Fröhlicher Kleidereinkauf

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Gerne erinnern wir uns an die Zeiten zurück, als wir noch ohne Nachwuchs, gemütlich und oft stundenlang in den verschiedensten Geschäften und Boutiquen unterwegs waren.
Den Mann, entweder zu Hause gelassen oder für mehrere Bier in eine Kneipe geschickt haben, und danach hemmungslos dem Shopping-Wahn verfallen sind.

Und dann, kamen die Kinder. Und das Shopping-Vergnügen war nicht mehr ganz so gross, bei Einigen ist es sogar praktisch gänzlich abhanden gekommen.
Warum?
Diese Frage können nur Menschen stellen, die selber keine Kinder haben.
Weil:
Babys alle 3 Stunden trinken müssen und das ist zwischen Umkleidekabine und Kasse immer recht umständlich.


Kinderwagen entweder nicht in den Fahrstuhl passen oder dann zumindest nicht um die Regale herum manövriert werden können.

Kinder, kaum sind sie im Laden und der Kinderwagen steht still, das unbändige Bedürfnis kriegen zu quengeln und halb aus dem Wagen zu fallen.

Man im halben Geschäft ständig ihre Schuhe, Socken, Plüschtiere, Sabberlätzchen oder Schnuller suchen muss.

Etwas ältere Kinder ganz bestimmt nach 4 Minuten schon fragen: „Mama, wo ist hier die Toilette.“

Teenager Kids immer soooo viele Kleider in die Kabine nehmen, sooo lange Fotos von sich machen müssen und dann immer behaupten, dass sie die Kleider alle brauchen, weil alle ihre Klamotten zu Hause viiiiiel zu klein und eh alle total hässlich sind.

Kinder, wenn überhaupt, dann nur in der Kinderabteilung gucken wollen und dann die unmöglichsten Sachen kaufen wollen. Schreckliche T-Shirts mit Totenköpfen oder Glitzerponys.

Kinder überhaupt nicht gerne Kleider probieren und wenn, sich dann bei der kleinsten Anstrengung flach auf den Boden werfen.

Kinder ihre zerkauten, zermatschten Brötchen gerade dort auf den Boden werfen, wo man wenig später mit dem Kinderwagen drüber fährt.

Es durchaus Angenehmeres gibt, als eine Trotzphase vor dem H&M Haarreifen Regal, nur weil man nicht schon wieder einen hässlichen Hello Kitty Haarreifen kaufen will.
Wir sind uns einig:

Shoppen ohne Kinder macht einfach mehr Spass

Trotzdem muss es halt manchmal sein.
Man braucht Sommerschuhe und Herbstschuhe und Winterschuhe und auch mal wieder ein paar neue Hosen. Die bestellt man sich dann entweder übers Internet nach Hause, das dauert aber dann manchmal sechs Wochen und dann sind sie schon wieder zu klein.
Wer sich trotzdem ab und zu in die Stadt wagt, für den haben wir das hier zusammengestellt:

Die „Damit-das-Kleider-Kaufen-etwas-einfacher-wird“ Tipps

1. Guter Zeitpunkt wählen:
Kind satt und ausgeschlafen, kein Abendverkauf, kein Mittwochnachmittag.

2. Gut vorausplanen:
Dem Kind erklären wo man hin geht, was man dort macht, warum und wie lange.
Alles Wichtige dazu lest ihr hier.

3. „Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen“:
Also den langweiligen Hosenkauf VOR dem Spielplatz Besuch und VOR der Entenfütterung erledigen.
Zuerst die 0815 Kleider wie Hosen, Pulli, Jacken anprobieren und erst dann zu den Glitzerhaarspangen, Spiderman-Unterhosen und den rosa Ballettröcklein pilgern.

4.  Für interessante Beschäftigungen sorgen:
Bilderbücher, kleine Spielsachen, evt. ein kleiner Malblock, Plüschtier. (Nur Not geht auch mal ein Smartphönchen. *ausnahmsweise
Für den Fall, dass ihr mit 2 oder mehreren Kindern einkaufen gehen müsst.

5. Die Kinder nicht zu warm anziehen
Mit schwitzenden Kindern in Kleidergeschäften rum zu laufen ist noch anstrengender als mit nicht schwitzenden…

6 Noch passende Hosen oder T-Shirts von zu Hause mitnehmen:
Falls das Kind gar nix anprobieren will, hat man wenigstens etwas als „Grössenvergleich“ dabei.

7. Etwas zu Essen und zu Trinken dabei haben:
Hungrige Kinder in Kleidergeschäften sind etwa so angenehm wie ein Rudel heulender Wölfe.

8. Den Einkauf kurz halten:
Rein, gucken, anprobieren, zahlen und Tschüss.
Die eigenen Kleiderbedürfnisse dann wieder befriedigen, wenn man alleine unterwegs ist.

9. Ein kurzes Stossgebet gegen den Himmel schicken:
Vor allem auch ein grosses Lob ans Kind, wenn es einigermassen gut geklappt hat.

10. Evt. den Mann, den man vorher in der Kneipe deponiert hat wieder abholen.

Das war’s.
Fröhliches Shoppen, wünsch ich.

  • „Hello Kitty“ hat meine Tochter (3 1/2) inzwischen auch noch dran gekriegt. Und das, obwohl wir es eher auf das Gegenteil angelegt hatten :). Nun stand vor der zweiten Schnupperstunde beim Kinderballett natürlich auch ein Kleiderkauf an. Was soll ich sagen: Eskapaden in der Umkleidekabine, Klebenbleiben bei Haarschmuck/Glitzerkram und am Ende gingen wir mit „Kitty“ auf dem Kleidchen nach Haus.

    Ein sehr schöner Ort, dein Elternplanet – ein großes Kompliment an dich!
    Und auch, wenn es bei mir nur selten um „Halunkuli“, „halbhohe Naturgewalten“ oder „Knubbelknie“ geht, hab ich grade mal auf deinen Planeten verwiesen.
    Er ist immer wieder eine Reise wert. Alles Gute und mach noch lange so weiter!

    Eddi