Eine äussert schwierige Angelegenheit

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Freunde. Heute muss ich mich mal einem sehr heiklen, delikaten Thema widmen. Darf man darüber reden? Darf man das öffentlich sagen? Was denn, denkt ihr sicherlich jetzt, stimmts?
Also. Das ist eine fiktive Geschichte, es ist nicht meine. Ich erzähle sie nur etwas pointiert und überspitzt nach, weil ich oft ähnliche Nachrichten von den verschiedensten Mamis bekomme. Beginnen wir einmal so:

Phantombild eines nervigen KindesStellt euch vor, ein kleines Dorf mit etwa 1500 Einwohnern und da ist ein Kind. Schon wenn es um die Ecke kommt muss man sich unbändig zusammen reissen, dass man es nicht gleich in eine Kiste steckt und dem nächsten Kurier mitgibt. Es nervt einfach schon, wenn es den Mund aufmacht. Es spricht über Mondlandungen und Erdanziehung, es weiss einfach alles und das erst noch immer besser.
 

Es sagt zum Beispiel, dass du deine Abfallsäcke vor dem Haus wegräumen sollst, dass man das Auto auf diesem Parkplatz nicht parkieren darf und dass es schönere Schuhe hat als du. Es referiert über gesundes Essen, dass man drei Mal am Tag Zähne putzen muss, es kommandiert deine Kinder rum. Wenn es zu Besuch ist, dann nimmt es immer das grösste Kuchenstück für sich, es nervt mit unnötigen und immer gleichen Fragen. Wenn niemand hin schaut, haut es auch schon mal deine Kinder und streitet natürlich immer alles ab. Euch stehen schon die Haare zu Berge, wenn ihr es am Nachmittag von Weitem auf dem Spielplatz seht.

Und das Allerschlimmste:

ES IST DAS KIND EURER BESTEN FREUNDIN, KOLLEGIN, NACHBARIN.

*ihrwisstwasichmeine
Anderen Kindern würdet ihr vielleicht die Leviten lesen oder einfach schauen, dass ihr ihnen aus dem Weg gehen könnt. Ihr würdet vielleicht mit der Mutter das Gespräch suchen. Ein paar Tipps los werden. Vielleicht sagen, dass es etwas weniger klugscheissen, dafür endlich mal selber aufs WC gehen soll. Wenn es zum Spielen kommen will, dann würdet ihr ihm einfach sagen: „Sorry, geht nicht. Wir haben waaahnsinnig viel zu tun. Wir können heute leider nicht spielen.“ Ihr würdet versuchen, so wenig wie möglich Kontakt zu halten, damit ihr der Nervensäge möglichst wenig begegnen müsst.
Aber:

ES IST DAS KIND EURER BESTEN FREUNDIN, KOLLEGIN, NACHBARIN.

Ihr seht sie vielleicht jeden Tag im Garten oder am Morgen, wenn ihr eure (weitaus weniger nervigen) Kinder in die Spielgruppe bringt. Sie kommt zum Kaffee, ihr geht zusammen auf den Spielplatz, im Sommer in die Badi. Und dieses Kind ist logischerweise immer dabei. Ihr versucht das natürlich zu überspielen, versucht äusserlich besonders nett und zuvorkommend zu sein. Aber es zerreisst euch fast. Ihr liebt eure beste Freundin über alles, ihr mögt diese Kollegin oder Nachbarin sehr. Aber das Kind ist einfach nur obermegamühsam.
*fiktiveGeschichteeinfachsoerfundenaberschonxMaldazuFragenbekommen

Sagt mal ehrlich: Kennt ihr das auch? Ich weiss sonst eigentlich immer einen Rat, ehrlich. Aber das ist eine so dermassen schwierige, delikate Situation. Der besten Freundin, Kollegin, Nachbarin sagen, dass man ihr Kind einfach fast nicht erträgt, das geht ja auch nicht. Die Freundschaft auf Eis legen, das will man nicht. Was um Himmelswillen tut man da? Ausreden erfinden, versuchen sich nur noch am Abend zu treffen (ohne Kids).
Fragen über Fragen. Habt ihr Antworten? Dann mal her damit!

  • Susanne

    Ja, tatsächlich eine heikle Angelegenheit. Ich war in so einer Situation und das schlimmste war, das mein Kind dieses andere Kind sehr mochte. Man kann seinem Kind ja nicht einen Freund verbieten, oder? Jedenfalls lief es darauf hinaus, dass ich mit der Zeit dieses andere Kind immer weniger ertragen konnte und ich auch noch dieses Kind regelmässig hüten musste. Ich habe zusehen müssen, wie mein Kind herablassend herumkommandiert wurde und – als wäre es das Natürlichste auf der Welt – immer dem anderen Kind gehorchen musste (!?)…Meine Stimmung war unter aller Sau und ich habe nur einen Weg gesehen: Wir haben uns distanziert so weit möglich. Ich war sehr erstaunt und entsetzt wie unsozial dieses andere Kind sich verhielt, u.v.a. dass die Mutter dieses Verhalten „positiv“ konnotierte.

  • Kathrin Schmidt

    Uups das ist mein Kind ;)