Tipps von A-Z / K wie Kindergarten

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Das Kindergartentäschli ist gepackt, das Znüni ist drin. Der Leuchtgurt umgehängt und los gehts an der Hand von Mama oder Papa Richtung Kindergarten. Auf dem Weg noch alles ruhig, es wird geplaudert und diskutiert.
Erst bei der Türe geht es los: Ein riesiges Gebrüll, ein ohrenbetäubendes Gekreische. Es wird geklammert, an Mamas Bein, am Türrahmen – die Schuhe auszuziehen erweist sich als ein unmögliches Unterfangen. Langsam wirds peinlich. Die anderen Kinder sitzen schon alle im Kreis. Die Kindergärtnerin wartet bereits mit der Gitarre auf dem Schoss.
Die Mama schwitzt, wird immer lauter. „Jetzt reicht’s aber mit diesem Affentheater. Wenn du jetzt nicht sofort aufhörst, gibt es am Abend kein Sandmännchen.“
Es werden alle Register gezogen, mit Bonbons gelockt, mit TV Entzug gedroht, an die Vernunft appelliert.
Doch keine Chance!
Das Kind will nicht im Kindergarten bleiben.

Was tun wenn der Kindergartenmorgen zum Spiessrutenlauf wird?
Das heulende Kind einfach zurück lassen? Es wieder mit nach Hause nehmen?
Wir haben euch hier mal ein paar Tipps dazu:

Vorausplanen

Immer wieder gibt es Situationen, in denen die Kinder mit Abschiedsschmerz fertig werden müssen. Das ist gar nicht so einfach und die Kinder müssen es erst lernen.Gerade wenn Kinder an einen neuen Ort gehen, (Schwimmkurs, Geburtstagsfeier, Spielgruppe, MuKi Turnen) ist es immer sehr wichtig, dass man mit ihnen vorher genau bespricht, was dort alles passiert. Geht mit ihm das „Drehbuch“ durch. Wo geht ihr zusammen hin, was passiert dort, wer kommt, was könnte euer Kind dort machen, was erwartet ihr von ihm, wie kann es am Anfang gut ins Spiel finden?
Ihr könnt einzelne Situationen auch mit ihm zu Hause, wie ein Rollenspiel, einmal üben. Dann ist ihm die Situation nicht mehr ganz so fremd. Wenn ihr dann dort seid, erinnert es immer kurz vorher daran, was ihr zusammen besprochen habt. „Ich komme jetzt mit dir zu den anderen Kindern und bleibe auch einen Moment dort, danach gehe ich zu den anderen Mamis und unterhalte mich mit ihnen.“

Achtet euch darauf, dass euer Kind einen guten Start hat, dass es sich wohl fühlt. Vielleicht darf es zum Beispiel auch ein paar von seinen Lieblingsspielsachen, Autos, Plüschtiere, Spielteppich usw. mitnehmen, damit es schon Spielsachen hat, die es kennt. Lobt und ermutigt es und sagt ihm auch immer wieder, auch vor den anderen.
Passt auf, dass ihr nicht zu hohe Erwartungen habt. Bleibt realistisch und setzt am Anfang kleine Ziele, die es auch erreichen kann und auf die es auch stolz sein kann.

„Ist gut, wenn Mami jetzt geht?“

Beim „Abschied sagen“ gilt folgendes: Allgemein ist es wichtig, dass man einen gemeinsamen Schluss findet. Also nicht immer wieder: „Also Schätzli ich geh dann jetzt, ist gut, wenn ich jetzt gehe? Also dann mach‘s gut, Mami kommt ja dann wieder, gell? Also dann, häbs schön, bis nachher, ist gut?“. Macht euch beiden den Abschied nicht zu schwer, in dem ihr ihn unnötig in die Länge zieht. Auch wenn es euch schwer fällt, versucht euch fröhlich zu verabschieden. Lasst euer Kind eure Ihre Unsicherheit und euer Unbehagen nicht spüren.

Gebt ihm auch das Gefühl, dass es jetzt etwas hat, was die Mama nicht hat und Sachen kennenlernen darf, die es dann der Mama oder dem Papa am Mittag beibringen kann. Ein Lied, ein Versli, ein Spiel usw. Ihr könnt ihm auch vorher Tipps und Anregungen geben, wo und mit was es sich beschäftigen könnte. Es kann euch zum Beispiel ein Bild malen, oder dieses dann einer bestimmten Person schenken. Das gibt ihm dann auch wieder eine Bestätigung und ein Lob. Ihr könnt ihm auch sagen, dass ihr es euch wieder gemeinsam gemütlich machen könnt, wenn es wieder zu Hause ist.

Hilfe vom Zauberstein

Wenn euer Kind bereits eine Freundin oder einen Freund in der Spielgruppe hat, dann nützt es oft auch, wenn diese oder dieser es durch die Tür begleitet. Ein Abschiedsritual kann hilfreich sein. Ein spezieller Abschiedsgruss zum Beispiel, den man vorher mit dem Kind abmacht oder einfach noch kurz einmal zum Fenster reinschauen und winken.

Ihr könnt ihm auch etwas von euch mitgeben. Das kann ein kleines Plüschtier sein, ein spezielles Zaubertaschentuch, ein Bild oder ein Zauberstein, damit es nicht traurig sein muss, wenn ihr geht. Sucht mit ihm zusammen einen Stein. Diese Steine werden dann bemalt und bevor ihr euch verabschiedet, tauscht ihr die Steine zusammen aus.

Ihr könnt dem Kind auch ein lustiges Gesicht auf die Hand malen und diesem dann einen Namen geben, damit er nicht traurig sein muss.

Wenn ihr euch dafür entscheiden, in der Spielgruppe zu bleiben, würde ich euch empfehlen, das „Da bleiben“ Schritt für Schritt abzubauen. Am Anfang könnt ihr zum Beispiel bis nach dem ersten Lied im Kreis sitzen zu bleiben. In einem nächsten Schritt, schaut ihr dann nur noch von Weitem zu, danach könnt ihr euer Kind nur noch in den Kreis begleiten und am Schluss, könnt ihr nach dem Finken anziehen gehen.

Ein Hausmittelchen gegen Heimweh und Trennungsschmerz

Damit das „Längizyti“, also das Heimweh etwas weniger schlimm ausfällt, hab ich euch hier noch die Mischung für das „Längizyti-Öl“

4 Tropfen Benzoe siam

2 Tropfen Lemongrass

1 Tropfen Blutorange

1 Tropfen Vanille

3 Tropfen Grapefruit

3 Tropfen Mandarine

1 Tropfen Neroli

Es ist ein ätherisches Öl und die Mischung sollte mit etwa 1 ml Öl (Mandel, Jojoba) gemischt werden. Danach einen alten Knopf nehmen und ein schönes Stück Stoff darum binden, so dass es aussieht wie ein Zwergli oder ein Gespenst.
Das Öl dann oben drauf träufeln.

So. Und jetzt gut durchatmen.
Dann klappt das schon. :-)