„Nein danke, wir möchten heute keine billigen Geschenklein!“

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„Und hier für den Kleinen noch einen Ballon, ein paar Malstifte, ein Überraschungs-Geschenkli, ein Globi-Flötli, eine herzige Spieluhr“.
Uaaahh. Kennt ihr das?
Wenn man mit Kindern unterwegs ist, dann wollen einem alle irgend einen Quatsch andrehen. Migrosmania Kleber, Happy Meal Plastikschrott, im Mittagsmenü hat’s ein Springseil, im Netz mit den Babybel liegt eine Fussball-Schiedsrichter Pfeife, in der Chips Packung liegt ein Winnie The Pooh.

Spielzeug-Geschenke-Wahnsinn

In der Nesquik Dose, im Schuhgeschäft, in der Apotheke, beim Zahnarzt, –  einfach üüüberall.

Und die Dinge haben alle eines gemeinsam:
Sie sind billig, hässlich, funktionieren nicht oder sind nach 3,4 Nano Sekunden bereits kaputt. Das Einzige was man mit ihnen tun kann ist sie klammheimlich einzusaugen oder in den Müllsack zu stopfen, am besten wenn es die Kids grad nicht merken.

Die Kinder lieben das Zeugs.

Ist ja auch klar und logisch. Wenn du von dem Moment an, wo du auf der Welt bist, ständig irgend etwas untergejubelt bekommst:
Einen gratis Nuggi, einen hässlichen Wuschelbären von der Verkäuferin im 3. Stock, einen Zauberschwamm, ein Sabberlätzchen, ein rosarotes Spieltelefon, welches deine Eltern fast in den Wahnsinn treibt, ein Apfelringli, ein Wurstredli, einen Lollipop. Ok, letzteres können die Kleinen wenigstens mampfen und dann ist es weg. Aber alle anderen Geschenke, welche wir ständig von irgendwelchen Leuten in die Taschen und Kinderwagen geschoben bekommen, um die müssen wir uns dann kümmern.

Klar, wir könnten einfach sagen:

„Nein, mein Kind möchte jetzt kein regenbogenfarbenes Pony made in China. Wir möchten nicht noch ein Nikolaus-Säckli mit trockenem Lebkuchen, den eh niemand isst. Wir haben schon eine Million kleiner Plastiktierchen und nein, den Ballon möchten wir auch nicht. Weil er nämlich nach 2 Stunden schon keine Luft mehr hat und dann einfach am Boden rumgammelt.
Glücksfischen? Ööööhhhm, nein danke. Wir möchten nicht 5 Franken für ein Päcklein ausgeben, in dem wir dann eine hässliche Mütze mit Bank-Logo und einer Plüschente mit dem Schriftzug einer Versicherung auf dem Schnabel, finden“

Doch meistens tun wir es nicht. Weil die Verkäuferin mit dem lockigen Haar es doch schampar gut meint, weil das Kind schon beim Ladeneingang sagt, dass es einen roten Ballon haben möchte, weil wir doch keine bösen Mamis und Papis sein wollen und uns vielleicht auch ein bisschen vor dem Konflikt und dem Riesengeschrei fürchten, wenn wir den lieben Kleinen diese Geschenke verwehren.

Aber ehrlich jetzt:
Wer braucht so was?
Wie lange spielen denn die Kinder tatsächlich mit diesen Furzkissen, Leuchtbleistiften, Plastikdinos und Hampelmännern aus hellgrünem Plastik mit Glitzer drauf?
Ein paar Sekunden, Minuten und dann kommt der Satz:
„Mama, kannst du das in deine Tasche nehmen?“
Will heissen: Mama trägt es nach Hause, legt es zu Hause noch auf den Tisch und da es danach keine Beachtung mehr findet, fliegt es spätestens nach zwei Tagen in den Müllsack. Oder es liegt im Zimmer herum und irgendwann mal, wenn wir vor dem Schlafen gehen noch kurz zu den Kids ins Zimmer rein gehen – barfuss, dann stehen wir drauf.

Und das tut meistens dann noch saumässig weh…

  • dreimal danke! 1. du hast mich grad zum lachen gebracht, 2. sprichst du mir aus dem herzen und 3. bist du einfach nur eine supercoole man mit einem herzerfrischenden schreibstil :)