Erziehungsfalle Nr. 4 – Ungenaue Anweisungen

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Erziehungsfalle Nr. 4 - Ungenaue AnweisungenOft wundern wir uns, warum unsere Anweisungen bei den Kids nicht ankommen. Da reden und reden wir doch den ganzen Tag, aber niemand hört uns richtig zu. Manchmal geben wir aber auch Anweisungen, die niemand richtig versteht, weil sie einfach zu ungenau sind.
„Luuuuucaaaaa!“ oder „Jetzt hör aber auf!“ sind eben so ungenau, wie „Jetzt mach nicht immer solchen Blödsinn“, oder: „Jetzt reichts aber!“
Ungenaue Anweisungen: Eine von vielen Erziehungsfallen, in die wir immer wieder rein tappen.

Ich möchte euch deshalb in loser Folge ein paar dieser fiesen Fallen vorstellen und euch auch ein paar Tipps geben, wie ihr sie umgehen könnt.

 

Genaue Anweisungen geben

Wenn Kinder Dinge tun, die wir als Eltern nicht toll finden, wenn sie sich nicht an Anweisungen und Regeln halten, dann müssen wir uns immer zuerst überlegen: Gibt es denn Regeln? Haben wir diese mit den Kindern besprochen und aufgeschrieben? Hab ich denn die Anweisungen so gegeben, dass Kinder sie auch verstehen? Kinder müssen wissen, WAS von ihnen erwartet wird und deshalb ist es wichtig, dass wir ihnen genau sagen, was wir von ihnen möchten.

Was tun?

Achtet euch einmal auf eure Anweisungen.
Überlegt euch vorher, was ihr denn von euren Kindern genau möchtet. Ist es wichtig, muss ich das jetzt sagen? Also nicht zu viel reden und wenn es wichtig ist, dann achtet euch darauf, dass ihr eine Anweisung gebt und keine Frage stellt und dann auch zu den Kindern hin geht.
Sagt euren Kindern GENAU, was ihr von ihnen möchtet. Mit WAS sie aufhören und WAS sie STATTDESSEN tun sollen.

Am besten formuliert ihr das so:

„Lena, ich möchte, dass du aufhörst auf dem Sofa zu rum zu hüpfen. Komm bitte runter. Schau, wenn du hüpfen möchtest, dann kannst du das hier auf der Matraze machen.“

Und nicht:
„Leeena, hör auf mit dem Blödsinn“

Denn diese vage Andeutung sagt dem Kind nicht genau, wo mit es aufhören und was es denn sonst tun soll.
„Carlo, ich möchte dass du deinem Bruder das Auto zurück gibst.“

Und nicht:
„Carlo, jetzt reicht’s aber“


„Kim, bleib bitte in meiner Nähe.“
(Zum Kind hin gehen und nicht von weit her rufen).

Und nicht: 
„Kiiiiii-iiiiim!“

Also. Immer vorher kurz überlegen:  Muss ich die Anweisung wirklich geben? Was möchte ich von meinem Kind, was soll es tun? Und dann: genau formulieren. Das wirkt Wunder, ich sag’s euch!