Tipps von A-Z / B wie Bitte und Danke sagen

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„Sag schön danke! Wie sagt man? Wie heisst das Wort mit B?“ Wir möchten doch alle so gerne höfliche Kinder haben, die brav mit dem Kopf nicken und ganz laut und deutlich: „DANKE SCHÖN“ sagen, wenn sie etwas bekommen haben. Die Realität sieht meist anders aus: Bei der Metzgerei im Migors, wenns das „Wurstredli“ gibt, hört man meistens gar nix, oder dann nur ein mürrisches Grunzen. Wenn das sorgfältig eingepackte Geburigschänkli des Nachbarkindes aufgerissen wurde, kommt eher die Frage: „Wo ist das nächste Geschenk?“ Wie also kommt die Höflichkeit zu den Kindern, wie ein „Danke oder Bitte“ aus ihrem Mund.

 

 

Auf den beiden Worten rumzuhacken bringt meistens nicht viel. Manchmal murmeln sie zwar das Wort, aber mehr aus Ärger, statt aus Überzeugung und innerer Dankbarkeit, oder sie weigern sich standhaft. Extra, weil es uns ja sooo wichtig ist. Was also tun?

Bei uns hat gut funktioniert, dass ich immer wieder den Part meiner Kinder übernommen habe. Habe ich zum Beispiel etwas eingeschenkt, habe ich dann laut und deutlich (und mit etwas übertriebener Freundlichkeit und einem Augenzwinkern) gesagt: „Danke viel, viel Mal du liebe Mama, dass du mir jetzt Wasser eingeschenkt hast.“ Die Kinder haben schnell gemerkt, dass dieser Satz eigentlich für sie reserviert wäre.

Beim Metzger, oder beim Geburigeschenk auspacken, flüster ich ihnen jeweils vorher leise ins Ohr: „Hey, wenn du jetzt dann eine Wurst bekommst/wenn du jetzt dann das Geschenk ausgepackt hast, was gehört dann noch dazu, oder was wäre höflich, worüber würde sich der Mann/das Kind freuen, was könntest du dann sagen?“ Dann kommt die klare und deutliche Antwort: „Danke!“ Und wenn nicht, dann ist das auch nicht sooo schlimm. Versuchen wir’s das nächste Mal einfach wieder.

 


  • Andrea Mordasini, Bern

    Mir persönlich sind gutes Benehmen, Anstand und Respekt vor Mitmenschen sehr wichtig und Werte, die ich meinen Kindern durch Vormachen und Vorleben weitergebe. Ich bin der Meinung, dass die Kinder so uns Eltern und unsere Werte nachahmen und kopieren. Manchmal braucht es ja nach Ort und Situation einen kleinen „Anschubser“ zum Beispiel beim Danke sagen. Ich versuche allerdings „seisch no merci“ und „wie seit me?“ im Rahmen zu halten, da diese Aufforderungen gerade für scheuere und zurückhaltender Kinder stressig sein können. Wichtig ist, dass wir Eltern geduldig sind – jedes Kind „lernt“ sich zu bedanken, zu grüssen und sich zu entschuldigen – die einen etwas früher, die anderen etwas später :). Unt mit der entsprechenden Vorbereitung VOR dem Erhalt des Geschenkes (und ohne Anwesenheit der anderen) klappts dann meistens auch sehr gut ;).