Ab ins Körbchen

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Wenn man bloggt, dann schreibt man manchmal über Weltbewegendes, man teilt seine Gedanken, erläutert seine Sicht der Dinge und gibt oft Tipps und Anregungen. Manchmal schreibt man aber auch einfach Belangloses, erzählt vom Alltag und lässt die Leute so ein bisschen am persönlichen Chaos teilhaben. Geschichten über den überfüllten Wäschekorb, die Reiskörnchen an den Socken und im Badezimmer, verschimmelte Znüni in der Schultasche und so. Und jetzt kommt wieder so eine Geschichte. Wahrscheinlich kommt sie euch auch bekannt vor.

Egal wie gross oder klein die Wohnung oder das Haus ist, in dem man wohnt, es gibt Dinge, die einfach IMMER herumliegen. Man räumt sie weg, ein paar Stunden später, liegen sie wieder da. An einem anderen Ort.
So ein bisschen wie bei den Fruchtfliegen. Eine Melone aufgeschnitten: ZACK sind die Viecher zur Stelle.
Bei uns sind das folgende Dinge:

1. Haargummis/Haarspängeli
Wahrscheinlich vermehren sich irgendwo heimlich im Badezimmerschrank und verteilen sich dann munter auf der Treppe, unter dem Tisch, zwischen den Sofakissen, im Schuhschrank. *echtkeineAhnungwiediedahinkommen

2. Socken
Gewaschene, ungewaschene, kleine oder grosse. Die sollten im Schrank liegen, oder im Wäschekorb. Tun sie aber nicht. Sie liegen überall herum, vereinzelt natürlich, aber sie liegen.

3. Gutscheine
„Den sollte ich dann noch ins Portemonnaie legen…“ Ja und dann liegt er, zuerst auf dem Tisch, auf dem grauen Möbel, auf dem weissen, in der „Wühlkiste“, dann auf der Treppe, unter dem Tisch, am Schluss im Altpapier. Weil er ja dann abgelaufen ist. Ok, ich hätte ihn wohl eh nicht gebraucht. Weil er: Eh nur an diesem EINEN Samstag im August gültig ist, nur für dieses EINE Produkt benutzt werden kann, und das auch nur, wenn man genau das gleiche Produkt schon gekauft hat.

4. Poster/Zeitungsartikel
„Darf ich dieses Poster haben? Kann ich das Bild aus der Zeitung ausschneiden?“ Meistens fragen das beide Mädels immer grad gleichzeitig und meistens wollen sie dann auch immer BEIDE grad GENAU das GLEICHE Bild aus der 40-seitigen Zeitung raus schneiden. Grundsätzlich sag ich ja immer ja, weil das ja gut für die Allgemeinbildung ist und warum kein schönes Tierposter im Zimmer aufhängen? Aber: Das Bild bleibt dann immer auf dem Tisch liegen. Immer. Ich leg’s dann jeweils auf die Treppe mit der Bemerkung: „Ehm, das Bild. Es liegt auf der Treppe, wenn du es noch willst, nimm es in dein Zimmer, sonst…““ Ihr wisst wo es landet? Genau. :-)

5. Bügelperlen
Diese kleinen, fiesen Dinger, mit denen Kinder sich wirklich stundenlang beschäftigen können.
Tolle Bilder machen sie da jeweils und dann kommt die Frage: „Mama, kannst du mir mein Bild bügeln.“ Und die Antwort: „Ehm ja. Klar, legs mal auf den Tisch, ich mach’s sobald ich dann wieder etwas zu bügeln habe…“

Und falls ihr jetzt grad denkt:
Hat die kein Körbli (schweiz. Verniedlichungsform für Korb), in das sie alle Sachen, die herum liegen rein schmeissen kann?

korb_200x150 Doch.
Eben.
Und das macht es irgendwie noch schlimmer.
Man währt sich dann in Sicherheit, aus den Augen aus dem Sinn, alles ist im Korb verstaut. Man sieht es nicht mehr, bis er überquillt. Und man den ganzen Mist, dann trotzdem irgendwo versorgen muss…

 

 
Bis er am übernächsten Tag wieder auftaucht.
Ein Alptraum.

 

  • TheSwissMiss

    Das hat eindeutig was – genau die Dinge liegen bei uns auch immer rum:) Plus Malstifte, Papier, Schere, Leim, Glitzer…etc – irgendwer ist ganz sicher am Basteln bei uns.