: shutterstock.com/evgeniiand

Da könnte man am liebsten einfach nur noch heulen.
Oder den Harry Potter „Verschwindibus-Tarnanzug“ anziehen. Oder mit dem Vespa des Nachbarn ans Meer flüchten.

Und man denkt dann einfach nur: SCHEISSE! Warum passiert das nur mir?

Warum ist bei Frau Sonderegger immer alles tip top und sauber und organisiert und fällt nie etwas um, geht nie etwas in die Hosen? Und die Kinder von der sind eh totaaaaal gut erzogen.
Hey nochmal!
Ha! Denkt ihr!
Das ist so was von gelogen!
Das passiert nämlich allen, immer und überall auf der Welt, immer wieder.
Ok, der Victoria Beckham vielleicht jetzt nicht grad.
Aber sonst: A L L E N

Und ich möchte euch gerne ein weiteres, sehr lustiges Beispiel vorstellen. Es kommt von Nadja Zimmermann. (Ex-Moderatorin von Glanz&Gloria, SRF und Buchautorin von Unser Menü eins und Unser Menü 1 – Wenn Gäste kommen).

Also passt mal auf, sie erzählt folgendes:

Ich lag mal mit einer Magendarmgrippe halbtot auf dem Sofa. Kind 1 (6 Jahre) im Chindsgi. Kind 2 (1 Jahr) auf mir am rumturnen. Ich aber lag eben nur so da. So chli „Ooooohhooo.. Mir geht’s soooo schlecht!“ Hab ihr nicht mal richtig was Zmittag gemacht. Nur chli Brot und Wasser und ein Gürkli zum knabbern. Dann kommt Kind 1 heim. Auch sie Brot und Wasser und Gürkli (ich ja halbtot, aber SO RICHTIG).
Gut.
Das ist die Ausgangslage.
Dann dies:

Kind 2 rennt in der Wohnung rum. Da steht – eigentlich geschützt – in einer Ecke im Gang so eine, sauschwere, hohe Glasvase mit tausend kleinen weissen Steinchen drin und paar Bambusrohren.
Plötzlich „Bääämmmmm“, RIIIIIIESEN Knall. Vase am Boden. Total zersplittert. Im ganzen Gang tausend kleine Steinchen, riesen Scherben und dazwischen steht sie. Jetzt schreiend, weil erschrocken. Ich – halbtot – springe erschrocken auf, „rette“ sie aus dem Steinchen–Scherben–Meer und stehe da, denkend „Shit, wie nehme ich das bloss auf?“ GANZER GANG voller Steinchen und Scherben. Und alles auch in die umliegenden Zimmer verteilt. Alles voll.
Ich also die Kleine ins Zimmer gestellt und Türe zu und frag mich noch „Hä, lag jetzt Kind 1 schlafend im Bett? Egal. Putzen“ Aber die Kleine schrie so fest im Zimmer, dass ich sie wieder hochnahm, dann richtet sich die Grössere auf und fängt an zu heulen (sie heult sonst NIE, typ tough cooky), und was passiert. Sie ÜBERGIBT SICH. Schwallartig. Ganzes Zimmer voll.

Situation:
Ich halbtot, Magengrippe. Ganze Wohnung voller Steinchen und Scherben. Kind 2 schreiend im Arm. Ein Kinderzimmer total kontaminiert, Boden und Kleider voll und sie gaaaar nicht zwäg. Und ich steh so eine Weile da (gefühlte 20 Minuten, war aber wohl nur eine Viertelsekunde) – im TOTALEN CHAOS – und denke „Das ist jetzt aber nicht wahr?!“

Im Nachhinein total lustig. So mittendrin aber so was von nicht :-)
(Originalversion, erzählt und aufgeschrieben von Nadja Zimmermann).

Huhuuhh!
Ja. Jetzt lachen wir.
Aber in solchen Situationen, könnte man am liebsten Rumpelstilzchen-mässig im Boden versinken.

Und was passt da besser, als am Abend die total lieb gemeinte Frage, vom Mann, der gut gelaunt zur Türe rein kommt:
„Hallo Schatz!
Wie war dein Tag?“