Zeit für mich – aber subito!

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Ach wie wunderschön: Zwei Tage mal keinen Streit schlichten, nix einkaufen, kochen schon gar nicht, ausschlafen ebenfalls inbegriffen. Einfach alles, was man früher ohne Kids immer tun konnte. Und shoppen zum Beispiel, stundenlang. Und ich sage euch: Es tat guuut!

Nach zwei Tagen Kinderpause schlichtet es sich gleich wieder viel einfacher und mit mehr Nerven. Gut, einkaufen (also die Lebensmittel, ihr wisst schon) macht mir immer noch genauso wenig Spass wie vorher, aber das Nervenkostüm ist doch wieder etwas gestärkt.
Ist es ok, wenn man sich auf solche kinderfreien Tage wirklich richtig doll freut? Ist man eine Rabenmutter, wenn man dann nicht jede Sekunde an die Kinder zu Hause denkt?

Nein. Es ist absolut ok. Wir sind Eltern, ja das sind wir. Aber wir sind auch immer noch so ein bisschen Menschen, die manchmal Lust auf Privatsphäre und eine Zeit ohne Kinder haben. Essen gehen, ins Solbad, ins Kino oder einfach nur mal wieder alleine essen gehen. Oder mit dem Mann, auch ganz prima. :-)
Und trotzdem gibt es Eltern, die ihre Kinder noch nie auswärts haben übernachten lassen. Für mich eine unvorstellbare Vorstellung, nicht nur weil ICH es geniesse sondern auch unsere Mädels. Regelmässig fragen sie deshalb auch, wann sie mal wieder zu einer Freundin oder zu den Grosseltern übernachten gehen dürfen. Ja, da darf man mehr Fernseh glotzen und mehr Süsses essen und das Zimmer muss man auch nicht aufräumen. *derHimmelaufErdenfürdiebeiden
Zugegeben, manchmal ist es wirklich schwierig jemanden zu finden, dem man die lieben Kleinen eine Nacht übergeben kann, aber wenn man wirklich will, dann findet man meistens jemanden, der sich erbarmt. Und ja, man muss es planen. Am besten dick im Kalender eintragen und wenn’s vorbei ist, gleich die nächste kinderlose Zeit einplanen. Sonst sind „schwups“ schon wieder fünf Monate vorbei.
„Ach, sie will einfach nicht auswärts schlafen.“ – „Er weint immer und will nach Hause und dann holen wir ihn dann halt.“ – „Was soll ich denn machen, wenn sie gar nicht gerne auswärts übernachtet?“ Ja, was soll man machen? Am besten möglichst früh damit anfangen. Wenn die Kinder noch klein sind und sie schon ab und zu auswärts übernachten, dann sind sie sich das mit 3 oder 4 Jahren dann auch gewöhnt und es wird dann nicht zum „K(r)ampf ausarten.

Wie man den Kindern das Übernachten so angenehm wie möglich machen kann

1. Möglichst früh, damit anfangen (auch kleine Kinder sind bei Grosseltern, Patentanten und Onkeln gut aufgehoben).

2. Gut vorbereiten. Den Kindern genau erklären, wann ihr mit ihnen hinfahrt, wie lange sie bleiben werden, wann ihr euch verabschiedet und sagen was ihr macht.
Motivierend, fröhlich sein und kein schlechtes Gewissen haben.

3. Plüschtiere, Kissen, Decke, Musikdose, Bilderbuch usw. mitnehmen. Also Dinge, welche das Kind gut kennt damit es sich in trauter Umgebung wohl fühlt. Gerade wenn Kinder noch klein sind, sind Rituale wichtig. Also mit den Grosseltern/Babysittern vorher gut absprechen wie der Ablauf ist und welches die Rituale sind.

4. Kein langes Drama beim Verabschieden. „Also Schätzli, ich geh jetzt. Nicht weinen, musst nicht traurig sein, Mama kommt ja morgen wieder. Es ist doch auch schön hier bei der Oma, ist doch nicht so schlimm…“ Solche Sätze bringen das Kind geradewegs dazu, zu weinen und in Panik zu verfallen. Trotzdem: Nicht wegschleichen, sondern richtig verabschieden. Eine herzliche Verabschiedung ist ok, aber kein übermässig langes Szenario. Am besten ist es jeweils, wenn das Kind dann von der Betreuungsperson in eine Aktivität verwickelt wird, damit es die Trauer etwas vergisst. Auch wenn das Kind weint und es einem das Herz fast zerreisst, trotzdem nicht zögern. Das Weinen legt sich und das Kind nimmt keinen Schaden davon.

5. Mit den Betreuungspersonen absprechen, dass man das Kind erst am nächsten Tag wieder abholt. Also keine nächtlichen Telefonate, weil das Kind jetzt weint oder traurig ist. Ebenfalls nicht zu empfehlen ist es, das Kind dann mitten in der Nacht abzuholen.

6. Handy auf laut stellen, aber dann nicht ständig darauf glotzen und denken, ob wohl alles in Ordnung ist. Wenn es was Ungewöhnliches geben wird, dann werden sich Oma und Opa schon melden.

7. Geniessen!

  • Oh. Dann geniesse das aber ganz, ganz fest. Und mach es einfach öfter! :-)

  • Find ich absolut legitim! Mach ich leider viel zu selten…Aber wenn ich es tue, dann auch ohne schlechtes Gewissen. So ein bis zweimal pro Jahr eine Nacht weg! Und Morgen ist es endlich soweit!!!!
    YEAH. Schliesslich haben die Kinder ja auch noch einen Vater ;-) Und auch sie geniessen die Zeit mit ihm alleine…