Erziehungsfalle Nr.5 – Zu wenig Anweisungen

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Erziehungsfalle Nr. 5 - Zu wenig Anweisungen gebenMeistens reden wir viel zu viel und texten unsere Kinder mit Anweisungen zu. Ein paar Tipps dazu hab ich euch in der Erziehungsfalle Nr. 1 erklärt. Manchmal ist aber auch das Gegenteil der Fall: Wir geben unseren Kids zu wenig Anweisungen und sagen ihnen oft nicht klar genug, was wir denn von ihnen möchten. Wir werden dann oft wütend, sind frustriert und denken: „Warum machen die immer solchen Mist, warum können sie sich nicht benehmen und einfach das machen, was ich von ihnen will?“
Genau das ist das Problem. Wenn wir Dinge vorher nicht genug erklären, Situationen vorbesprechen und nicht genau sagen, WAS wir möchten, dann dürfen uns nicht wundern, wenn Kindern einfach das tun, was sie gerade toll finden.

 

Den Kinder genau erklären, was man von ihnen erwartet

Oft hören Kindern nicht auf unsere Anweisungen, weil wir uns nicht genügend Zeit genommen haben, klare Anweisungen zu geben. Kinder müssen wissen, WAS wir von ihnen erwarten und WIE sie sich in gewissen Situationen verhalten sollen. Wenn wir es ihnen nicht genau erklären, dann heisst das für sie: „Ok, jetzt darf ich machen was ich will und meine Eltern haben nix dagegen.“

Was tun?

Plant immer gut voraus. Sagt euren Kindern früh genug, was als nächstes passiert und was ihr von ihnen möchtet. Das gilt für den Alltag aber auch für Situationen, die für Kinder nicht alltäglich sind, oder in denen ihr ihnen nicht so viel Aufmerksamkeit schenken könnt. Wie zum Beispiel zum Arzt gehen, einkaufen, jemanden besuchen, unterwegs sein, im Restaurant sitzen.
Sagt ihnen wo ihr hin geht, wie ihr dort hin geht (zu Fusss, mit dem Auto, dem Velo) mit wem, wie lange, was ihr dort macht.
Gibt es ein zVieri, geht ihr zusammen auf den Spielplatz, gibt es noch Abendessen? Das sind wichtige Infos für Kinder. Wenn sie wissen, wie das abläuft, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie einen Trotzanfall bekommen, weil sie es sich anders vorgestellt haben, viel kleiner.
Die Anweisungen immer positiv formulieren. Also sagen was passiert, was das Kind tun und nicht was es NICHT tun soll.

Am besten formuliert ihr das so:

„Simon, ich räume jetzt die Küche auf und du gehst dir die Zähne putzen. Du kannst aus deinem Zimmer noch ein paar Autos und Tiere mitnehmen zum Spielen. Am besten packst du sie in den kleinen, roten Rucksack. Danach ziehen wir uns an und fahren mit dem Fahrrad zu Tanja und Felix. Du und Felix, ihr dürft dann draussen ein bisschen spielen und nachher essen wir alle zusammen noch ein zVieri und gehen dann so gegen fünf Uhr wieder nach Hause.

Und nicht:
„Simon, wir gehen jetzt dann. Du solltest dich langsam parat machen.“

„Alexandra, jetzt mach mal vorwärts, wir gehen gleich.“

Je kleiner das Kind ist, umso weniger Anweisungen auf einmal geben. Am besten „kleine Häppchen“ machen.

Je besser Kinder auf Situationen vorbereitet sind, umso entspannter und ruhiger ist es dann auch. Es lohnt sich, sich diese Zeit immer kurz zu nehmen und den Kindern kurz „das Drehbuch“ für die nächsten paar Minuten/Stunden zu erklären.
Und wenn ihr dann trotzdem immer wieder Situationen habt, in denen es nicht klappt, wenn ihr ständig diskutieren und schimpfen müsst, dann empfiehlt es sich mit den Kids ein paar Regeln zu besprechen und diese aufzuschreiben.
Mehr dazu lest ihr hier.