Wie funktioniert eine Auszeit?

am Jan 20 2012 in Erziehung mit Fantasie, Webvideos von Kathrin Buholzer | 9 Kommentare

Schreien, brüllen, spucken, beschimpfen, Tobsuchtsanfall: Es gibt durchaus Situationen, in denen eine kurze Auszeit alle Gemüter ein bisschen beruhigen kann. Das Kind oder auch sich selber einen Moment aus der Situation zu nehmen, kann helfen, dass die Problemsituation nicht ganz eskaliert. Damit die Auszeit aber auch wirklich funktioniert, gibt es ein paar wichtige Dinge zu beachten, die ich euch hier im Video erkläre.

 

 

Die Auszeit steht am Schluss einer langen Kette von anderen Erziehungsfertigkeiten. Ganz wichtig ist das positive Bestärken und das Vorausplanen. Ich empfehle euch, diese Videos dazu:

Vorausplanen:
http://www.elternplanet.ch/2011/05/vorausplanen-heisst-das-zauberwort/#more

Loben und ermutigen:
http://www.elternplanet.ch/2011/05/loben-und-ermutigen/#more

Logische Konsequenzen:
http://www.elternplanet.ch/2011/06/logische-konsequenzen/#more

Erziehungsfallen 1:
http://www.elternplanet.ch/2011/05/erziehungsbasar-erziehungsfallen-teil-1-wa…

Erziehungsfallen 2:
http://www.elternplanet.ch/2011/05/erziehungsbasar-erziehungsfallen-teil-2/
 

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  • http://facebook.com/profile.php?id=1379384903 Katharina Bleuer

    Ich bin halt Ratgebersüchtig :-)
    Merci viel mal für die Erklärungen!

  • http://facebook.com/profile.php?id=1224276960 Kathrin Buholzer

    Triple P ist eigentlich nichts anderes als Positive Erziehung. Ich würde sagen, dass man ganz viele Dinge automatisch und mit gesundem Menschenverstand schon so macht, wie das bei Triple P beschrieben ist. Es gibt natürlich das Triple P Buch, aber das ist halt einfach ein Arbeitsbuch und halt nicht so ein emotionales “gschpüriges” Buch, wie die Sachen von Juul. Deshalb finde ich es halt immer am besten, wenn man das von jemandem vermittelt bekommt, als nur die “trockene” Materie liest.
    Aber auf der Triple P Seite wirst du sicherlich einige Anhaltspunkte finden. Du kannst auch nach “autoritativer Erziehung” googeln, dann hast du in etwa das Ganze Triple P Konzept auf einen Blick erfasst.

  • http://facebook.com/profile.php?id=1379384903 Katharina Bleuer

    Hoi Kathrin,
    Nein, ich gebe (noch) keine Elternkurse, möchte aber nächstes Jahr den Seminarleiterkurs bei Familylab machen und im Sommer werde ich – wenn’s so läuft wie ich möchte – eine einwöchiges Ausbildnerseminar bei Aldort besuchen (sie kommt dann nach GB). Zuerst muss ich noch ein Bisschen Ballast abwerfen :-) Bis dahin bin ich “nur” Trageberaterin und Vertrauensperson vieler Mamis auf dem Spielplatz (bin halt mindestens 10 Jahre älter als die meisten *giggel*).

    Genau: Von Triple-P hört man immer nur Stückchenweise und alleine für sich genommen, sind mir die Massnahmen nicht sympathisch oder ich kann ihren Sinn nicht nachvollziehen. Aber ich habe den Verdacht, dass sie auch gar nicht dafür gedacht sind, einzeln eingesetzt zu werden, sondern dass sie in ein pädagogisches Gesamtkonzept eingebettet gehören. Über dieses Konzept würde ich gerne mal etwas mehr erfahren (um besagte Vorurteile loszuwerden und durch echte Information zu ersetzen). Deshalb meine Frage nach einem “Grundlagenwerk”, das mir ein Gesamtbild vermitteln könnte (analog zu Juuls “Kompetentem Kind”, das grosso modo seine Denkweise zusammenfasst). Ich geh’ dann mal auf die Webseite schnöiggen…

  • http://facebook.com/profile.php?id=1224276960 Kathrin Buholzer

    Hallo Katharina
    kannst gerne zitieren. Kein Problem.
    Ich weiss nicht genau, was dich bei Triple komisch dünkt. Es ist halt so, dass man von Triple P oft einfach nur das von der Auszeit und vom stillen Stuhl kennt. Dabei ist das nur ein ganz, ganz kleiner Teil und wird auch erst am 3. Kursabend kurz behandelt. Triple P ist ja eine sogenannter autoritativer Erziehungsstil. Setzt auf Eigenverantwortung, Selbstständigkeit, Lob, Motivation und Positves Feedback. Aber auch auf Regeln/Grenzen und logische Konsequenzen. Du kannst mal bei triplep.ch nachschauen, dort ist das auch so ein bisschen erklärt.
    Ich bin zwar Triple P Trainerin, gebe viele Kurse, wenn ich aber im Internet (auch in meinen Videos) Tipps gebe, sind das nicht nur Triple P Tipps. Klar, hat es einige Ansätze davon, z.T. ganze Strategien. Ich versuche aber ganz viel auch mit Humor und Fantasie zu lösen und erkläre das den Eltern auch dementsprechend. Ich möchte hier und in meinen Clips auch nicht in erster Linie als “Triple P” Fachperson wahrgenommen werden, gerade weil ich weiss, dass es viele Leute gibt, die gewisse Vorurteile gegen diese Erziehungsmethode oder gegen “Erziehungsstrategien” im Allgemeinen gewisse Vorurteile haben. Ich probiere deshalb immer das Ganze auch möglichst alltagsnah zu kommunizieren und den Eltern auch zu sagen, dass Strategien die Erziehungsarbeit zwar erleichtern, dass man nicht immer nach dem “Lehrbuch” erziehen kann und mag.
    Gibst du denn selber auch Elternkurse?
    liebe Grüsse
    Kathrin

  • http://facebook.com/profile.php?id=1379384903 Katharina Bleuer

    Hoi Kathrin,
    Danke für die ausführliche Antwort!
    Ich sehe schon, wie bei “uns APlern” gibt es bei “euch Triple-Plern” riesige Unterschiede zwischen Theorie und Praxis ;-)
    Ich würde gerne Teile Deiner Antwort in einem Blogbeitrag auf http://mamahatjetztkeinezeit.wordpress.com zitieren, ist das ok für Dich?

    Noch eine Frage: Man hört relativ viel über Triple-P, vieles daran dünkt mich komisch oder geht gegen meine eigene Erziehungsphilosophie. Aber ich weiss auch, dass das, was die Leute über etwas erzählen nicht zwangsläufig dem entspricht, was die Theorie wirklich beinhaltet. Gibt es eine Art Grundlagenbuch, das die Theorien nachvollziehbar zusammenfasst?

  • B.

    dankeschön Kathrin für diese super Anregungen, ich werde die Mutter denke ich mal fragen nach den Regeln was das spielen mit dem Handy betrifft. Ich denke mal da gab es gar keine klaren Regelen, mehr so von: du hast jetzt 5 Minuten damit gespielt und es war witzig aber jetzt legst du es wieder weg weil ich jetzt möchte dass du weiter mit dem Aufpassmädchen spielst. Und das konnte das Kind denke ich nicht verstehen. Ich denke auch dass es sicher besser gewesen wäre das Kind abzulenken.
    Danke nochmal! Liebe Grüße, B.

  • http://facebook.com/profile.php?id=1379384903 Katharina Bleuer

    Ich habe das nie wirklich verstanden: Was ist denn das Ziel einer “Auszeit”?

    Was hältst du von Jesper Juuls Aussagen zum Thema Time-Out?
    https://www.facebook.com/notes/familylabde/time-out-schluss-damit_ein-familylabde/181139011940201

  • http://facebook.com/profile.php?id=1224276960 Kathrin Buholzer

    Also, da gibt es ein paar Gründe und Dinge die ich anders gemacht hätte.
    Gibt es Regeln, was das Spielen mit dem Handy betrifft? Warum soll das Kind zuerst mit dir zu Ende spielen? Und wann genau ist das Spiel denn zu Ende?
    In dem Fall hätte eine klare Ansage: “Wir haben die und die Regel, was das Spielen mit dem Handy betrifft, ” oder “Ich lege das Handy jetzt weg, weil wir jetzt Besuch haben”, wohl besser geholfen. Wenn das Kind immer und immer wieder fragt, dann bringt es mehr, das Kind abzulenken, als immer und immer wieder: “Nein.” zu sagen. Das Kind in eine Aktivität verwickeln, es irgend etwas tun lassen. zB sagen: “Hey, hol mal das tolle Buch, welches wir gestern angeschaut haben.” oder “Komm wir gehen in die Küche und machen mal was zu Essen bereit.” usw. Wenn man gar nicht auf das Gequengel eingeht, es ignoriert und von was anderem spricht, vergessen es die Kinder nämlich oft.
    Man sollte auch nicht mit der Auszeit drohen, sondern sie einfach durchziehen wenn es so weit ist.
    Wichtig ist dann auch, immer zu sagen warum ein Kind in die Auszeit muss.
    Dann wenn das Kind in der Auszeit ist, bleibt es so lange, bis es die festgesetzte Zeit ruhig war. Lässt man es früher raus kommen, dann merkt es: “Aha, ich muss nur lange genug weinen, dann kann ich wieder rein.” Auch die Ansage: “Du darfst wieder rein kommen wenn…” finde ich merkwürdig. Was wäre passiert, wenn das Kind trotzdem nicht mit dir gespielt hätte? Dann wäre es wohl kaum noch einmal in die Auszeit geschickt worden.
    Wichtig ist, nach einer Auszeit, dass man das Kind wieder in eine Aktivität verwickelt. Ein Puzzle zusammen spielt, raus geht, zeichnet, ein Spiel macht usw. Gerade wenn die Situation etwas verfahren ist und sich nicht recht auflösen will, dann bringt es oft viel einfach auch den Ort zu wechseln. Also ins Kinderzimmer zu gehen, in die Küche, nach draussen auf den Spielplatz.
    Und was mir auch noch in den Sinn kommt: Warum wollte das Kind mit dem Handy spielen? Wohl weil es gut sichtbar rum lag oder die Mama selber darauf rumgedrückt hat. Am besten das Handy aus dem Blickfeld räumen, dann kommt das Kind gar nicht erst auf die Idee… :-)
    Schau mal, was du damit anfangen kannst, ok?
    liebe Grüsse
    Kathrin

  • B.

    Hallo, ich möchte dir gerne mal eine Situation erzählen und fragen was man anders/besser hätte machen können bzw. ob du Tips dazu hast. Die Situation: Ich war in einer Familie Kindaufpassen und das Aufpasskind wollte das Handy von der Mama haben. Die Mama hat gesagt das Kind soll erst mit mir zu Ende spielen. Das Kind hat aber immer wieder gefragt und nach dem 2./3. Nein ist es sauer geworden und hat die Mutter getreten und geschlagen. Die Mutter hat erst eine Warnung gegeben dass es stoppen soll und sonst eine Auszeit bekommt. Das Kind hat weiter getreten und die Mutter hat es auf den Flur gebracht. Sie hat sich vor die Tür zum Wohnzimmer gestellt sodass das Kind nicht herein konnte. Es hat geschrieen und geweint und gegen die Tür geschlagen. Die Mama hat gesagt es muss erst eine Minute ruhig sein bevor sie es wieder rein lässt. Das Kind fing aber immer wieder an zu weinen. Dann ist der Bruder angefangen zu weinen und sie hat das Kind wieder rein gelassen mit den Worten “Du darfst jetzt wieder rein kommen wenn du auf mich hörst und jetzt weiter mit B. spielst.” Sie gab ihm einen Kuss und das Kind sagte “Ich will keinen kuss von dir!” Es kam wieder rein und setzte sich beleidigt auf die Couch. Es wollte nicht mehr spielen, nur wieder mit dem Handy. Als es wieder anfing danach zu fragen und es wieder nicht bekam fing er wieder von vorne an. Die Mutter ignorierte ihn jedoch dieses mal. Sie sagte zu mir ich könnte gehen da das Kind heute nicht mehr spielen will.
    Meiner Meinung nach hat die Auszeit nichts genützt. Woran liegt das?
    Danke im Vorraus, liebe Grüße, B.