Was tun, wenn Kinder schreien und toben?

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Manchmal steht man so da, vor seinem lauten, schreienden, tobenden Kind und denkt: „Oh mein Gott. Was mach ich hier eigentlich? Und was tut mein Kind da? Und Leute, hört bitte auf so mitleidig zu gucken! Das nächste Mal geh ich wieder ohne Kind. Hilfe!“
Und dann geht man zu seinem Kind hin, packt es am Arm und zischt ihm ziemlich unfreundlich ein paar saftige Drohungen ins Öhrchen: „Jetzt hörst du sofort auf sonst, ist Mami ganz böse, darfst du heute Abend nicht TV gucken, gibt es kein Zvieri, kannst du daheim grad ins Bett!“
Oder man schmeisst noch ein paar ungenaue Anweisungen hinter her: „Es reicht jetzt! Jetzt benimm dich nicht so blöd. Paatriiiziiiaaaa!“
Oder man stellt ein paar merkwürdige Fragen: „Hörst du jetzt auf? Warum benimmst du dich immer so unmöglich? Was soll das?“
Oder man beschimpft das Kind als Person: „Du bist heute wieder unmöglich! Du bist so ein Trotzkopf, ein sturer Bock, ein Schreihals!“
Und das bringt? Rein gar nix. Im Gegenteil. Das Kind brüllt noch lauter, lässt sich zu Boden fallen, es strampelt, stampft und hat einen hochroten Kopf. Wenn es älter ist kommen noch ein paar sehr nette Schimpfworte dazu.

Einfach weg, das Kind kurz aus der Situation raus nehmen...Der Stresspegel steigt und man beginnt auf das Kind einzureden, vielleicht packt man es noch ein bisschen mehr am Arm, oder am Ohr. Oder man verspricht Dinge wie: „Wenn du jetzt aufhörst, kriegst du noch die Gummibäärli, die ich in der Tasche habe, dann bringt dir der Samichlaus auch ganz bestimmt keine Rute, dann scheint morgen die Sonne.“ Ach. Man würde einfach alles tun, damit es aufhört.
So sitzt, kniet oder kauert man da im Supermarkt, auf dem Spielplatz, im Treppenhaus, am Kindergeburtstag, im Schwimmunterricht, an Omas 70. Geburtstag, am Spielgruppen-Schnuppertag und fühlt sich einfach nur überfordert. Man hat doch alles probiert: Zuckerbrot und Peitsche, aber nix hat geholfen.
 

 
Warum? Ich sag’s euch:
Weil zu viel reden und auf das Kind einschnattern, schimpfen, drohen, besserwisserische Kommentare abgeben, zischen, säuseln, schreien alles nur noch schlimmer macht. Manchmal hilft einfach nur noch eines:
Der Ortswechsel
Nicht dass ihr jetzt grad auf einen anderen Kontinent ziehen müsst. Nein, oft hilft es einfach, wenn man mit dem Kind kurz aus der Situation rausgeht. (Manchmal muss man es auch tragen…) Am besten schon bevor es den ganzen Laden zusammenbrüllt.
Also wenn ihr merkt, dass ihr beide in der Situation so ein bisschen gefangen seid: Am besten aus dem Zimmer gehen, weg vom Spielplatz, aus dem Geschäft raus und draussen kurz auf die Treppe sitzen, mit dem Kind rasch ins Auto gehen, die Geburtstagsfeier schnell verlassen, eine Situation kurz unterbrechen und dann warten bis der Sturm vorüber ist. Warten, nicht aufs Kind einreden, ruhig atmen, es nicht zu persönlich nehmen, ein bisschen ans Elternplanetchen denken und nach ein paar Stunden ist es dann auch überstanden… :-)
Nein im Ernst, je weniger Aufsehen ihr darum macht, kommentiert und referiert, umso schneller ist es wieder vorbei. Nach dem Anfall, am besten nicht gleich wieder alles aufwärmen und davon sprechen oder am Schluss noch fragen: „Warum hast du dich jetzt so daneben benommen?
Das sag ich dann dem Papi heute Abend.
Oder dem Samichlaus.“

 

  • Hallo Kerstin
    Mit 2 Kindern ist das immer besonders herausfordernd, da gebe ich dir Recht. Manchmal hilft es, wenn man einfach mit dem einen Kind zusammen den Raum verlässt und das trotzende Kind einen Moment alleine lässt. Oder dann halt einfach das trotzende Kind einen Moment aus der Situation nehmen und es dann in einem separaten Zimmer, etwas runter kommen lassen.

  • Kerstin

    Ich find die Tipps ja immer wieder super.. und meist so simpel! ABER … oft kann ich sie dann mit Zwillingen einfach nicht so simpel umsetzten. Was mach ich denn nun mit dem 2. Kind, wenn ich mit dem ersten den Raum verlasse? (meine sind jetzt etwas über 2 und bereits heftig in der Trotz- und Wutfalle).

  • Hallo Simone
    Erziehungsfragen stellst du am besten immer direkt in der kostenlosen online Erziehungsberatung http://www.elternplanet.ch/forum
    Kannst du mir noch ein bisschen beschreiben: Was meinst du mit „Spinnkind“? Was heisst: Sie fängt an zu spinnen? Beschreib mir doch ein paar Situationen? Was läuft da genau? Hast du ihr Anweisungen gegeben, wenn ja welche? Dann müsste ich noch wissen wie alt sie ist, ob sie Geschwister hat usw.
    Schreib mir doch ein bisschen mehr dazu, dann kann ich dir besser helfen.

  • Angela Schmid Joly

    Ach tut das gut.Hat mich heute bös erwischt mit bösen Wörtern.Der Sturm hat sich wieder gelegt.